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Ausdauersport - Pulsmessgerät - Herzfrequenzmessgeräte

Pulsmessgerät

Es ist kein Geheimnis, wir sitzen zu viel und bewegen uns zu wenig. Was liegt also näher, als unserem Herzkreislaufsystem mit etwas Sport "Beine" zu machen; insbesondere Ausdauersportarten wie Radfahren, Joggen oder Inline-Skaten sind hierfür gut geeignet.

Doch sind die mit hochrotem Kopf und um Atem ringenden Sportler wirklich auf dem richtigen Weg? Ist die Belastung nicht zu hoch? Welche Belastung ist ideal und kann dieser Wert einfach überprüft werden?

Lösungsansatz: Herzfrequenzmessgeräte

Nun die Lösung des Problems wurde dem Spitzensport entliehen, denn auch dort treten die oben gestellten Fragestellungen zu tage. Da nun Sportler jedweder Couleur keine sperrigen Geräte mit sich herumschleppen können, entwickelten Sportmediziner eine Art mobiles EKG, die sog. Pulsfrequenzmessgeräte bzw. Herzfrequenzmessgeräte.

Grundsätzlich gilt, dass die Herzfrequenz ein wichtiger Anhaltspunkt für die körperliche Leistung darstellt und so den Bereich zwischen Über- und Unterforderung relativ genau definiert.

Diese Messgeräte bieten gerade für Freizeitsportler eine wertvolle Hilfestellung, da sie die aktuelle "Herzaktivität" messen und die Werte ausgeben. Unterforderungen oder gar Überbelastungen können so vermieden werden.

Die Industrie bietet, angetrieben von der Fitnesswelle, mittlerweile Geräte für jeden Geldbeutel an, mit denen der Freizeitsportler seine Herzfrequenz und somit seinen persönlichen Belastungsgrad bestimmen kann.

Aber nicht alle Geräte liefern verlässliche Werte!  

Gerätetypen

Moderne Herzfrequenzmessgeräte bestehen aus einem Sender, der als Brustgurt ausgeführt ist und einem einer Armbanduhr ähnlichen Empfänger.

Hinweis: Der Gurt muss gut angefeuchtet werden und soll fest am Oberkörper anliegen; nur so kann der Sender die Herzfrequenz messen.

Ein weiteres verfügbares Mess-System ist das Fingerdrucksystem, von dem jedoch aus Gründen der mangelnden Messgenauigkeit - insbesondere bei mobilen Geräten - abzuraten ist.

Auch die sog. Ohrclipgeräte sind nicht uneingeschränkt empfehlenswert, da diese zum einen weniger gut handhabbar sind und zum anderen hinsichtlich der Messgenauigkeit häufiger Abweichungen verzeichnen. 

Trainingsaufbau

Im Rahmen eines herzfrequenzorientierten Trainings verfügt der Sportler grundsätzlich über zwei Trainingsansätze. Zum einen hat er die Möglichkeit, mit einer konstanten Herzfrequenz, z.B. 125 Schlägen/Minute zu üben, und zum anderen kann ein Intervalltraining durchgeführt werden.

Bei dieser Methode bewegt der Sportler seine Belastung ansteigend innerhalb eines Frequenzkorridors nach oben; bei Erreichen des oberen Bereichs führt er den Herzschlag unter abnehmender Leistung wieder an die untere Sektorengrenze heran.

Mit diesen beiden Möglichkeiten kann der Trainierende ein auf seine Bedürfnisse individuell abgestimmtes Programm entwickeln, um so optimal gesundheitsfördernd zu trainieren. 

Gerätesicherheit

Wie bei jedem Messgerät ist die

  • Einsatzsicherheit,
  • Zuverlässigkeit und vor allem die
  • Messgenauigkeit

von entscheidender Bedeutung für die sichere Verwendung. 

Einsatzsicherheit

Bezüglich der Einsatzsicherheit ist hier vor allem die "Elektromagnetische Verträglichkeit" (EMV) zu nennen. Als EMV bezeichnet man das Problem, dass sich manche Geräte gegenseitig stören, z. B. beim Lauf in der Gruppe, oder auch von Fremdquellen gestört werden.

Abhilfe schaffen hier codierte Sende-Empfangssysteme. Doch auch diese Systeme vermögen Fehlfunktionen nicht generell auszuschließen. Führt Sie Ihre Trainingsstrecke an starken Stromquellen vorbei (z. B. Überlandleitungen), können kurzzeitig extreme Fehlanzeigen (z. B. 0 Schläge/Minute) auftreten, die jedoch in der Regel schnell wieder verschwinden. 

