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Klimabewusst kleiden: So geht´s

Von: Redaktion - Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.


Kleidung ist Gebrauchsgut und Lifestyle-Produkt in einem. Was sie zunehmend zum Klima-Problem macht, ist das enorme Ausmaß unseres Massenkonsums. In vielen Herstellungsländern werden Umweltauflagen zugunsten niedriger Produktionskosten nicht erfüllt, Löhne gedrückt und Arbeitsschutzmaßnahmen unzureichend umgesetzt. Bei der Produktion kommt es zu Umwelt- und Klimaschäden – vom Pestizideinsatz im Baumwollanbau über Chemieeinsatz in der Textilveredlung bis hin zum CO2-Ausstoß beim Transport. Auch Energie- und Wassereinsatz sind problematisch. Doch es geht auch klimafreundlicher.


In diesem Beitrag finden Sie

  • Pflegen, reparieren, neu nutzen
  • Kaufen mit Bedacht
  • Gebraucht kaufen, leihen und tauschen

Pflegen, reparieren, neu nutzen

  • PFLEGEN Sie Kleidung, damit sie möglichst lange hält und weniger schnell ersetzt werden muss. Waschen Sie nicht unnötig oft und lassen Sie Ihre Wäsche wann immer möglich lufttrocknen.

  • Bessern Sie KLEINERE MÄNGEL entweder selbst aus oder lassen Sie sie bei einem Schneider reparieren. So haben Sie möglichst lange etwas von Ihren Lieblingskleidern.

  • Nähen Sie nicht mehr benötigte Kleidungsstücke um oder verwenden Sie sie anderweitig. So erfüllen Sie möglichst lange ihren NUTZEN. Zum Thema Textilrecycling informiert z. B. www.fairwertung.de.

  • GEBEN Sie gut erhaltene Kleidung, die Sie nicht mehr tragen, weiter. Insbesondere Baby- und Kinderkleidung wird meist nur wenige Monate getragen und ist zum Wegwerfen zu schade.

Kaufen mit Bedacht

  • Kaufen Sie BEWUSSTER ein: Fragen Sie sich vor dem Kauf, ob Sie ein Kleidungsstück oder Schuhe wirklich benötigen, tragen werden und ob es richtig passt.

  • Bevorzugen Sie Kleidung aus VEGANEN NATUR-FASERN, idealerweise aus Bio-Produktion. Ökologisch erzeugte Baumwolle z. B. ist weniger schädlich für Umwelt und Klima und enthält weniger Schadstoffe.
    Achtung: Synthetische Textilien geben beim Waschen Mikropartikel ab, die ungefiltert in den Wasserkreislauf gelangen und Organismen schädigen können. Die Kläranlagen in Deutschland sorgen jedoch dafür, dass ihr Eintrag in die Gewässer weitestgehend vermieden wird.

  • Ist ein Neukauf notwendig, setzen Sie auf QUALITÄT: Hochwertig verarbeitete Kleidung hält länger, pflegeleichte, unempfindliche Textilien müssen seltener behandelt werden. Gute Reparierbarkeit ist ein weiteres Klima-Kaufkriterium.

  • Geben Sie Kleidung Vorrang, die in Bayern, Deutschland oder der EU hergestellt wurde – KÜRZERE TRANSPORTWEGE bedeuten weniger CO2-Ausstoß. Auch sind Arbeitsbedingungen und Umweltauflagen in der Regel besser als in Nicht-EU-Ländern.

  • Kaufen Sie bevorzugt Produkte von umweltfreundlich und FAIR PRODUZIERENDEN HERSTELLERN.

  • Lassen Sie das Auto beim Shoppen stehen, es erhöht die CO2-Bilanz Ihres Einkaufs merklich. Eine RETOURENFREIE Online-Bestellung kann sogar günstiger für das Klima sein als der Einkauf mit dem Auto.

  • Meiden Sie unangenehm chemisch riechende Kleidung und seien Sie vorsichtig bei Bezeichnungen wie „knitterfrei“, „feuerbeständig“ oder „geruchsneutral“. Solche Textilien werden mit CHEMIKALIEN behandelt: Diese können ge-sundheitlich bedenklich sein. Der zusätzliche Prozessschritt Textilveredlung ist auch besonders energieintensiv, was dem Klima zusetzt.

  • Fragen Sie nach der HERKUNFT VON KLEIDUNG und erhöhen Sie den Druck auf Hersteller, Produktionsbedingungen offenzulegen. Signalisieren Sie, dass Klimafreundlichkeit für Sie ein wichtiges Kaufkriterium ist.

Gebraucht kaufen, leihen und tauschen

  • Entscheiden Sie sich für (Kinder-)Kleidung AUS ZWEITER HAND. Fündig werden Sie in Second-Hand-Läden, Flohmärkten und einschlägigen Online-Portalen. Von jedem vermiedenen Neukauf und längerer Nutzung profitiert das Klima.

  • LEIHEN ist eine Alternative, falls Sie etwas Schickes oder Ausgefallenes für einen besonderen und einmaligen Anlass benötigen.

  • Beim TAUSCHEN, z.B. auf Kleidertauschartys oder bei Online-Tauschbörsen, geben Sie kein Geld aus und haben am Ende nicht mehr Kleidungsstücke als vorher im Schrank

Weitere Themen

  • Kleidung aus aller Welt – fair für alle?
  • Klimafreundlich & gesund wohnen
  • Kreativ neu nutzen
  • Mikroplastik in der Umwelt, in Lebensmitteln und Produkten

Publikationen (PDF-Downloads):

  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz:
    Broschüre "Einfach klimagerechter leben in Bayern"
  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz:
    Broschüre „Gut zu wissen - Nachhaltig konsumieren in Bayern“

Der Freistaat Bayern stellt Ihnen auf dieser Website unabhängige, wissenschaftsbasierte Informationen zum Verbraucherschutz zur Verfügung.
Einzelfallbezogene Rechtsauskünfte und persönliche Beratung können wir leider nicht anbieten. Auch dürfen wir Firmen, die sich wettbewerbswidrig verhalten, nicht selbst abmahnen.
Sollten noch Fragen zu Ihrem konkreten Sachverhalt verbleiben, wenden Sie sich bitte an die unter Service genannten Anlaufstellen.

Stand: 16.06.2026
Autor: Redaktion - Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
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