Ein in den letzten Jahren immer größeres Problem ist die massenhafte Versendung von E-Mails, kurz "spam" (Begriffserklärung "spam") genannt. Manche Verbraucher berichten, dass sie bis zu zwanzig oder dreißig solcher E-Mails am Tag erhalten.
Unverlangte Werbemails kosten den Empfänger Zeit und Geld und belasten als Massensendung Newsgroups und Mail-Server. Das hält Firmen nicht davon ab, die billigste aller Werbemethoden zu praktizieren. Spamming ist zu einem Problem im Netz geworden.
Das Versenden von Spam ist genauso wie das Versenden unerwünschter SMS oder Werbefaxe und ungebetene Telefonanrufe ein Verstoß gegen das geltende Wettbewerbsrecht. Das Problem ist aber, dass der Versender in den meisten Fällen nicht zu ermitteln ist. Die bestehenden Rechtspositionen sind somit faktisch nicht durchsetzbar.
Die europäische Kommission möchte künftig energisch gegen Spammer vorgehen.
Es stellt sich aber die Frage, ob die Eindämmung der E-Mail-Flut mit gesetzlichen Mitteln überhaupt zu bewerkstelligen ist, weil die E-Mails von jedem Ort der Welt aus versandt werden können.
Auf Grund der EU-Verordnung 460/2004 wurde am 10.03.2004 die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) ins Leben gerufen. Die Aufgabe der ENISA besteht darin, in der EU die erforderliche Netz- und Informationssicherheit zu gewährleisten, indem sie Behörden und EU-Institutionen fachkundige Ratschläge erteilt und als Forum für einen Austausch bewährter Verfahren fungiert.
Eine Spam-Umfrage der ENISA aus dem Jahr 2009 hat ergeben, dass es sich beim größten Teil der E-Mails um Spam handelt, der Anteil liegt bei 95 %. Aber sie kam auch zu dem Ergebnis, dass der Kampf gegen Spam einen gewissen Reifegrad erreicht hat: Es werden mehr Maßnahmen durch Internetdienstanbieter ergriffen.
Neben der Schaffung von Gesetzen müssen deswegen auch technische Maßnahmen weiter entwickelt werde, um das Spamming künftig zu verhindern. Hier stehen in erster Linie die Internet-Provider in der Verantwortung. Nur sie können gezielt die Massensendungen von Spam-Servern aussortieren. Da die E-Mails auch die Mailserver der Provider erheblich belasten besteht neben dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes auch ein Eigeninteresse der Provider daran, Spam-E-Mails zu unterdrücken.
Einen hundertprozentigen Schutz vor Spam gibt es nicht.
Man kann versuchen, Software einzusetzen, die unerwünschte E-Mails herausfiltert, falls der eigene Provider nicht bereits von sich aus eine solche Software oder Funktion einsetzt.
Solche Programme gibt es von verschiedenen Anbietern, teilweise sogar kostenlos.
Richtiges Verhalten im Internet kann auch zur Vermeidung bzw. Reduzierung von Spam führen, z.B. verdächtige E-Mails ungelesen löschen, keine verdächtigen Anlagen öffnen, Ketten-E-Mail nicht weiterleiten.
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