Durch den Spitzen-Langlauf-Winter 2005/2006 hat der Skilanglauf in Deutschland einen wahren Boom erlebt. Die Hersteller haben Rekordabsätze erzielt, für sehr viele Sportler war das Skilanglaufen quasi vor der Haustür möglich und auch die hohe Medienpräsenz der internationalen Wettkämpfe war für die Erfolge Ausschlag gebend.
Haben auch Sie Gefallen an diesem Sport gefunden?
Finden Sie es schade, die Ski im Frühjahr wieder einlagern zu müssen? Es gibt Alternativen!
Zum einen natürlich (neben dem Nordic Walking) das Nordic Blading, also Inline-Skating mit Stöcken, zum anderen aber auch „echtes“ Skilanglaufen mit Rollen. Dieses „Skirollern“ hat gegenüber der Schneevariante den Vorteil, dass keine Ski präpariert werden müssen und dass man nicht an Loipennetze gebunden ist.
Das Rollskilaufen gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Früher wurde Rollskilaufen als reines Sommertraining für den (damals noch ausschließlich klassischen) Skilanglauf im Winter benutzt. Heute gibt es neben den Trainingsrollski für die klassische Technik auch solche für die freie Technik (Skating), Kombimodelle für beide Technikarten und nicht zuletzt spezielle Modelle für die Wettkämpfer dieses Sports.
Die Vielfalt der zumeist hochwertigen Rollski kann die Wahl zur Qual machen. Deswegen haben wir im Folgenden für Sie zahlreiche Entscheidungshilfen über Rollski und die weitere Ausstattung zusammen getragen.
Grundsätzlich ist festzuhalten: Die Rollskihersteller bedienen noch keinen Massenmarkt, es gibt kaum minderwertige und ungeeignete Geräte im Handel. Zahlreiche Hersteller sind schon viele Jahre im Geschäft, haben den Wandel des Marktes genau beobachtet und zeitgemäße Entwicklungen vorangetrieben.
Geringere Stückzahlen und gute Qualität haben natürlich auch ihren Preis. Umso erfreulicher ist es aus Verbrauchersicht, dass mittlerweile insbesondere im Kombi-Bereich auch kostengünstige Rollski erhältlich sind, die ihre Praxistauglichkeit bewiesen haben.
Die grundsätzlichen Anforderungen an einen Rollski richten sich nach dem beabsichtigten Einsatzzweck. Es stellen sich also folgende Fragen:
Will ich rollern, um fit in die Skilanglaufsaison starten zu können? Oder will ich möglichst schnell von A nach B kommen und mich dabei mit anderen messen?
Welchen Stellenwert hat für mich die „Skiähnlichkeit“?
Welche Strecken stehen mir zur Verfügung? (Belag, Hindernisse, Kurven, Anstiege/Gefälle)
Wie oft und bei welchem Wetter möchte ich trainieren?
Die aufwändigsten Konstruktionen weisen die Klassikrollski auf. Sie sollen in Laufrichtung gut rollen und in der Abdruckrichtung zuverlässig sperren. Die Rollen sollten relativ breit sein und gute Haftwerte haben, damit der Beinabstoß nach hinten trainiert werden kann.
Längere Holme sind gutmütiger, der Geradeauslauf ist ruhiger. Damit eignen sich lange Rollski für schnelles Training auf geraden Strecken und Bergrollereinheiten (Bergstrecken).
Kürzere Holme bringen ein wendiges Fahrverhalten, können aber bei hohen Geschwindigkeiten zu einem unangenehmen „Eigenleben“ führen.
Bei Rollski für Kinder sollte man auf ein geringes Gewicht der Rollski achten. Damit ist gewährleistet, dass die Bewegungsabläufe nicht zu stark beeinflusst werden. Aus diesem sind kurze Holme, schmale Räder und gegebenenfalls leichte Bremssysteme zu empfehlen.
