Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Wichtige Begriffe rund ums Telefonieren

Von: Verbraucherzentrale Bayern e.V.

Neue Fachbegriffe, Abkürzungen und Anglizismen machen es dem Verbraucher immer schwerer, sich in der modernen Kommunikationswelt zu bewegen. Neben Internetbegriffen ist es vor allem die Sparte der Telekommunikation, die mit immer neuen Ausdrücken aufwartet. Im Folgenden wollen wir einen Überblick über die gebräuchlichsten Begriffe geben und diese kurz und verständlich für den Laien erläutern. Technikfreaks mögen uns nachsehen, dass wir hier nicht in die Tiefe wollen. Wer noch detaillierter Bescheid wissen möchte, sollte sich über Online-Enzyklopädien, wie z. B. Wikipedia informieren.

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Bluetooth

Unter Bluetooth versteht man eine Funkverbindung, die Kabelverbindungen aller Art bei z.B. Mobiltelefonen, Freisprecheinrichtungen, PCs usw. vollständig ersetzt. Für jedes Gerät das eine Datenkommunikation betreibt, ist Bluetooth anwendbar. Auch Drucker, Modems oder PCs können so drahtlos durch Wände oder Decken verbunden werden. Durchgesetzt hat sich der Standard aber in erster Linie bei Mobiltelefonen. Um eine Verbindung zwischen Bluetooth-Geräten zu erstellen, wird ein so genanntes Pikonetz gebildet, in dem bis zu acht Geräte aktiv sein können.

DSL

Über die Digital Subscriber Line (DSL) können Haushalte und Firmen Daten mit hoher Übertragungsrate senden (1000 bis 16.000 kbit/s) und empfangen. Dies ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber Modem- oder ISDN-Verbindungen mit nur bis zu 64 kbit/s. An der verlegten Telefonleitung muss nichts geändert werden, denn DSL nutzt die bereits verlegten zwei bis vier Kupferadern des Telefonnetzes. DSL unterscheidet sich von einer herkömmlichen Internetverbindung über analoge Telefonanschlüsse oder ISDN dadurch, dass die DSL-Verbindung nur zwischen dem Teilnehmer und der Vermittlungsstelle aufgebaut wird. Hierfür werden andere Frequenzbereiche als für das Telefonsignal verwendet, was eine vielfach höhere Geschwindigkeit ermöglicht. Außerdem kann so DSL parallel zum normalen Telefon genutzt werden. Fax, analoges Telefon oder ISDN steht auch während DSL-Betrieb zur Verfügung. Dadurch ergeben sich neue Anwendungen, denn der Internet-Zugang ist nun wie bei einer Standleitung stets verfügbar.

Flatrate

Als Flatrate (von engl. „flat rate“, auch „flat-fee“ genannt) bezeichnet man in der deutschen Sprache Pauschaltarife für Telekommunikations-Dienstleistungen wie Telefonie und Internetverbindung. Gemeint ist, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung unabhängig von der Abnahmemenge zu einem Pauschalpreis verfügbar ist. Der Begriff setzt sich zusammen aus flat (flach, eben) und rate (Tarif).

Anbieter von Flatrate-Tarifen müssen für die Nutzung fremder Netze eine zeitabhängige Gebühr zahlen. Deswegen basieren Flatrates auf einer Mischkalkulation, bei der die Kunden, die das Angebot wenig nutzen, einen Anteil zur Finanzierung von Vielnutzern mit leisten. Einige Anbieter haben Vertragsbestimmungen in denen sie sich vorbehalten, bei zu häufiger Nutzung das Vertragsverhältnis zu kündigen.

GPRS

GPRS ist, im Gegensatz zum leistungsvermittelten (circuit switched) Datendienst HSCSD, paketorientiert. Das bedeutet, beim Sender werden die Daten in einzelne Pakete umgewandelt, als solche übertragen und beim Empfänger wieder zusammengesetzt. GPRS ermöglicht theoretisch eine Übertragungsrate von bis zu 171,2 kBit/s.

Bei der Aktivierung von GPRS besteht grundsätzlich nur eine virtuelle Verbindung. Erst bei der tatsächlichen Datenübertragung werden auch Informationen gesendet, also wird der Funkraum in diesem Moment benutzt. Darum ist keine Funkkanalreservierung für den Benutzter nötig. Deshalb sind GPRS-Abrechnungen hauptsächlich von den übertragenen Datenmengen bestimmt und nicht in erster Linie von der Verbindungsdauer.

