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Brennholz: Gewinnung und Aufbereitung

Von: Anton Franz - Regierung von Niederbayern, Gewerbeaufsicht
Dipl.-Ing. (FH) Heinz Schaumberg - Regierung von Niederbayern, Gewerbeaufsicht

Wenn es im Herbst draußen grau und kalt wird, ist ein knisterndes Kaminfeuer genau das Richtige, um es sich drinnen gemütlich zu machen. Wir haben die notwendigen Informationen zur Brennholzaufbereitung hier für Sie zusammengestellt.

Brennholzstapel, Copyright Bayerische Gewerbeaufsicht

In diesem Beitrag finden Sie

  • Brennholzgewinnung
  • Brennholzaufbereitung
    • Brennholz - Schneiden
    • Brennholz - Spalten
    • Brennholz - Lagerung
  • Mehr zum Thema

Brennholzgewinnung

Brennholz wächst im heimischen Wald und muss vor dem Heizen erst geerntet und gelagert werden. Die Ernte kann auf verschiedene Weise erfolgen. Althergebracht mit Axt und Säge werden die wenigsten in den Wald gehen um Brennholz zu ernten. Im Normalfall wird der Brennholznutzer mit der Motorsäge die Brennholzernte vornehmen oder sich das Holz, das mit großen Erntemaschinen sogenannten „Harvestern“ oder „Forwardern“ geerntet wurde, vor die Haustüre liefern lassen. Eine weitere Möglichkeit sich Brennholz zu beschaffen ist, die Abschnitte aus einer Zimmerei, einem Sägewerk oder einer Schreinerei zu erwerben.

Brennholzaufbereitung

Bei der Aufbereitung des Brennholzes kommen dann wieder kleinere Geräte wie Holzspalter, Brennholzkreissäge, Kettensäge (elektrisch oder benzinbetrieben) oder auch Säge, Axt und Spaltaxt zum Einsatz. Bei der Benutzung von Geräten und Werkzeugen ist auf die Sicherheit zu achten! Häufig werden die Geräte von Laien benutzt. Für den Umgang mit der Kettensäge zum Beispiel bieten verschiedene Institutionen einen meist mehrtägigen Lehrgang zur sicheren Handhabung an. Der Schwerpunkt dieser Lehrgänge liegt im sicheren Fällen von Bäumen und deren Aufarbeitung. Die Schutzausrüstung und die Schutzeinrichtungen der verschiedenen Geräte sollen unbedingt benutzt werden! Für den einmaligen Einsatz kann man sich beim Maschinenring oder auch in Baumärkten die benötigten Geräte für eine geringe Gebühr ausleihen.

Brennholz-Schneiden

Holzschneiden mit der Kettensäge auf einem Sägebock; Copyright Bayerische Gewerbeaufsicht
Holzschneiden mit der Kettensäge
auf einem Sägebock

Handsäge

Es ist eine mühsame Angelegenheit, das trockene Holz mit der Handsäge in kleine, ofengeeignete Stücke zu zersägen.

Kreissäge

Zum Zerteilen des Holzes auf die richtige Scheitlänge, kommt im Normalfall eine Kreissäge zum Einsatz. Die klassische Brennholzkreissäge ist die sogenannte Wippkreissäge, bei der das Holz mit Hilfe einer beweglichen Wippe an das Kreissägeblatt herangeführt wird.
Geeignet sind aber auch Rolltischkreissägen mit einer Brennholzzuführeinrichtung. Eine Kombination aus den beiden Sägen vereint die Vorteile der Sägetypen.

Kettensäge

Eine Kettensäge zum Ablängen des Holzes auf Scheitlänge zu verwenden ist äußerst unwirtschaftlich und nur in Ausnahmefällen geeignet. Man verliert durch die Schnittbreite der Kettensäge sehr viel Material und der Kraftaufwand ist im Vergleich zur Kreissäge sehr hoch. Anhand des Antriebes werden zwei Arten von Kettensägen unterschieden. Die elektrische Kettensäge, bei der man durch das Stromkabel an einen relativ begrenzten Raum gebunden ist und die Benzin- oder Motorsäge. Beim Benutzen von Kettensägen muss immer die Schutzausrüstung (Helm mit Gehörschutz, Schnittschutzhose, –jacke und –schuhe) benutzt werden. Weiter ist auf einen sicheren Stand und die Fixierung des Werkstückes zu achten.

Sägebock

Zum sicheren Sägen auf einer angenehmen Höhe sollte man einen Sägebock zu Hilfe nehmen. Der bekannte Sägebock ist aus Holz und hat drei zu einem X zusammen geschraubte Beine, die miteinander verbunden sind. Eine Neuheit ist der sogenannte Klemmbock.

Spalten

Von Hand

Für das Spalten des Holzes von Hand gilt dasselbe wie für das Brennholzschneiden mit der Hand, es ist nur für kleine Mengen von Brennholz praktikabel.

Axt

Es gibt verschiedene Ausführungen von Äxten, im Allgemeinen wird eine Standartaxt verwendet werden. Bei dieser Axt ist der Kopf der Axt von der Schneide bis zum Körper nicht zu breit und die Axt lässt sich für mehrere Verwendungszwecke (wie z.B. auch dem Fällen von Bäumen) einsetzen.

Spaltaxt; Copyright Bayerische Gewerbeaufsicht
Spaltaxt

Spaltaxt

Die Spaltaxt hat im Gegensatz zur Standartaxt einen dickeren Körper, dadurch wird die Spaltwirkung dieser Axt vergrößert. Auch beträgt ihr Gewicht ein Mehrfaches einer normalen Axt. Für den Einsatz zu anderen Zwecken ist die Spaltaxt aber völlig ungeeignet.