Grundsätzlich gibt es Rollen aus Gummi und aus Polyurethan (PU). Beide Arten gibt es in unterschiedlichen Härtegraden.
Gummirollen verleihen ein gutmütiges Verhalten und bieten üblicherweise einen besseren Nässegrip als die Pendants aus PU, allerdings ist der Abrieb/Verschleiß tendenziell höher.
Schwere Läufer (über 90 kg) sollten wegen des Abriebverhaltens PU-Rollen verwenden.
Bei langen Trainingseinheiten lernt man Gummimischungen schätzen, weil Bodenunebenheiten besser gefiltert werden.
Anfänger, die noch nicht optimal „über dem Ski“ stehen, sind mit breiteren Rollen besser bedient, als mit schmalen.
Rollen mit geringem Durchmesser sowie Rollen aus Gummi haben einen höheren Rollwiderstand. Dadurch sind beide besser für Anfänger geeignet, da ein guter Trainingseffekt auch bei niedrigen Geschwindigkeiten erreicht wird und die Verletzungsgefahr bei einen Sturz geringer ist.
Gerade für Training im Regen sollte über den Rollen ein Spritzschutz angebracht sein. Wenn das von Ihnen favorisierte Modell keinen Spritzschutz aufweist, sollte man einen solchen als Extra mitbestellen oder selbst nachrüsten. Vielleicht bringen Sie ja auch zur Sicherheit reflektierende Aufkleber auf diesen Spritzschutz an?
Häufig werden gedichtete Lager eingesetzt, die zwar etwas schwerer rollen, dafür aber kaum Pflege benötigen. Haupteinsatzzeit der Rollski ist ja im Allgemeinen der Herbst, so dass die Wetterfestigkeit wichtiges Kriterium ist.
Im Gegensatz zum Nordic Blading ist beim Rollskilauf zu Trainingszwecken die Skiähnlichkeit wichtig. Das Geschwindigkeits- und Abstoßverhalten des Rollskis kommt dem Skilanglaufen auf Schnee viel näher. Um ein vergleichbares Verhalten zu erreichen, wird die Geschwindigkeit reduziert, hierzu gibt es verschiedene Verfahren mit entsprechenden Vor- und Nachteilen:
| + | - | |
|---|---|---|
| Weiche Rollen | Nässegriff | Verschleiß |
| Breite Rollen | Einsteigereignung | Skiähnlichkeit |
| Bremsringe im Lager | Kosten, Gewicht | Einbau |
| Bremsrollen | Variabilität | Gewicht |
Der Einbau von Bremsringen in die Rollen erfordert handwerkliches Geschick.
Flexibel ist man bei der Verwendung von Bremsringen, wenn man verschiedene Rollensätze (gebremste und ungebremste) hat, die leicht ausgetauscht werden können und mit denen man das Training abwechslungsreich gestalten kann.
Bei den Bindungssystemen wird in der Regel auf solche für den Skilanglaufsport zurückgegriffen. Diese sind sommers wie winters erste Wahl.
Spezielle Modelle verfügen über Bindungen, bei denen mit normalen Schuhen „eingestiegen“ werden kann und die sich damit besonders für Vereine und Schulen anbieten.
Hinweis:
Das Foto zeigt eine Bindung für normale Schuhe!
Auch bei den Schuhen können Sie in der Regel auf solche für den Skilanglaufsport zurückgreifen. Achten Sie vielleicht darauf, dass das Obermaterial eine gewisse Atmungsaktivität aufweist. Im Handel erhältliche Schuhe mit wasserdichtem Obermaterial für Nässeschutz im Winter führen zu einem zu feuchten Fußklima im Sommer.
Zusätzlich zu den Rollski sind im Bedarfsfall noch folgende Ausrüstungsgegenstände zu verwenden:
Für diese gilt das in den Artikeln zum Thema Nordic Blading Geschriebene sinngemäß.