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Rollski

Von: Michael Stelter - Regierung von Oberbayern - Gewerbeaufsicht

Wer träumt nicht von weißen Weihnachten in einer tief verschneiten und stimmungsvollen Winterlandschaft? Skilangläufer verbinden mit großen Schneemengen auch gute Bedingungen für ihre Sportart. Die Winter in unseren Breitengraden scheinen jedoch immer milder zu werden. Skilanglauf für jedermann und überall wird immer seltener. Die Regionen, die für diesen besonders gesunden Sport geeignet sind, werden immer kleiner und die Zeitfenster mit guten Bedingungen immer kürzer.
Es gibt Alternativen!

Beine einer jungen Sportlerin mit Rollski, Copyright Panthermedia

In diesem Beitrag finden Sie

  • Skiauswahl:
    • Holme
    • Rollenmaterial
    • Rollengeometrie
    • Spritzschutz
    • Lager
    • Bremssysteme
    • Bindungssysteme
  • Schuhe
  • Weitere Ausrüstung
  • Mehr zum Thema

Zum einen natürlich (neben dem Nordic Walking) das Nordic Blading, also Inline-Skating mit Stöcken, zum anderen aber auch „echtes“ Skilanglaufen mit Rollen. Dieses „Skirollern“ hat gegenüber der Schneevariante den Vorteil, dass keine Ski präpariert werden müssen und dass man nicht an Loipennetze gebunden ist. Das Rollskilaufen gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Früher wurde Rollskilaufen als reines Sommertraining für den (damals noch ausschließlich klassischen) Skilanglauf im Winter benutzt. Heute gibt es neben den Trainingsrollski für die klassische Technik auch solche für die freie Technik (Skating), Kombimodelle für beide Technikarten und nicht zuletzt spezielle Modelle für die Wettkämpfer dieses Sports. Die Vielfalt der zumeist hochwertigen Rollski kann die Wahl zur Qual machen. Deswegen haben wir im Folgenden für Sie zahlreiche Entscheidungshilfen über Rollski und die weitere Ausstattung zusammen getragen.

Skiauswahl

Grundsätzlich ist festzuhalten: Die Rollskihersteller bedienen noch keinen Massenmarkt, es gibt kaum minderwertige und ungeeignete Geräte im Handel. Zahlreiche Hersteller sind schon viele Jahre im Geschäft, haben den Wandel des Marktes genau beobachtet und zeitgemäße Entwicklungen vorangetrieben. Geringere Stückzahlen und gute Qualität haben natürlich auch ihren Preis. Umso erfreulicher ist es aus Verbrauchersicht, dass mittlerweile insbesondere im Kombi-Bereich auch kostengünstige Rollski erhältlich sind, die ihre Praxistauglichkeit bewiesen haben. Die grundsätzlichen Anforderungen an einen Rollski richten sich nach dem beabsichtigten Einsatzzweck. Es stellen sich also folgende Fragen:

Will ich rollern, um fit in die Skilanglaufsaison starten zu können? Oder will ich möglichst schnell von A nach B kommen und mich dabei mit anderen messen?
Welchen Stellenwert hat für mich die „Skiähnlichkeit“?
Welche Strecken stehen mir zur Verfügung? (Belag, Hindernisse, Kurven, Anstiege/Gefälle)
Wie oft und bei welchem Wetter möchte ich trainieren?

Die aufwändigsten Konstruktionen weisen die Klassikrollski auf. Sie sollen in Laufrichtung gut rollen und in der Abdruckrichtung zuverlässig sperren. Die Rollen sollten relativ breit sein und gute Haftwerte haben, damit der Beinabstoß nach hinten trainiert werden kann.

Holme

Längere Holme sind gutmütiger, der Geradeauslauf ist ruhiger. Damit eignen sich lange Rollski für schnelles Training auf geraden Strecken und Bergrollereinheiten (Bergstrecken). Kürzere Holme bringen ein wendiges Fahrverhalten, können aber bei hohen Geschwindigkeiten zu einem unangenehmen „Eigenleben“ führen. Bei Rollski für Kinder sollte man auf ein geringes Gewicht der Rollski achten. Damit ist gewährleistet, dass die Bewegungsabläufe nicht zu stark beeinflusst werden. Aus diesem Grund sind kurze Holme, schmale Räder und gegebenenfalls leichte Bremssysteme zu empfehlen.

