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Stromsparpotenziale im Haushalt

Von: Georg Abel/Miriam Bätzing, Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V.

 

Hohe Energie- und Stromkosten sind für viele Verbraucherinnen und Verbraucher längst zur „zweiten Miete“ geworden. Dass ein verschwenderischer Umgang mit Energie Umwelt und Klima stark belastet, ist ein weiterer Grund, aktiv zu werden. Stromsparen bietet also gleich mehrere Vorteile und ist in jedem Haushalt möglich.

 

Strommast

In diesem Beitrag finden Sie

  • Warum ist Stromsparen gut für die Umwelt und Klima?
  • Wie setzt sich der heimische Stromverbrauch zusammen?
  • Wie viel Strom kann man zu Hause sparen?

Die Strompreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte betrug in Deutschland im Jahr 2000 13,94 Cent pro Kilowattstunde, 2013 waren es mit rund 29 Cent bereits mehr als das Doppelte. Zwar ist der Durchschnittspreis seit seinem Höchststand mit 45,73 Cent im Jahr 2023 wieder rückläufig, liegt mit (vorläufig) rund 40 Cent/kWh für das Jahr 2025 dennoch historisch hoch. Ein neuerlicher Preisanstieg wird erwartet.

Wesentliche Bestandteile für den Strompreises sind der Preis für Erzeugung und Vertrieb, die Entgelte für die Netznutzung sowie Steuern und Abgaben. Die Strompreiszusammensetzung hatte sich aufgrund der dauerhaften Streichung der EEG-Umlage zuletzt deutlich verändert. Seit 2024 spielen steigende Netzentgelte zudem eine größere Rolle.

Warum ist Stromsparen gut für Umwelt und Klima?

Auch wenn der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland in2024 laut Bundesnetzagentur erstmals bei fast 60 Prozent lag, verbrauchen wir gemessen an den Klimazielen noch immer zu viel Energie, vor allem aus nicht nachhaltigen Quellen. Insbesondere Strom muss aufwendig erzeugt und bereitgestellt werden und ist dabei besonders umwelt- und klimabelastend. Denn bei der Umwandlung von Energieträgern in Strom und Wärme entstehen klimaschädliche Treibhausgasemissionen und umweltschädliche Luftschadstoffe. Destatis-Angaben zufolge, machen energiebedingte Emissionen den größten Anteil an den gesamten CO2-Emissionen von in Deutschland ansässigen Privatpersonen und Unternehmen aus. Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge waren es 2022 rund 85 Prozent der deutschen Treibhausgas⁠emissionen. Hauptverursacher ist die Energiewirtschaft, insbesondere die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung in Kraftwerken sowie Raffinerien.

Wie setzt sich der heimische Stromverbrauch zusammen?

Kochen, Beleuchtung, digitale Geräte: - Wo kann man zu Hause eigentlich am meisten Strom sparen? Der Stromverbrauch in einem Privathaushalt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst steigt der absolute Stromverbrauch mit der Anzahl der Haushaltsmitglieder. Da aber Geräte wie Waschmaschine, Kühlschrank oder Fernseher gemeinsam von mehreren Personen im Haushalt genutzt werden, ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Haushalten mit mehreren Personen in der Regel geringer als in Haushalten mit weniger Personen.

Eine große Rolle spielen zudem die Geräteausstattung und das individuelle Nutzungsverhalten. In vielen Haushalten finden sich mittlerweile mehrfache Ausstattungen mit IT-Geräten und Fernsehern, was den Verbrauch insgesamt erhöhen können. Aber auch die Gebäudebeschaffenheit wirkt sich aus. Erfolgt die Warmwasseraufbereitung z. B. mit Strom, erhöht dies den Gesamtstromverbrauch deutlich. Umgekehrt verbrauchen Haushalte in Mehrfamilienhäusern oft weniger Strom als solche in Einfamilienhäusern, da dort zusätzliche stromintensive Bereiche wie Garage, elektrischer Rasenmäher oder Außenbeleuchtung wegfallen.

Die nachfolgende Grafik zeigt die durchschnittliche Verteilung des Stromverbrauchs der Haushalte in Deutschland


Diagramm zeigt die durchschnittliche Verteilung des Stromverbrauchs der Haushalte in Deutschland

Quelle: BDEW 2023

Wie viel Strom kann man sparen?

Die rund 41 Millionen Haushalte in Deutschland verbrauchen mehr als ein Viertel des gesamten Stroms. Damit nehmen sie eine wichtige Rolle für das Gelingen der Energiewende ein. Ein Durchschnittshaushalt kann seine Stromkosten realistischerweise um bis zu 30 Prozent senken und damit gleichzeitig einen wichtigen Umwelt- und Klimabeitrag leisten.

Das individuelle Einsparpotenzial hängt wie oben dargestellt von der persönlichen Ausgangssituation ab, etwa dem Wohngebäude, dem Nutzungsverhalten, der Anzahl der Personen und Geräte im Haushalt sowie der Art der Warmwasserbereitung.

Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus verbraucht laut Stromspiegelstatistik rund 3.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr (2025), wenn das Wasser nicht elektrisch erwärmt wird. Mit elektrischer Warmwasseraufbereitung sind es bereits 4.100 kWh/Jahr. Ein energieoptimierter Haushalt hat über das Jahr gerechnet ein erhebliches Sparpotential: So lassen sich alleine mit energiesparender Beleuchtung, einem Austausch der Heizpumpe und einem Sparduschkopf über 500 Euro und somit auch klimaschädliches CO2 einsparen.

Auf dem Portal www.stromspiegel.de kann jeder seinen individuellen Stromverbrauch ermitteln und vergleichen, ob dieser unter- oder überdurchschnittlich ist. Ein wichtiger Baustein für einen sparsamen Haushalt sind energieeffiziente Geräte – denn Stromsparen fängt mit dem Gerätekauf an. Nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch ein niedriger Energieverbrauch zahlen sich am Ende aus. Aber Achtung: Aus Umwelt- und Klimasicht wiederum ist ein Wechsel nicht immer die beste Lösung, da der Herstellungsprozess oft mehr Treibhausemissionen verursacht als die gesamte Nutzungsphase.

Quellen:

  • Statista (2025):Strompreise 2025 auf dem Niveau des Vorjahres
  • Co2online (2025): Stromverbrauch im 3-Personen-Haushalt: Infos & Stromspartipps
  • Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), BDEW-Strompreisanalyse, 03/2023
  • Umweltbundesamt (2024): Energiebedingte Emissionen von Klimagasen und Luftschadstoffen
  • Stromspiegel

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Stand: 26.11.2025
Autor: Redaktion - Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
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