Schnell und möglichst mühelos ein paar Euros dazuverdienen - wer möchte das nicht in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und ständig steigender Ausgaben. Das Interesse an Nebentätigkeiten ist groß und das Angebot unübersichtlich. Davon profitieren unseriöse Jobanbieter und versuchen, mit raffinierten Methoden abzukassieren. Damit niemand auf dubiose Nebenjobs hereinfällt, gibt es folgende wichtige Tipps.
Sie sind überall dort zu finden, wo es Stellenanzeigen gibt, also in Tageszeitungen, Fernsehzeitschriften, am nächsten Laternenpfahl oder neuerdings im Internet. Überall locken lukrative Nebenjobangebote mit prima Verdienstmöglichkeiten. Meistens steckt nicht viel dahinter. Oft zahlt man selbst drauf.
Das kann ganz unterschiedlich sein. Da wendet man sich zum Beispiel an Jugendliche oder Frauen, die wegen
ihrer Kinder gerade nicht erwerbstätig sind. Oder an Leute, die im Beruf stehen und auf einen Zusatzverdienst
angewiesen sind. Oft sollen auf diesem Weg unrentable Geldanlagen oder unnütze Versicherungen verscherbelt
werden. Schlimm ist es, wenn Angebote sich an Menschen richten, die verzweifelt auf der Suche nach einem Job
sind wie Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger.
Das sind dann die berühmten Beispiele: Kugelschreiber zusammen basteln oder erst mal eine Kostenpauschale
bezahlen, um weiteres Informationsmaterial zu erhalten. Hier wird mit denen, die ohnehin ganz tief unten
sind, schamlos Geschäft gemacht.
Aber auch bei Modelagenturen und Castingfirmen finden sich schwarze Schafe, die es nur darauf abgesehen haben,
einen für viel Geld in eine sinnlose Datenbank aufzunehmen oder über das Anfertigen von Fotos abkassieren.
Wenn sich ganz Deutschland mal wieder im Superstar-Fieber befindet, meinen viele Leute, ein plötzliches
Talent für eine Model-, Gesangs- oder Schauspielerkarriere an sich zu entdecken. Das ist ein gefundenes
Fressen für Abzocker. Noch übler ist es, wenn man so genannte erotische Fotos von sich anfertigen ließ,
so nach dem Motto: "Das gehört dazu, wenn man eine große Modelkarriere machen will!" In diesem
Fall lautet der Rat: Finger weg! So arbeitet keine seriöse Agentur.
Man sollte darauf achten, dass eine ordentliche Rechtsform wie GmbH oder AG angegeben wird oder dass der Name des Firmeninhabers genannt ist. Ein Angebot wie Top-Studio-Produktion ohne nähere Bezeichnung muss stutzig machen. Außerdem sollte eine Anschrift mit Straße und Hausnummer zu finden sein und nicht nur ein Postfach. Unseriöse Anbieter verstecken sich gerne im Rechtsverkehr. Auch wenn nur eine Telefonnummer im Ausland oder nur eine Mobilfunknummer angegeben ist, ist es ratsam, sich auf ein solches Angebot nicht einzulassen. Gleiches gilt übrigens, wenn das Unternehmen nur über einen teuren Mehrwertdienst wie eine 0190- oder 0900-Telefonnummer zu erreichen ist.
Nein. Jede Form von Vorleistung sollte die Alarmglocken läuten lassen. Bei der Verbraucherzentrale häufen sich die Beschwerden, dass man vorab auf eigene Kosten an einem Lehrgang teilnehmen soll oder Infomaterial bestellen muss. Sehr beliebt ist auch folgende Aufforderung: "Wir vermitteln Ihnen lukrative Jobs, wenn Sie im Voraus 30 Euro zahlen ". Bei dieser niedrigen Summe wird niemand misstrauisch. Doch das Geld ist weg und auf das Jobangebot wartet man vergeblich.
Ja. Am häufigsten ist das Abkassieren von Geld im voraus, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen. Die zweite Masche besteht darin, dass der Köder ?Jobangebot ? dazu benutzt wird, dem Verbraucher etwas ganz anderes zu verkaufen, z. B. ein Zeitschriftenabonnement oder eine Versicherung. Oft stecken auch Schneeball- oder Mulitlevelmarketingsysteme hinter dem Angebot. Wenn die Tätigkeit als Verkaufsrepräsentant nicht vordergründig im Verkaufen von Waren, sondern im Hinzuwerben neuer Mitglieder besteht, sollte man hellhörig werden. Solche Systeme müssen irgendwann mangels neuer Beteiligter kollabieren.
Durchaus auch über eine Zeitungsannonce, wenn sie nicht die typisch unseriösen Maschen enthält wie Vorauskasse oder teure Rückrufnummern. Außerdem kann es sich lohnen, eine eigene Anzeige aufzugeben. Und man kann sich beim Arbeitsamt erkundigen.
Der Freistaat Bayern stellt Ihnen auf dieser Website unabhängige, wissenschaftsbasierte Informationen zum wirtschaftlich-rechtlichen Verbraucherschutz zur Verfügung.
Einzelfallbezogene Rechtsauskünfte und persönliche Beratung können wir leider nicht anbieten. Auch dürfen wir Firmen, die sich wettbewerbswidrig verhalten, nicht selbst abmahnen.
Sollten noch Fragen zu Ihrem konkreten Sachverhalt verbleiben, wenden Sie sich bitte
in Bayern an die Verbraucherzentrale Bayern oder den VerbraucherService Bayern,
in anderen Bundesländern an die jeweilige Verbraucherzentrale.