Spalten mit Keilen

Das Spalten des Holzes mit Keilen will geübt sein. Vor allem Wurzelholz muss man zwangsläufig mit Keilen spalten. Es gibt verschiedene Arten von Keilen, schlanke, breite, gedrehte Stahl- und Alukeile. Bei den Stahlkeilen ist darauf zu achten, dass beim Draufschlagen mit dem Hammer Stahl auf Stahl trifft. Bei so harten Materialien ist es unumgänglich, dass Splitter davonfliegen können. Solche Stahlsplitter können das Auge treffen oder auch Gliedmaßen schwer verletzen.
Es gibt auch noch andere Varianten von Äxten und Beilen, die aber hier nur aufgeführt und nicht näher beschrieben sind: Forstbeil, Spaltbeil, Spalthammer, Trekkingbeil, Jägerbeil, Tischlerbeil oder Zimmermannsbeil.

Mit einem Holzspalter

Informationen zum Umgang mit Holzspaltern finden Sie in unserem Fachartikel "Sicheres Arbeiten mit Holzspaltern".

Hydraulischer Spalter

Für das Spalten des Holzes kann man einen hydraulischen Holzspalter zur Hilfe nehmen. Diese Spalter gibt es in liegender oder stehender Ausführung, sowie als Meterholz- oder Kurzholzspalter. Angetrieben werden diese Geräte im Regelfall mit einem Elektromotor. Bei größeren Geräte wird die Hydraulikpumpe des Spalters häufig auch mittels der Zapfwelle eines Traktors angetrieben. Vereinzelt werden auch Spalter angeboten, bei denen der Hydraulikdruck mittels Handpumpe (vergleichbar einem Wagenheber) erzeugt wird! Welcher Spalter der richtige ist, kommt auf den Einsatzzweck an.

Schraubenspalter (auch „Drallkeilspalter“ genannt)

Schraubenspalter waren wegen ihrer einfachen Bauweise früher weit verbreitet. An ihnen ereignete sich eine Vielzahl von Unfällen. Seit die Sicherheitsanforderungen für Maschinen in Europa vereinheitlicht wurden, ist diese Art von Spaltern jedoch weitgehend vom Markt verschwunden.

Lagerung

Holz muss vor dem Verbrennen so gelagert werden, dass es gut trocknen kann (ca. 20% Feuchte). Daher sind die wichtigsten Anforderungen an einen Holzlagerplatz:

  • von oben und unten trocken
  • von der Seite winddurchzogen und möglichst sonnig.

Sehr gut geeignet sind daher offene Schuppen oder nach Süden ausgerichtete Wände mit Dachüberstand. Frisches Holz darf keinesfalls in geschlossenen Garagen oder Kellerräumen gelagert werden, da es hier nicht trocknet sondern „verstockt“.
Für den Nutzer in der Stadt mit einem Jahresverbrauch von etwa einem Ster (Raummeter) genügt zur Lagerung des vorgetrockneten Holzes die Garage, die Terrasse oder für sehr kleine Mengen der Balkon (Traglasten beachten)
Wer sein Holz selber trocknen will, muss einen Lagerplatz für den doppelten Jahresbedarf vorhalten, damit eine zweijährige Trocknung möglich ist.

Aufrichten

Wie weiter oben bereits ausgeführt, wird im Allgemeinen das Holz im Freien gelagert, da hier eine bessere Durchlüftung und damit ein schnellerer Trockenvorgang erreicht werden kann.

Aufrichten als Stapel

Die am meisten gebräuchliche Form das Holz platzsparend zu lagern ist das Aufrichten zu einem Stapel. Dabei werden die Holzscheite in mehreren Reihen übereinandergestapelt.

Aufrichten in runder Form

Für geübte kann das Holz auch in runder Form aufgerichtet werden. Hier werden die Holzscheite von innen nach außen zu einem turmförmigen Stapel aufgerichtet, so das auch die Luft durchziehen kann und trotzdem ein sehr stabiler, in sich standfester Stapel entsteht.

Gitterboxen

Viel Platz wird benötigt, wenn das Holz nur in eine Gitterbox geworfen und nicht aufgerichtet wird. Diese Lagermöglichkeit nimmt sehr wenig Zeit in Anspruch setzt aber neben ausreichendem Platz auch voraus, dass man die Gitterboxen händeln (transportieren) kann.

Baustahl-Rundling

In letzter Zeit sieht man häufiger zu einem Ring geformte Baustahlmatten, in die das Brennholz geworfen wird. Diese Art der Lagerung erfordert zwar geringen Zeit - jedoch hohen Platzaufwand.

Lagerdauer

Nach der Holzernte (einschlagen der Stämme) soll eine Mindestlagerdauer beachtet werden. Abhängig von der jeweiligen Holzart liegt die Lagerdauer bei ca. 2 Jahren.
Wird das ofenfertige Brennholz zu lange gelagert, so nimmt der Brennwert allerdings wieder ab.

Mehr zum Thema

  • Richtig heizen mit Holz
  • Heizen mit Holz: Wie finde ich den passenden Ofen?
  • LfU Bayern: Kaminöfen umweltfreundliche betreiben
  • Bayerische Gewerbeaufsicht

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Stand: 23.03.2022
Autor: Anton Franz - Regierung von Niederbayern - Gewerbeaufsicht
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