Fast alle heutigen Handys unterstützen GPRS z.B. als Datenübertragungsdienst zur Betrachtung von WAP-Seiten. Auch der multimedia Messaging Service funktioniert per GPRS. PC bzw. Laptops können ebenfalls oft mit GPRS-fähigen Mobiltelefonen verbunden werden, um diesen einen Internetzugang zu beschaffen. Das Mobiltelefon fungiert dann als Modem. Steckkarten für Notebooks sind ebenfalls kleine GPRS-Modems und haben ähnliche Aufgaben. Mittlerweile gibt es auch USB-Sticks, die sowohl via UMTS und GPRS (je nach Verfügbarkeit) einen mobilen Internetzugang ermöglichen.

GSM

Das Global System for Mobile Communications (GSM) ist ein Standard für volldigitale Mobilfunknetze, der hauptsächlich für Telefonie aber auch für Datenübertragung und Kurzmitteilungen (Short Messages) genutzt wird. Es ist der weltweit am meisten verbreitete Mobilfunk-Standard. GSM wurde mit dem Ziel geschaffen, ein mobiles Telefonsystem anzubieten, das Teilnehmern eine europaweite Mobilität erlaubt und mit ISDN oder herkömmlichen analogen Telefonnetzen kompatibel ist. In Deutschland ist GSM die technische Grundlage der D- und E-Netze.

Handy

Handy ist ein in Deutschland geborener Anglizismus für ein Mobiltelefon. Den Engländern und Amerikanern ist diese Begriff im Zusammenhang mit einem Mobiltelefon völlig fremd. Die Schweizer haben übrigens auch eine sehr eigene Bezeichnung für das Mobiltelefon: sie nennen es Natel. Der Begriff ist eine Abkürzung für Nationales Autotelefon.

ISDN

Integrated Services Digital Network (ISDN) ist ein internationaler Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz. Über dieses Netz werden verschiedene Dienste wie Fernschreiben (Telex), Teletex, Datex und Telefon übertragen und vermittelt. Durch Ablösung des analogen Telefonanschlusses durch Digitaltechnik konnte die Leistungsfähigkeit der Teilnehmeranschlussleitung verdoppelt werden (gleichzeitig zwei Gespräche), dabei blieb die Bedienung der Endgeräte für den Benutzer gleich. Der Zugang zum Internet ist mit ISDN (64 kbit/s) etwas schneller als mit einem Modem (56 kbit/s).

SIM Karte

SIM ist die Abkürzung für Subscriber Identity Module (zu deutsch etwa „Modul zur Benutzeridentifikation“). Die SIM Karte also der Identifizierung des Nutzers im Mobilfunknetz. Nur so kann beispielsweise ein eingehender Anruf korrekt zu einem Mobiltelefon weitergeleitet werden. Das Einbuchen erfolgt nach dem Einschalten des Mobiltelefons durch Eingabe der PIN-Nummer. Die Daten der SIM Karte werden dann an den Provider gesendet und ausgehende und eingehende Anrufe werden möglich.

SMS

Short Message Service (SMS) ist ein Telekommunikationsdienst zur Übertragung von Textnachrichten, der zuerst für den GSM-Mobilfunk entwickelt wurde und nun auch im Festnetz verfügbar ist. Ursprünglich als reines „Abfallprodukt“ kostenlos angeboten, entwickelte sich der Short Message Service gerade in Deutschland zu einem der Hauptertragsbringer der Netzbetreiber. Obgleich die Abkürzung „SMS“ den Dienst zur Übertragung von Kurznachrichten bezeichnet, wird sie heute umgangssprachlich zumeist als Abkürzung für die Nachrichten selbst verwendet. Daher wird im Duden die Abkürzung ‚SMS‘ als Femininum geführt; in der Schweiz und teilweise auch in Österreich ist das Neutrum, also „das SMS“, üblich. Eine SMS ist auf 160 Zeichen beschränkt.

UMTS

UMTS steht für „universal mobile telecommunikations system“ und soll das zurzeit angewandte GSM-System ersetzen. UMTS bietet eine globale Datenübertragung bei einer Geschwindigkeit von bis zu 2 Mbit pro Sekunde in Ballungsräumen. Mit Bandbreiten von 384 Kbit/s werden die restlichen Flächen versorgt. UMTS ist noch nicht flächendeckend verfügbar.

WAP

Das Wireless Application Protocol (WAP) versucht, das Surfen im Internet auch mit dem Mobiltelefon attraktiv zu machen. Dabei werden die langsamere Übertragungsrate und die längeren Antwortzeiten im Mobilfunk ebenso berücksichtigt, wie die kleinen Displays der Mobiltelefone, die nur beschränkt Informationen anzeigen können. Die Lösung des Problems besteht darin, dass man – anders HTML - einen eigenen Standard, nämlich WML (Wireless Markup Language) verwendet.

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