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Standortdaten auf dem Smartphone freigeben - überall auffindbar?

Von: Andrea Estermeier, VerbraucherService Bayern im KDFB e.V.

Die Lokalisierung von Handys durch Standortdaten kann Nutzenden viele Vorteile bieten, wie die beliebte Navigation. Sie birgt aber auch Gefahren: Standortdaten können von anderen Menschen zur Kontrolle oder zur gezielten Werbung missbraucht werden. Man kann aber die Preisgabe der eigenen Standortdaten stark einschränken.

In diesem Beitrag finden Sie

  • Den Standort bestimmen – wie funktioniert`s?
  • Den Standort bestimmen - wozu?
  • Der Standort ist bekannt - was ist die Gefahr?
  • Die Lokalisierung einschränken – wie geht das?

Den Standort bestimmen – wie funktioniert`s?

Um unterwegs telefonieren zu können, muss sich das Mobiltelefon immer mit der nächstgelegenen Sendeantenne verbinden. Somit weiß zumindest der jeweilige Netzanbieter immer, wo sich das Telefon befindet. Eine solche Ortsbestimmung wird auch GSM-Ortung (Global System for Mobile Communications) genannt. Der Standort eines eingeschalteten Mobiltelefons kann hierbei aber nur sehr ungenau bestimmt werden. Außerdem ist die Anwendung einer solchen Ortung vom Gesetzgeber stark eingeschränkt worden.

Sehr viel einfacher und genauer zu orten sind Smartphones mit entsprechender Hardware-Ausstattung. Zum Standard von modernen Geräten gehören Satellitenempfänger für das Global Positioning System (GPS) und WLAN. Diese ermöglichen eine recht genaue Geolokalisierung des Mobiltelefons. Die Standortbestimmung erfolgt dabei in der Regel mittels einer App, welche die eigenen Standortdaten an Dritte übermittelt. Diese Übermittlung erfolgt mit der Zustimmung des Nutzers oder der Nutzerin.

Bei der Installation einer App erlauben Anwenderinnen und Anwender der Herstellerfirma oft diverse Zugriffe auf bestimmte Dienste und gespeicherte Daten des Geräts, u.a. dem Standortdienst. Allerdings ist nicht immer ersichtlich, zu welchem Zweck dies geschieht und was mit den abgegriffenen Daten passiert. Nicht zuletzt geben Nutzende von Diensten wie Sozialen Netzwerken ihren jeweiligen Standort freiwillig preis, zum Beispiel durch sogenannte “Check-ins”. Dabei haben Nutzende die Möglichkeit, an einem realen Standort „einzuchecken“ und so Anderen mitzuteilen, wo sie sich gerade befinden.

Den Standort bestimmen - wozu?

Den Standort eines Mobiltelefons zu kennen bzw. zu ermitteln, kann in vielen Fällen nützlich und sinnvoll sein:

  • Im Rahmen von polizeilichen Ermittlungen kann die Ortung von verdächtigen Personen über eine Standortbestimmung erfolgen.
  • Ebenso können gestohlene Endgeräte, Unfallopfer oder vermisste Personen lokalisiert werden.
  • Für Unternehmen bieten Geodaten ebenfalls sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel zum Management von Mitarbeitenden und Fahrzeugflotten.

Die breiteste Anwendung von Standortdaten erfolgt aber über die sogenannten standortbezogenen Dienste: Dies sind mobile Anwendungen und Servicedienste, die auf Grundlage positionsbezogener Daten der Nutzerin oder dem Nutzer selektive Informationen bereitstellen oder Dienste anderer Art erbringen. Diese Dienste können zum Beispiel das lokale Wetter oder die nächste Filiale eines Cafés oder Kinos anzeigen, aber auch lokal angepasste Werbung oder Rabattaktionen.

Der Standort ist bekannt - was ist die Gefahr dabei?

Die fortlaufende Übermittlung von Standortinformationen ermöglicht den Betreibern von standortbezogenen Diensten individuelle Bewegungsprofile von Mobilfunknutzerinnen und -nutzern zu erstellen. Aus diesen Profilen lässt sich dann zum Beispiel ablesen, wo eine Person lebt, wo und wann sie regelmäßig arbeitet, einkauft, ihre Freizeit verbringt oder wo - eventuell auch bei wem - sie übernachtet. Eine derartige Sammlung von Standortdaten bildet einen Teil des eigenen Lebenswandels ab.

Mit diesen Informationen können Unternehmen Geld verdienen, entweder durch eigene Werbung und Dienste oder aber durch den Verkauf der Daten an Dritte. Dies ist noch problematischer, wenn diese Unternehmen nicht in Europa sitzen und somit möglicherweise die Durchsetzung europäischer Datenschutzstandards erschwert ist.

Die Lokalisierung einschränken – wie geht das?

Wer die Verwendung der eigenen Standortdaten einschränken will, hat dazu mehrere Möglichkeiten:

  • Betriebssysteme wie Android oder iOS bieten Funktionen an, mit denen Nutzende die Weitergabe von standortbezogenen Informationen generell unterbinden können.
  • In den meisten Fällen kann die Standortbestimmung auch für einzelne Apps deaktiviert werden.
  • Bei der Installation von neuen Apps sollte man die Ortungsfunktion nur dann genehmigen, wenn diese aus nachvollziehbaren Gründen benötigt wird.

Um die Ortsfunktion abzuschalten, gehen Sie in die Einstellungen des Smartphones. Dort können Sie die Ortsfunktion allgemein oder für einzelne Apps deaktivieren.

Mehr zum Thema

  • Geodatendienste
  • Standortdaten auf dem Smartphone: 4 Tipps für Datenschutz-Einstellungen
  • Verein Selbstregulierung in der Internetwirtschaft

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Stand: 16.12.2024
Autor: Andrea Estermeier - VerbraucherService Bayern
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