Rollenmaterial

Grundsätzlich gibt es Rollen aus Gummi und aus Polyurethan (PU). Beide Arten gibt es in unterschiedlichen Härtegraden.
Gummirollen verleihen ein gutmütiges Verhalten und bieten üblicherweise einen besseren Nässegrip als die Pendants aus PU, allerdings ist der Abrieb/Verschleiß tendenziell höher. Bei langen Trainingseinheiten lernt man Gummimischungen schätzen, weil Bodenunebenheiten besser gefiltert werden.

Rollengeometrie

Anfänger, die noch nicht optimal „über dem Ski“ stehen, sind mit breiteren Rollen besser bedient, als mit schmalen.
Rollen mit geringem Durchmesser sowie Rollen aus Gummi haben einen höheren Rollwiderstand. Dadurch sind beide besser für Anfänger geeignet, da ein guter Trainingseffekt auch bei niedrigen Geschwindigkeiten erreicht wird und die Verletzungsgefahr bei einen Sturz geringer ist.

Spritzschutz

Gerade für Training im Regen sollte über den Rollen ein Spritzschutz angebracht sein. Wenn das von Ihnen favorisierte Modell keinen Spritzschutz aufweist, sollte man einen solchen als Extra mitbestellen oder selbst nachrüsten. Vielleicht bringen Sie ja auch zur Sicherheit reflektierende Aufkleber auf diesen Spritzschutz an?

Lager

Häufig werden gedichtete Lager eingesetzt, die zwar etwas schwerer rollen, dafür aber kaum Pflege benötigen. Haupteinsatzzeit der Rollski ist ja im Allgemeinen der Herbst, so dass die Wetterfestigkeit wichtiges Kriterium ist.

Bremssysteme

Im Gegensatz zum Nordic Blading ist beim Rollskilauf zu Trainingszwecken die Skiähnlichkeit wichtig. Das Geschwindigkeits- und Abstoßverhalten des Rollskis kommt dem Skilanglaufen auf Schnee viel näher. Um ein vergleichbares Verhalten zu erreichen, wird die Geschwindigkeit reduziert, hierzu gibt es verschiedene Verfahren mit entsprechenden Vor- und Nachteilen:

+ -
Weiche Rollen Nässegriff Verschleiß
Breite Rollen Einsteigereignung Skiähnlichkeit
Bremsringe im Lager Kosten, Gewicht Einbau
Bremsrollen Variabilität Gewicht

Der Einbau von Bremsringen in die Rollen erfordert handwerkliches Geschick. Flexibel ist man bei der Verwendung von Bremsringen, wenn man verschiedene Rollensätze (gebremste und ungebremste) hat, die leicht ausgetauscht werden können und mit denen man das Training abwechslungsreich gestalten kann.

Bindungssysteme

Bei den Bindungssystemen wird in der Regel auf solche für den Skilanglaufsport zurückgegriffen. Diese sind sommers wie winters erste Wahl.

Spezielle Modelle verfügen über Bindungen, bei denen mit normalen Schuhen „eingestiegen“ werden kann und die sich damit besonders für Vereine und Schulen anbiete

Schuhe

Auch bei den Schuhen können Sie in der Regel auf solche für den Skilanglaufsport zurückgreifen. Achten Sie vielleicht darauf, dass das Obermaterial eine gewisse Atmungsaktivität aufweist. Im Handel erhältliche Schuhe mit wasserdichtem Obermaterial für Nässeschutz im Winter führen zu einem zu feuchten Fußklima im Sommer. Das sollte aber kein Problem sein, an anderen Körperteilen schwitzt man auch!

Weitere Ausrüstung

Zusätzlich zu den Rollski sind im Bedarfsfall noch folgende Ausrüstungsgegenstände zu verwenden:

  • Stöcke mit Sommerstockspitzen

  • Schutzausrüstung

    • Helm

    • Handschuhe

    • Brille

    • Protektoren

Für diese gilt das in den Artikeln zum Thema Nordic Blading Geschriebene sinngemäß.

Mehr zum Thema

  • Nordic Blading
  • Inline-Skating
  • Fahrrad-Artikel - Übersicht
  • Ski-Alpin
  • Ski-Langlauf
  • Sportlerernährung bei Freizeitsport
  • Unfall: Unfallgefahr(en) und Unfallschutz für den Verbraucher
  • Bayerische Gewerbeaufsicht

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Stand: 15.04.2025
Autor: Michael Stelter - Regierung von Oberbayern - Gewerbeaufsicht
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