Zuverlässigkeit

Diese Messgeräte sind andauernden und zum Teil belastenden äußeren Einflüssen ausgesetzt. Sie müssen daher gegen

  • Feuchtigkeit,
  • Schläge,
  • Stöße und
  • sonstige Einflüsse

widerstandsfähig sein. 

Messgenauigkeit

Es ist offensichtlich, dass vor allem dieser Aspekt genau beachtet werden sollte. Je genauer die Messung in jedem Trainingsbereich erfolgt, desto "sicherer" und damit gesundheitsfördernder kann belastet und trainiert werden.

Dennoch muss hinsichtlich der Gefährdungslage unterschieden werden, ob sich der Sportler in einem niedrigen Belastungsbereich befindet, oder ob er im Grenzbereich seiner Leistungsfähigkeit trainiert.

Abweichungen von bis zu 10 Prozent können im unteren Belastungsbereich toleriert werden, insbesondere bei der Durchführung eines Trainings mit konstanten Herzfrequenzwerten.

Ausgehend von einem abgelesenen Trainingspuls von 110 Schlägen/Minute führt ein derartiger Messfehler zu einer tatsächlichen Herzfrequenzleistung von ca. 120 Schlägen/Minute. Nun ist zwar das angestrebte Belastungsziel (110 Schläge/Minute ) überschritten worden, jedoch in einem in der Regel unkritischen Bereich.

Je härter sich der Sportler nun belastet, desto unakzeptabler und gesundheitsgefährdender werden die Abweichungen. Gerade im Bereich des Intervalltrainings belasten Sportler das Kreislaufsystem stark und erreichen manchmal die sog. maximale Belastungsherzfrequenz.

Eine abgelesene Herzfrequenz von z. B. 168 Schlägen/Minute führt bei einer Abweichung von 10 Prozent zu einer tatsächlichen Herzbelastung von 185 Schlägen/Minute!!!!!

Wie nun können solche Abweichungen festgestellt werden? Ein denkbarer Ansatz wäre, das Herzfrequenzmessgerät einem geeichten Gerät, dem EKG, gegenüberzustellen. 

Medizinischer Check

Im Rahmen eines Gesundheits-Checks sollte vor der Aufnahme eines Trainingsprogramms mit dem Arzt das angestrebte Ziel und der Trainingsplan diskutiert und Vor-Schädigungen oder Erkrankungen festgestellt werden.

Ein Belastungs-EKG zeigt in Verbindung mit einer Laktatwertbestimmung den aktuellen Fitness- bzw. Gesundheitszustand auf und dient als Standortbestimmung. Dabei auch das Herzfrequenzmessgerät anzulegen und mit den EKG-Werten zu vergleichen ist nicht sonderlich aufwändig und zeigt eventuelle Abweichungen auf.

Ein Herzfrequenzmessgerät selbst darf nicht als EKG-Gerät betrachtet werden, da die Messung nicht als aussagekräftiger Anhaltspunkt zur Ermittlung der Herz-Leistungsfähigkeit herangezogen werden darf. 

Zusatzfunktionalitäten

Die angebotenen Pulsmessgeräte sind oftmals mit etlichen Zusatzfunktionen ausgestattet, wie z. B.

  • Pulslimits,
  • Zeitangaben,
  • Berechnungsfunktionen für den Durchschnittspuls,
  • diverse Speicherfunktionen
  • beleuchtete Displays und
  • wählbaren Trainingsprogrammen bis hin zu
  • Datenübertragungsfunktionalitäten und PC-Auswerteprogrammen.

Allerdings gibt es auch Zusatzfunktionen, die etwas kritisch zu betrachten sind, so z. B. die Berechnung des Kalorienverbrauchs, dies ist in medizinischer Hinsicht allerdings nicht gesichert.

Die Sportmedizin betrachtet diese Form der Überwachung des Ausdauertrainings als sinnvoll, da Trainingsfehler, die zu gesundheitlichen Schädigungen führen können, vermieden werden können.

Allerdings soll man sich nicht zu sehr auf die Technik verlassen, auch der Körper sagt, was ihm "gut tut" oder was ihm schadet. 

Preisspanne

Die angebotenen Geräte schwanken im Preis zwischen 40 und 500 €, je nach Hersteller und Ausstattungsmerkmalen. 

Beratung

Grundsätzlich ist eine intensive Beratung durch geschultes Fachpersonal empfehlenswert um die Vorzüge und Schwächen der einzelnen Geräte erkennen zu können und einen Überblick über die Vielzahl der angebotenen Geräte zu erhalten.