Telefonieren im Ausland klappt dank des so genannten International Roaming. Die Roaming-Technik (engl. "to roam" bedeutet herumwandern, herumziehen) sorgt dafür, dass Handys auch über Landesgrenzen hinweg funktionieren. Die meisten Handys sind von Anfang an für Roaming freigeschaltet. Nur wenige Anbieter verlangen eine ausdrückliche Aktivierung. Diese ist in der Regel kostenlos. Sobald sich das Handy zum ersten Mal bei einem Netzbetreiber im Ausland eingebucht hat, weiß der deutsche Vermittlungscomputer über den "Auslandsaufenthalt" des Handys Bescheid.
Wenn im Handy die Funktion „Automatische Netzwahl“ aktiviert ist, bucht sich das Handy automatisch in das jeweils sendestärkste Netz ein. Hierbei gilt es zwei Dinge zu beachten:
Bei einem Telefonat vom Ausland zu einem deutschen Telefonanschluss muss vor die Teilnehmernummer bzw. vor der Ortskennzahl die Auslandskennzahl für Deutschland (0049) gewählt werden, wobei die erste „Null“ der Ortskennzahl bzw. der Mobilfunknummer weg gelassen wird.
Für den fiktiven Münchner Anschluss 32 16 8 muss man also 0049-89-32168 wählen.
Um das lästige Eintippen der Vorwahl zu sparen, empfiehlt es sich, alle Telefonnummern gleich im internationalen Format im Telefonbuch des Handys zu speichern.
Seit dem 1.Juli 2010 gelten laut EU-Verordnung neue Höchstgrenzen für Mobilfunkverträge von EU-Nutzern aus dem EU-Ausland. Danach dürfen abgehende Gespräche innerhalb der EU für Besitzer deutscher Handys maximal 46,41 Cent/Minute kosten dürfen.
Ankommende Gespräche dürfen nicht mit mehr als 17,85 Cent/Minute zu Buche schlagen.
In Ländern außerhalb der EU - und damit zum Beispiel auch in der Schweiz, in Kroatien und der Türkei - gelten je nach Land und Netz oft sehr unterschiedliche Tarife, die jeweils beim Anbieter zu erfragen sind. Diese Tarife liegen meist erheblich über den regulierten EU-Preisen.
Besonders für Vertragskunden bieten viele Mobilfunkgesellschaften besondere Auslandstarife an. Diese bieten häufig günstigere Minutenpreise, es kommen meist aber Verbindungsgebühren pro Gespräch hinzu. Damit lohnen sie sich erst bei längeren Gesprächen. Besonders interessant können die Optionstarife aber bei Aufenthalten außerhalb der EU sein, wo die Minutenpreise sonst häufig hoch sind.
Die Preise für Kurznachrichten innerhalb der EU sind seit Juli 2009 deutlich gesunken und liegen mit maximal 13,09 Cent für eine SMS (160 Zeichen) teilweise unter den Preisen, die innerhalb Deutschlands verlangt werden. Der SMS-Empfang ist wie bisher kostenlos.
Teuer werden können MMS, mit denen sich etwa Urlaubsfotos per Handy verschicken lassen. Die Preise sind hierfür teilweise sehr unübersichtlich - abhängig von der Größe der MMS, dem Land und Netz fallen oft unterschiedliche Kosten an. Auch der MMS-Empfang im Ausland ist teils kostenpflichtig.
Wer im Urlaub schnell seine E-Mails, Fußballergebnisse oder das Wetter im Internet checken möchte, kann dies grundsätzlich auch mit seinem Handy tun. Man muss sich aber bewusst sein, dass dies sehr teuer werden kann. Die Verbraucherzentrale Bayern kennt Fälle, wo in wenigen Tagen 4-stellige Telefonrechnungen angefallen sind. Die EU hat für das Datenroaming keine Endpreise festgelegt. Es wurden nur Regelungen für die Großhandelspreise getroffen, also den Gebühren der Netzbetreiber untereinander. Dadurch dürften zwar auch die Endpreise künftig sinken, wirklich günstig wird es dadurch aber nicht.
