Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Hinweise zur Sicherheit beim Freizeitsport

Von: Redaktion VIS-Produktsicherheit

Sinnvolle sportliche Betätigung fördert die Gesundheit. Das gilt gleichermaßen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Personen. Für den einzelnen kommt es darauf an, seine "passende Sportart" auszuwählen und diese so zu betreiben, dass einseitige Belastungen, Überanstrengungen und unnötige Risiken vermieden werden. Jeder sollte sich so verhalten, dass andere nicht gefährdet werden. Wer schuldhaft einen Unfall verursacht, haftet für die Folgen. Bei grober Fahrlässigkeit kommt die Haftpflichtversicherung für den Schaden unter Umständen nicht auf.

Fitness durch Sport, aber auch Unfallgefahr

Jeder kann sich durch Sport und Gymnastik lange fit halten und so den Unfallgefahren des täglichen Lebens besser begegnen.

Im Freizeitsport passieren etwa 70 % der Unfälle beim Ballspielen, insbesondere bei Fuß- und Handball. Zum einen weil diese Sportarten am häufigsten betrieben werden, zum anderen wegen des oft harten Einsatzes. Bei Handball, Volleyball und Basketball kommt es wegen der ruckartigen Bewegungen zu Bandverletzungen im Sprunggelenk und am Knie. Das Verletzungsrisiko läßt sich verringern durch Aufwärmtraining vor dem Spiel, passende Ausrüstung (Schutzausrüstung) und durch regelgerechtes, faires Verhalten.

Inlineskaten - Sport für alle Altersgruppen

Skateboard-Fahren und Inline-Skaten sind bei Jugendlichen und inzwischen auch bei der reiferen Jugend zu beliebten Sportarten geworden. Der Könner weiß es: Ohne Schutzausrüstung geht nichts und erfolgreiches Training ist nur auf speziellen Anlagen möglich (z. B. half pipe- Anlage).

Außerhalb der Trainingsanlagen müssen umsichtiges Fahren und besondere Rücksichtnahme auf andere selbstverständlich sein. Dies gilt ganz besonders für Inline-Skating als Fortbewegungsmittel.

Fahrradfahren

Gute Ausrüstung und ein gepflegtes Fahrrad bringen Sicherheit: Helm und Handschuhe für den Fahrer, ein Rad mit guten Bremsen und Reifen sowie auf festen Sitz kontrollierte Schrauben. Das Radfahren wird zur Freude und Erholung, wenn man es ohne Überanstrengung und mit Rücksicht auf andere betreibt.

Sonne und See

Um einen Sonnenbrand zu vermeiden, sollte man sich nicht zu lange in der prallen Sonne aufhalten und wirksame Hautschutzmittel benutzen. Dies gilt besonders für hellhäutige Menschen und Kinder, die eines besonderen Sonnenschutzes bedürfen. Kleinkinder sind am besten geschützt durch ein leichtes, langärmeliges T-Shirt und eine Kopfbedeckung gegen Sonnenstich. In der Nähe von Gewässern sind Kinder immer zu beaufsichtigen; das gilt auch für Planschbecken im eigenen Garten.

Verhaltensregeln:

  • Nie andere unfreiwillig ins Wasser stoßen!
  • Nie in unbekannte Gewässer springen!

Bei Unfällen von Windsurfern sind Entkräftung und Unterkühlung die häufigsten Ursachen. Die Surfer können nicht mehr ans Ufer zurück, weil sie Wind- und Strömungsverhältnisse falsch eingeschätzt hatten.

In Ruderbooten, Tretbooten und dergleichen darf man die Plätze während der Fahrt möglichst nicht, und wenn, dann nur mit äußerster Vorsicht wechseln. Die Boote schwanken und es besteht die Gefahr, ins Wasser zu fallen. Besonders gefährlich sind Mutproben und Neckereien im Boot.

In und auf die Berge

Eine längere Bergtour sollte vorher geplant werden, mit Zeitreserven entsprechend den Schwächeren der Gruppe.
Neben zweckmäßiger Ausrüstung und Proviant ist stets Besonnenheit wichtig. Bei unsicherem Wetter keine größeren Touren unternehmen. Ein Gebirgssteig, der bei gutem Wetter leicht zu begehen ist, kann bei Nässe, Nebel oder gar bei plötzlich einsetzendem Gewitter oder Schneefall zur akuten Gefahr werden.
Vom Proviant, besonders von Getränken, bis zuletzt eine Reserve behalten; selbst der Abstieg ist oft kräftezehrend.

Die Chance, beim Skisport unverletzt zu bleiben, ist heute größer als je zuvor. Das Verletzungsrisiko, bezogen auf eine Saison, liegt aber immerhin noch bei 1:1.000, dabei ist das Kniegelenk stärker gefährdet als Unterschenkel und Sprunggelenk. 

Was kann man tun, um das Unfallrisiko klein zu halten?
Auf den ausgewiesenen Pisten bleiben und bei ungünstigen Schnee- und Wetterverhältnissen auch mal aussetzen, die Ausrüstung in gutem Zustand halten, aber vor allem nicht über sein Können (zu schnell, zu schwierig) und nicht bis zur Erschöpfung fahren, sondern rechtzeitig aufhören.

Der gute Fahrer "lässt es nicht laufen", sondern fährt vorausschauend und kontrolliert. So lassen sich auch Zusammenstöße mit anderen Skifahrern vermeiden.
Beim Langlauf unterschätzen Ungeübte leicht ihre Kräfte, was zu folgenschweren Überanstrengungen führen kann.

Die Einstellung der Skibindung sollte zu Beginn jeder Skisaison vom Fachmann überprüft werden.

Es gibt Risikosportarten, bei denen die Unfallgefahren groß und die Unfallfolgen schwer sind. Dazu zählen Wildwasserfahren als Rafting oder Canuing, Tauchen, Fallschirmspringen und Drachen- bzw. Hängegleiterfliegen. Wer sich zu einem solchen Sport entschließt, braucht neben der nötigen Kondition auch die entsprechende Ausbildung bzw. eine Lizenz.

Dass es trotz dieser Voraussetzungen schief gehen kann, zeigt das Bild:

Der Gleitschirmflieger hat die Hochspannungsleitung übersehen oder ihr nicht mehr ausweichen können. Er kommt glimpflich davon, wenn er in der Leitung hängen bleibt, bis der Strom abgeschaltet und er geborgen ist - teuer wird es in jedem Fall.

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