Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Teleshopping: Bequemes Einkaufen mit Tücken

Von: Richard Zacharski - Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Teleshopping erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Es ist ein noch relativ junger, aber im Aufstreben befindlicher Vertriebszweig. Gerade bei älteren Menschen, aber auch im ländlichen Raum bietet Teleshopping einige Vorteile: Bequem vom Wohnzimmer aus bestellen; man bekommt die Artikel vorgeführt; mitunter ist auch mal ein Schnäppchen dabei. Im folgenden Beitrag zeigen wir Ihnen die Gefahren auf und geben Tipps.

Eine wachsende Branche

Teleshopping hat sich als feste Größe im deutschen TV-Markt und als massentauglicher Vertriebskanal etabliert. 13 Jahre nach Start des ersten Teleshoppingsenders in Deutschland (1995) und zeitweise zweistelligen Wachstumsraten präsentierte sich die Branche 2008 mit einer stabilen Umsatzentwicklung.

Die 2007 in Deutschland aktiven Teleshopping-Sender (z.B. QVC, HSE 24, RTL Shop, 1-2-3.TV, Der Schmuckkanal, Juwelo TV) erzielten zusammen einen Netto-Umsatz von 1,14 Mrd. Euro.

Diese Sender verkaufen Waren als eigenständige Shopping-Kanäle in längeren und derzeit zum Großteil live produzierten Sendungen mit direkter Zuschaueransprache.

Auch die kontinuierlich steigenden Kundenzahlen belegen den Erfolg dieses Geschäftsmodells: Knapp zehn Prozent der Deutschen ab 14 Jahre haben im Jahr 2007 bei mindestens einem der Teleshopping-Sender eingekauft.

Von der wirtschaftlichen Stabilität des Teleshoppingmarktes profitiert auch der Arbeitsmarkt: 2007 waren im Teleshopping insgesamt über 6.600 Mitarbeiter beschäftigt. (Quelle. www.goldmedia.com)

Die Unternehmen unterliegen der Aufsicht der Landesmedienanstalten, in Bayern ist dies die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM). Die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) koordiniert grundsätzliche und länderübergreifende Fragen der Zulassung und Kontrolle des privaten Rundfunks.

Vorsicht vor unseriösen Anbietern aus Nicht-EU-Ländern

Allerdings hat der positive Trend auch "Schwarze Schafe" mit auf den Plan gerufen: Insbesondere in Internetchats, aber auch in Printmedien wurden eine Reihe von Beschwerden über Teleshopping-Anbieter mit Sitz in Liechtenstein laut.

Am häufigsten von Verbrauchern genannte Vorwürfe:

  • Versand anderer als der bestellten Artikel
  • Versand zusätzlicher zu bezahlender Artikel oder unvollständige Lieferung schon bezahlter Ware
  • Ausschließlich Gutschrift (keine Rückzahlung) bei Rücksendung, zudem unter Abzug eines nicht unerheblichen Betrages (von z.B. 50 Euro) ohne oder mit „fadenscheiniger“ Begründung (z.B. Nutzungsentgelt, auch wenn Artikel ungebraucht und originalverpackt zurückgesandt wird)
  • Verweigerung der Rücknahme unter Ausreden
  • Zusätzliche Gebühren, z.B. „Handlingsbebühr“, „Transportversicherung“, „Aktionszuschlag“ oder „Zahlscheinentgelt“ und andere Versandspesen
  • Schwierigkeiten bei Versuch des Widerrufs
  • Gebührenpflichtige Servicenummern (Priority-Hotline, z.B. ca. 1Euro/Minute)
  • Widerruf nur mit sog. RMA-Nummer, die aber nur über eine gebührenpflichtige Servicenummer zu erhalten ist
  • Mindere Qualität
  • Überhöhte Preise
  • Probleme mit Gewährleistung

Darüberhinaus enthalten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oft unwirksame Klauseln.

Die Verbraucherzentralen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben bereits Abmahnverfahren gegen zwei Teleshopping-Unternehmen mit Sitz in Liechtenstein in die Wege geleitet.

Die Maschen sind teilweise von einer enormen Dreistigkeit. Solche Geschäftspraktiken sind aus Verbrauchersicht nicht hinnehmbar. Zudem sind sie geeignet, die ganze Branche in Verruf zu bringen.

Die genannten Unternehmen mit Sitz in Liechtenstein unterliegen allerdings nicht der Aufsicht der deutschen Landesmedienanstalten. In Deutschland, auch in Bayern, gibt es eine ganze Reihe seriöser Anbieter, zu denen keine Verbraucherbeschwerden vorliegen.

Tipps:

  • Vorsicht ist geboten, bei unseriösen Anbietern mit Sitz im Ausland!

  • Allgemeine Geschäftsbedingungen des Anbieters lesen (z.B. im Internet)!

  • Gleiches gilt bei unseriösen Anbietern, die über das Internet oder Katalog werben.

  • Mit Anderen reden!

  • Im Internet in Verbraucherforen forschen!

  • Nicht blenden lassen von vermeintlichen Schnäppchen, die mit Zusatzkosten gekoppelt sind!