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Schulranzen: Tipps für Auswahl und richtiges Tragen

Von: Kompetenzzentrum Marktüberwachung - Regierung von Oberbayern, Gewerbeaufsicht

Sticht der Schulranzen leuchtend grell ins Auge, so hat er bereits eine seiner Aufgaben erfüllt: Nämlich die, dass Schüler im Straßenverkehr besser und rechtzeitig erkannt werden. Was beim Kauf und beim Tragen sonst noch zu beachten ist, fasst der Artikel zusammen.


In diesem Beitrag finden Sie

  • Äußere Beschaffenheit
    • Gut sichtbares Material
    • Schultergurte
    • Tragegriff
    • Rückenteil
    • Stabilität
    • Deckel
  • Innere Beschaffenheit
    • Gewicht
    • Regendichtheit
  • Richtiges Tragen des Schulranzens
  • Kennzeichnung
  • Tipps zur Designauswahl
  • Mehr zum Thema

Äußere Beschaffenheit

Wie muss das Äußere des Schulranzens gestaltet sein?
Damit der Schulranzen bzw. der Schulrucksack mitsamt seinem Träger im Straßenverkehr möglichst gut zu sehen ist, stellt die DIN 58124 „Schulranzen“ bestimmte Anforderungen unter anderem an die äußere Aufmachung.

Gut sichtbares Material

Es müssen mindestens 20 Prozent der sichtbaren Flächen der Vorder- und Seitenteile aus fluoreszierendem Material und mindestens 10 Prozent dieser Flächen aus retroreflektierendem Material bestehen. Fluoreszierendes Material deshalb, da dadurch die Sichtbarkeit bei Dämmerung, diffusen Lichtverhältnissen und Nebel verbessert wird. Es ist aufgrund von UV-Licht (also Tageslicht) selbstleuchtend. Bei den fluoreszierenden Flächen gibt die Schulranzen-Norm sogar die Farbe vor: Als Farben des fluoreszierenden Materials sind Gelb-Grün, Gelb, Gelb-Orange, Orange, Orange-Rot und Pink zulässig. Retroreflektierende Flächen deswegen, weil dadurch die Sichtbarkeit bei Nacht verbessert wird. Es müssen beide Materialien verwendet werden, da Retroreflexion (d. h. Rückstrahlung zur Lichtquelle) nur funktioniert, wenn es durch eine Lichtquelle (also das Scheinwerferlicht) angestrahlt wird. Des Weiteren müssen auf den Tragegurten retroreflektierende Materialien mit einer Mindestgröße von 10 cm2 je Tragegurt angebracht werden.

Schultergurte

Die Schultergurte müssen so angebracht sein, dass sie den Hals des Trägers nicht einengen. Sie müssen mindestens 500 mm lang sein. An den Stellen, an denen die Gurte am Körper aufliegen (Auflagebereich), müssen sie gepolstert sein. Die Gurtbreite einschließlich Polsterung muss im Auflagebereich mindestens 40 mm betragen. Zusätzlich muss ein längen- und höhenverstellbarer Brustgurt angebracht sein.

Selbstverständlich müssen die Gurte in der Länge verstellbar sein. Die Norm schreibt zudem vor, dass die Längenverstellung einhändig, gleichmäßig und stufenlos zu bewerkstelligen sein muss und dass diese sich nicht unbeabsichtigt lockern oder lösen dürfen.

Tragegriff

Wenn ein Tragegurt vorhanden ist, muss die umfassbare Tragegrifflänge mindestens 80 mm betragen und bequem mit einer Hand zu fassen sein.

Rückenteil

Die Rückseite des Schulranzens muss ergonomisch so gestaltet sein, dass keine Druckkanten und / oder -stellen entstehen. Dies wird i. d. R. durch ergonomisch geformte Modelle mit gepolstertem Rückteil erfüllt.

Stabilität

Ob es eine Schultasche gibt, die noch nie mit voller Wucht in die Ecke geflogen ist? Darüber kann sich jeder selbst Gedanken machen. Leider stellt sich die Qualität meistens erst nach einiger Zeit heraus. Schulranzen müssen den zu erwartenden Belastungen standhalten und die ergonomischen Anforderungen von Schulkindern erfüllen. Vor dem Kauf kann man die Verarbeitung der Schweiß- oder Fadennähte begutachten. Außerdem dürfen keine scharfen Kanten oder Ecken vorhanden sein.

