Nicht nur von Lampenölen gehen Gesundheitsgefahren für kleine Kinder aus, noch gefährlicher ist es, wenn Kinder an die Öllampen selbst gelangen können. Die Beschaffenheitsanforderungen einer Norm sollen europaweit davor schützen
Nach der DIN EN 14059 hergestellte Lampen bieten einen weitreichenden Schutz der Kinder vor den (Öl)Lampen und vermindern die Brandgefahr. Daher sollten künftig ausschließlich normgerechte Öllampen verwendet werden. Sie haben es durch die Wahl der Lampe und umsichtiges Verhalten in der Hand, Ihre und andere Kinder zu schützen.
Seit Jahrtausenden spenden Öllampen den Menschen warmes Licht und Behaglichkeit. Kindern verheißt Aladins Wunderlampe aufregende Abenteuer - fantasievollen Erwachsenen romantische Stunden.
Die Kleinen denken nicht - die Großen meist nicht - an Gefahren die zum Alptraum werden können.
Während früher natürlich vorkommende Öle für die Lampen verwendet wurden, stehen heute destillierte Erdölprodukte zur Verfügung die fast geruchsneutral und wenig rußend sind. Darunter sind jedoch zum Teil so dünnflüssige Kohlenwasserstoffe, dass Kleinkinder durch Saugen am Lampendocht oder einen Schluck des Lampenöls schwere Vergiftungen erleiden können.
Von im Handel erhältlichen Lampenölen können für kleine Kinder große Gefahren ausgehen. Über diese Gefahren wird im Artikel Gefahren durch Lampenöle berichtet
Nach den derzeit geltenden gesetzlichen Vorschriften dürfen immer noch Lampenöle mit gefährlichen Eigenschaften verkauft werden, sofern sie nicht gefärbt oder parfümiert sind, so dass diese erhebliche Gefahr grundsätzlich weiter besteht. Allerdings müssen die Behälter nun mit deutlichen Warnhinweisen und kindersicherem Verschluss versehen sein.
Gleichwohl ereignen sich immer wieder Todesfälle bei Kindern durch diese Lampenöle (siehe auch Mitteilungen des Bundesinstituts für Risikobewertung - BfR - . Zum Beispiel "Erneut zwei Todesfälle bei Kindern durch Lampenöle!").
Die Praxis zeigt ferner, dass kindersichere Verschlüsse bei Lampenölen des öfteren nicht richtig verschlossen werden.
Weit größere Gefahren bergen für die kleinen Kinder die vor längerem verkauften, zu Hause lagernden älteren Lampenöle, da diese früher überwiegend weder einen kindersicheren Verschluss noch Warnhinweise hatten und somit haben. Ihre farbliche Attraktivität macht sie bis heute für Kinder sehr anziehend. Vorsorglich sollten solche Lampenöle - als Sondermüll - sachgerecht entsorgt werden
Seit 1.12.2010 dürfen Lampenöle auf Paraffinbasis nur noch in schwarzen, nicht durchsichtigen und höchstens einen Liter fassenden Behältern verkauft werden.
Die größten Gefahren für die Kleinen gehen von dekorativen Öllampen aus, die zum Teil überhaupt keinen Verschluss oder Dochtschutz haben (siehe Bild unten) und ggf. zerbrechlich sind.
Mehr als die Hälfte der Lampenöl-Vergiftungen passieren bei Kleinkindern nicht im Zusammenhang mit Vorratsflaschen, sondern durch Trinken oder Saugen an herkömmlichen Öllampen. Dabei kommt es unter Umständen zu tödlich verlaufenden Lungenentzündungen. Dies belegt eine Studie des BfR.
Die größte Gefahr geht also von den Öllampen aus, wenn diese für Kinder interessant und erreichbar sind, sowie deren Inhalt für die Kleinen schnell und leicht zugänglich ist.
Für die sichere Beschaffenheit der Lampen gab es bis 2003 keine gesetzlichen Regelungen. Seit Inkrafttreten stellt die unter österreichischer Federführung ausgearbeitete europäische Norm EN 14059, die in Deutschland als DIN EN 14059 veröffentlicht ist, konkrete Anforderungen an die sichere Konstruktion von Öllampen.

Bild - Vergleich von alten und neuen Lampen:
Links - Lampe ohne Dochtschutz
Rechts - Lampe mit Dochtschutz
Die letztgenannte Anforderung bedeutet, dass die Öllampe mit Inhalt keinem Gegenstand gleichen oder Abbildungen enthalten darf, der für Kleinkinder attraktiv ist. Zum Beispiel Figuren und Bilder von Tieren, Pflanzen, Spielzeug, Comics, Nahrungsmitteln und Getränken (auch deren Farbe und Geruch). Durch die subjektive Wahrnehmung eines Kindes hat dieser umfassende Punkt besondere Bedeutung.
Die Sicherheitsnorm soll in erster Linie den Zugang kleiner Kinder zu dem Lampenöl in dekorativen Öllampen begrenzen. Unfälle können allein dadurch nicht völlig verhindert werden, aber das Risiko wird deutlich geringer, wenn dieser Norm entsprechende sichere Öllampen verwendet werden.
Kindersichere Öllampen sind möglich!
Da die auf dem Markt befindlichen dekorativen Öllampen mit Lampenölen geringer Viskosität meist nicht kindgerecht sind, werden die Hersteller aufgefordert, sichere und normgerechte Lampen für den Wohnraum sowie den Einsatz im Freien zu entwickeln und anzubieten.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat aus Sorge um die Kindergesundheit mit Unterstützung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) einen Konstruktionsentwurf für einen kindersicheren Brenner erarbeitet. Dieser wird zur Erhöhung der Produktsicherheit im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes ProdSG online kostenlos zur Verfügung gestellt.

Seit dem 01.01.2003 ist diese EU-Norm gültig für den Verkauf dekorativer Öllampen, wie sie in Haushalt, Restaurant und in der Freizeit verwendet werden. Sie gilt nicht für Lampen zu reinen Beleuchtungszwecken oder für berufliche Anwendungen, z. B. zur Absicherung von Straßenbaustellen.
Warnung: Lampenöle gehören keinesfalls in Kinderhand und -mund - Lebensgefahr!
Schützen Sie Kleinkinder deshalb durch Verwendung von Öllampen mit der Aufschrift:
"Entspricht EN 14059"