Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Waterzorbing auf offenen Gewässern

Von: Walfried Schierz - Landesdirektion Sachsen (LDS)

Beim Waterzorbing steigen eine (oder auch mehrere) Person(en) in eine einwandige Folienkugel mit luftdichtem Reißverschluss. Helfer schließen diesen Reißverschluss und pumpen die Folienkugel mit Hilfe eines Gebläses auf. Die Benutzer können sich dann durch Laufen in dieser Kugel mehr oder weniger gut auf dem Wasser bewegen.

Wenn dieser Funsport auf offenen und / oder tiefen Gewässern betrieben wird, kann es jedoch richtig gefährlich werden!

Zorbing - Was ist das überhaupt?

Zorbing ist eine ursprünglich aus Neuseeland stammende Freizeitaktivität, bei der ein Mensch im Inneren einer aufblasbaren, meistens transparenten, doppelwandigen Kugel aus Kunststofffolie einen Abhang hinunter rollt oder sich auf einer flachen Strecke bewegt.

Gefährlich wird es jedoch bei der Variante auf dem Wasser:

Waterzorbing - Hierbei steigen eine (oder auch mehrere) Person(en) in eine einwandige Folienkugel mit luftdichtem Reißverschluss. Helfer schließen diesen Reißverschluss und pumpen die Folienkugel mit Hilfe eines Gebläses auf. Die Benutzer können sich dann durch Laufen in dieser Kugel mehr oder weniger gut auf dem Wasser bewegen.

Alternative Bezeichnungen für "Waterzorbing" sind "Wasserwanderball", "Actionball", "Ultraball" oder auch "Laufball".

Einsatz im Pool

Gesehen haben Sie es sicherlich schon einmal - einen Pool mit Zorbbällen auf dem Volksfest. Dieses Wasserbecken steht hier zwischen Autoscootern und Bierzelten.

Bei der kurzzeitigen Verwendung von Zorbbällen in flachen Pools handelt es sich um die "weniger gefährliche" Variante dieses Funsports. Es besteht zwar die Möglichkeit von Stürzen, Prellungen und Knochenbrüchen, aber kaum ein lebensgefährliches Risiko für gesunde Personen.

Allerdings sollten Menschen mit Panikstörungen, chronischen Atemwegs-, Herz- und Kreislaufproblemen sowie chronischen Entzündungen des Mittelohres grundsätzlich nicht in solch einen Ball steigen. Aufgrund der hohen körperlichen Beanspruchung und des Überdruckes muß mit Komplikationen gerechnet werden.

Riskanter Einsatz in offenen Gewässern

Richtig gefährlich kann jedoch der Einsatz sogenannter "Zorbbälle" auf offenen oder tiefen Gewässern wie Teichen, Seen oder Talsperren werden.

Gefahrenszenario:

Wird der Zorbball dabei undicht – sei es durch Beschädigungen, Versprödung oder Mängel am Reißverschluss – entweicht die unter leichtem Überdruck stehende Luft. Der Ball sinkt tiefer in das Gewässer ein, wodurch die Luft noch schneller heraus gedrückt wird. Die Person im Ball kann schließlich durch den auf die Folie wirkenden Wasserdruck förmlich gefesselt werden und hat keine Chance, sich zu bewegen oder aus dem Ball zu befreien. Der von Luft entleerte Ball geht unter und die Person darin wird meist ertrinken, denn eine Rettung dürfte nur sehr schwer möglich sein.

Darüber hinaus besteht auch die Gefahr des Erstickens durch Sauerstoffmangel oder eine Kohlendioxidvergiftung. Zum Beispiel, wenn der Zorbball durch Wind auf einem großen Gewässer weit abgetrieben wird und nicht mehr an Land gelangen kann. Der Insasse kann sich selbst kaum befreien. Gelänge ihm die Öffnung des Reißverschlusses, würde er sofort versinken.

Warnung der US-amerikanischen CPSC

Die amerikanische Verbraucherschutzkommission CPSC hat bereits im März 2011 die Verbraucher wegen der potentiellen Risiken "Ersticken" und "Ertrinken" aufgefordert, die sogenannten "Wasserwanderbälle" nicht mehr zu benutzen.
Und die amerikanischen Behörden ermutigt, die Erlaubnis für den Einsatz dieser Produkte auf Volksfesten oder Veranstaltungen zu verweigern.

Bildnachweis:
(Zorbing) © vaskelat - Fotolia.com