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Smart Home: Datenschutz zu Hause

Von Andrea Estermeier – VerbraucherService Bayern

Die Wohnungen und Häuser der Verbraucherinnen und Verbraucher werden immer digitaler und vernetzter. Neben Streamingdiensten zur Unterhaltung werden auch vielfältige digitale Möglichkeiten eingesetzt, um den Alltag zu erleichtern. Fast jeder Alltagsgegenstand kann schon als Smartes Gerät erworben werden.

In diesem Beitrag finden Sie

  • Was ist Smart Home?
  • Was passiert mit meinen Daten im Smart Home?
  • Wo kann ich mich informieren?
  • Kann ich eine Einwilligung in die Datenspeicherung und -verarbeitung widerrufen?
  • Kann ich Einstellungen anpassen?
  • Gibt es eine Empfehlung zum Kauf?

Was ist Smart Home?

Smart Home umschreibt die Digitalisierung des Zuhauses, also die Digitalisierung im privaten Bereich. Hierbei können mehrere Geräte, wie eine automatisch gesteuerte Heizung oder Lüftung sowie Markisen, Lampen oder auch Kühlschränke und Kaffee- oder Waschmaschinen, miteinander vernetzt werden. Wer das nutzt, kann somit seine Wohnumgebung standortunabhängig, meistens mit Hilfe einer entsprechenden App, steuern. Zusätzlich können sich die vernetzten Geräte automatisch und selbstlernend auf die Bedürfnisse der Benutzerinnen und Benutzer einstellen. Das Smart Home wird dem Internet der Dinge, Internet of Things, zugeordnet.

Was passiert mit meinen Daten im Smart Home?

Die Smart Home Geräte sind nach außen und untereinander vernetzt und können so Daten erfassen, speichern und verarbeiten. Je nach Gerät kann die Erfassung, Speicherung und Verarbeitung anders ausgestaltet sein.

Sprachassistenten wie z. B. Alexa, Siri oder Cortana, sei es in Form von Smartphones, Musikboxen oder Streaming-Geräten, hören mit, um auf Ansprache bzw. Befehl zur Ausführung von Aufgaben sofort bereit zu sein. Sprachdaten aus regulären Gesprächen im Raum werden unter Umständen bereits abgehört, aufgezeichnet und gespeichert, damit die Geräte die Stimmvarianten lernen können. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Daten neben den regulär aufgezeichneten Sprachbefehlen, auch an den Hersteller des Geräts zu Verbesserungsmöglichkeiten weitergegeben werden.

Eine einfache Suche nach dem nächstgelegenen Pizzaservice oder dem nächsten Kino erlaubt die Nutzung von Standortdaten, die genauso wie die Navigationsdaten im Smartphone zur Erstellung von Bewegungsprofilen genutzt werden können.

Staubsaugerroboter erfassen Raumpläne, digitale Waagen das Gewicht. Der Erfassung sensibler privater Daten sind durch die Smart Home Geräte fast keine Grenzen gesetzt.

Zur Speicherung und Verarbeitung der Daten werden diese oftmals in eine Cloud des Dienstanbieters übertragen. Meist erfolgt die Übertragung unverschlüsselt. Außerdem ist fraglich, ob die Cloud bestehenden datenschutzrechtlichen Anforderungen entspricht. Auch sind die Geräte im Smart Home oftmals unzureichend vor Angriffen außerhalb des Netzwerks geschützt, so dass Daten von Hackern abgegriffen und missbraucht werden können. Dies ist den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern häufig nicht bewusst.

Wo kann ich mich informieren?

  • Informieren Sie sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Geräteherstellers, welche Daten wann aufgezeichnet, gespeichert und versendet werden.
  • Klären Sie ab, ob die Kommunikation der Geräte verschlüsselt oder unverschlüsselt erfolgt.
  • Bei unklaren AGB wenden Sie sich an den Hersteller und fragen nach. Alternativ können Sie sich auch an einen Verbraucherschutzverband wenden, um Hilfe bei der Interpretation der AGB zu erhalten.

Kann ich eine Einwilligung in die Datenspeicherung und -verarbeitung widerrufen?

Ein nachträglicher Widerruf der Einwilligung ist grundsätzlich möglich. Eine fehlende oder widerrufene Einwilligung in die AGB führt in der Regel jedoch dazu, dass nur das Gerät als solches in seiner eigentlichen, nicht smarten Funktion, also der Kühlschrank mit Kühlfunktion oder die Waschmaschine mit Waschfunktion, genutzt werden kann. Die smarten Optionen wie Kommunikations- oder Bestellmöglichkeiten stehen folglich nicht bzw. nicht mehr zur Verfügung.
In jedem Fall haben Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Recht darauf, zu wissen, was mit ihren Daten geschieht und zu welchen Zwecken sie verarbeitet werden.

Kann ich Einstellungen zum Datenschutz im Smarthome anpassen?

Häufig ist es möglich, verschiedene Stufen bzw. Niveaus des Datenschutzes einzurichten. D. h. verschiedene Qualitäten und Details an Informationen und Daten werden erfasst, verarbeitet und unter Umständen weitergegeben. Hier sollte, wenn Sie die smarten Möglichkeiten des Geräts nutzen wollen, die datensparsamste Variante gewählt werden.
Ebenso benötigt nicht jedes Gerät für den vollständigen Funktionsumfang eine Verbindung mit dem Internet.

Tipp: Mit der Verwendung eines eigenen Netzwerks für die Smart Home Geräte kann sichergestellt werden, dass diese keinen Zugriff auf sensible Datenströme wie beim Onlinebanking haben. Auch können die einzelnen Geräte und deren Benutzeroberflächen mit einem selbst vergebenen Passwort vor Zugriffen Dritter geschützt werden.

 

Bevor Sie smarte Geräte für ihr Zuhause kaufen, informieren Sie sich umfassend. Vergleichen Sie die verschiedenen Anbieter am Markt sowie deren AGB und wählen Sie einen sicheren Anbieter.

Mehr zum Thema

  • Smart Home - Updates
  • Podcast "Smart Home - Chancen und Risiken" des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Smarthome – den Wohnraum sicher vernetzen
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Internet der Dinge - Smart leben
  • Datenschutz im privaten Bereich
  • Mobiles Internet: Sichere Nutzung von Smartphones und Tablets
  • Videoüberwachung in der Nachbarschaft
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Stand: 16.12.2024
Autor: Andrea Estermeier - VerbraucherService Bayern
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