Deckel

Der Schulranzen muss sich leicht - mit einer Hand - ganz öffnen lassen und darf nicht von alleine wieder zuklappen.

Innere Beschaffenheit

Genau so wichtig wie das auffällige Äußere sind die inneren Werte des Schulranzens. Nein, hier sind nicht die Bücher, Hefte und das Schreibzeug gemeint. Wir dachten da an diese beiden Punkte:

Gewicht

Das Eigengewicht des Ranzens sollte selbstverständlich so gering wie möglich sein. Gleichzeitig muss der Schulranzen aber auch die Anforderungen "stabil, belastbar und robust" erfüllen. Da der Hersteller letztendlich keinen Einfluss auf das maximale Gesamtgewicht des Schulranzens hat, wurde diese Gewichtsvorgabe mit der Änderung der Norm im Jahr 2010 gestrichen.

Tipp:

Bei einer täglichen Überprüfung des Inhalts kann der Schulranzen schnell von überflüssigen Dingen, wie Spielzeug oder leeren Getränkeflaschen befreit werden.

Regendichtheit

Die nach der Norm geforderte Regendichtheit kann ebenfalls erst in der Praxis überprüft werden. Hierdurch sollen die Bücher und Hefte eines am Boden abgestellten Schulranzens (z. B. an der Bushaltestelle) vor Regenwasser von oben oder aus der Pfütze geschützt werden.

Richtiges Tragen des Schulranzens

Das kindliche Skelett wird erst mit zunehmendem Wachstum stabiler und belastbarer. Deshalb ist das Tragen des Ranzens auf dem Rücken mit gleichmäßiger Belastung beider Schultern wichtig! Hierzu müssen die beiden Tragegurte natürlich auf die gleiche Länge eingestellt sein. Einseitiges Tragen in der Hand kann "besonders bei Schulanfängern" zu Haltungsschäden führen. Zudem sollte der Ranzen eng am Rücken anliegen und möglichst hoch sitzen. Idealerweise bilden die Oberkante des Ranzens und die Schultern eine waagrechte Linie.

Tipp:

Achten Sie darauf, dass der Schulranzen so einstellbar ist, dass er von Schulkindern mit und ohne Jacke gut getragen werden kann.

Kennzeichnung

Auf dem Schulranzen müssen selbstverständlich die Herstellerangaben (Name und Anschrift) zu finden sein. Außerdem Angaben über das Leergewicht in Gramm und das Volumen des Innenraums in Liter. Es ist nicht erlaubt, dass der Hersteller nur Teile der DIN 58124 erfüllt und dies so bewirbt.

Tipp:

Achten Sie bei der Auswahl des Schulranzens auch auf das GS-Zeichen („geprüfte Sicherheit“) oder den Verweis „entspricht DIN 58124 in allen Punkten“. Verboten ist jedoch, ein CE-Zeichen am Schulranzen anzubringen!

Tipps zur Designauswahl

Erfüllt nun der Schulranzen die Anforderungen der DIN 58124, muss er noch eine weitere wichtige Hürde nehmen:

Die Schultasche sollte natürlich dem Schüler auch gefallen, denn der hat den Ranzen ab Schulbeginn fast jeden Tag auf dem Rücken.

Überlässt man die Designauswahl allein dem Schüler, kann es passieren, dass allzu kindliche Motive gewählt werden. Und nach nur drei Jahren bereits ein neuer Ranzen gewünscht wird. Denn ab der 3. oder spätestens der 4. Klasse gelten z. B. Eisbärenkinder auf Schulranzen als völlig "out" und "uncool"!

Mehr zum Thema

  • Unfall: Unfallgefahr(en) und Unfallschutz für Verbraucher/-innen
  • Ähnliche Informationen finden Sie auch in der PDF-Broschüre der Gesetzlichen Unfallversicherung "Schulranzen: sichtbar, ergonomisch und funktional"
  • Stiftung Warentest: Themenseite Schulranzen und Schulbedarf
  • Bayerische Gewerbeaufsicht

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Stand: 21.02.2022
Autor: Dezernat 4 - Regierung von Oberbayern - Gewerbeaufsicht
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