Seit dem 1.März 2010 können sich Kunden für eine variable Daten-Kostenbremse entscheiden. Eine Obergrenze von 50 € zzgl. MwSt. gilt seit dem 1.Juli 2010 für alle Kunden, außer bei denjenigen, die sich anders entscheiden.
Eine weitere Kostenfalle bei Auslandsaufenthalten ist die Mailbox. Die Anbieter realisieren die Mailbox-Funktion durch eine Rufumleitung auf die spezielle Mailbox-Rufnummer, die im deutschen Netz geschaltet ist. Bei Anrufen, die zur Mailbox geleitet werden, zahlt der Anrufer aus Deutschland lediglich die Kosten bis zur Grenze, für die Verbindung ins Ausland und die Weiterleitung auf die Mailbox beim heimischen Mobilfunkanbieter muss der Angerufene aufkommen.
Bei der Umleitung auf die Mailbox kann der Handy-Nutzer wählen zwischen einer bedingten und einer absoluten Rufumleitung.
Für Voice-Mail-Roamingnachrichten innerhalb der EU entfällt diese Kostenfalle seit dem 1. Juli 2010. Die EU-Roaming-Verordnung verbietet den Anbietern ab diesem Stichtag, den Kunden ein Entgelt für den Empfang einer Voice-Mail-Nachricht zu berechnen. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass der Empfänger einer Nachricht keinen Einfluss auf deren Länge hat. Das Abhören der Mailbox bleibt jedoch kostenpflichtig.
Bei der "bedingten Rufumleitung" landen die Anrufer nur dann auf der Mailbox, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
Die "bedingte Rufumleitung" ist meist die Standardeinstellung und kann zur Kostenfalle werden. Es können dann Verbindungskosten entstehen, ohne dass der Angerufene davon zunächst das Geringste mitbekommt. Das ankommende Gespräch wird bei der "bedingten Rufumleitung" zunächst einmal mit einem Roaming-Zuschlag ins Ausland geleitet, wird dort nicht angenommen und läuft dann wieder - als Auslandstelefonat - nach Deutschland auf die Mailbox zurück. Der Urlauber zahlt also gleich zwei Mal!
Kostengünstiger als die bedingte ist die absolute Rufumleitung. Sie setzt aber voraus, dass der Verbraucher selbst nicht unmittelbar erreichbar sein muss. Bei der absoluten Rufumleitung werden die Gespräche erst gar nicht ins Ausland weitergeleitet, sondern landen schon in Deutschland direkt auf der Mailbox.Ankommende Gespräche sind dann kostenlos, da der Anrufer sie bezahlen muss. Der Auslandsurlauber kann dann von Zeit zu Zeit aus dem Ausland seine Mailbox abhören, um eventuelle wichtige Informationen nicht zu verpassen.
Diese Alternative empfiehlt sich für denjenigen, der im Urlaub nicht ständig telefonisch erreichbar sein muss, wobei die ständige Erreichbarkeit per SMS dabei natürlich bestehen bleibt.
Als letzte Variante kann die Rufumleitung auf die Mailbox auch ganz abgeschaltet werden. Dann ist der Urlauber nur im Ausland erreichbar, wenn er im Netz eingebucht ist. Er bezahlt aber nur die Telefonate, die er unmittelbar annimmt. Veränderungen an der eingestellten Rufumleitung sollten schon in Deutschland vorgenommen.
Diese Alternative empfiehlt sich für denjenigen, der sein Handy ohnehin stets bei sich trägt, aber auch für denjenigen, dem es im Urlaub nichts ausmacht, einen Anruf zu verpassen.
Wer lange Zeit in einem Land verbringt oder viele Telefonate im Urlaubsland führen muss, sollte sich dort eine Prepaidkarte zulegen. Empfehlenswert ist es, diese in einem Laden zu kaufen, der mehrere Mobilfunkanbieter vertritt - um nicht ausgerechnet an den teuersten Tarif zu geraten.
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