Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Stöcke

Nordic Walking - Stöcke

Von: Michael Stelter - Regierung von Oberbayern - Gewerbeaufsicht

Die Stöcke sind beim Nordic Walking das Haupt-Handwerkszeug.

Im Rahmen dieses Beitrages haben wir im Interesse Ihrer Gesundheit, des Trainingseffekts und vor allem des Spaß-Faktors für Sie die wesentlichen Parameter zusammengestellt.

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen vor dem Kauf eine ausführliche Beratung im Fachhandel.

Stockmaterial

Nordic Walking Stöcke bestehen entweder aus hochwertigen Aluminiumlegierungen oder aus Faserverbundwerkstoffen. Eine Aussage über die Qualität des Stockes kann aus der Materialverwendung nicht getroffen werden.

Nordic Walking Stöcke aus Faserverbundwerkstoffen sind leicht, bruchfest und elastisch. Für diese Stöcke spricht auch ihr angenehmeres Schwingungsverhalten. Mittlerweile haben sie sich auch am Markt durchgesetzt.

Vibrationen, die beim Aufsetzen der Stöcke auf harten Untergründen entstehen und Hand- und Ellenbogengelenke reizen können, sind bei Faserverbundstöcken nicht so stark ausgeprägt und sind daher gesundheitsschonender. Nur vereinzelt berichten Nordic Walker von stärkeren Beschwerden durch Faserverbundstöcke, die durch einen Wechsel auf Aluminiumstöcke verringert werden konnten. 

Stocklänge

Die Stöcke werden herstellerseitig in Abständen von 5 cm gefertigt.

Die richtige Stocklänge können Sie rechnerisch ermitteln, indem Sie die Körpergröße mit dem Faktor 0,66 multiplizieren.

Das Berechnungsergebnis muss nur noch auf- oder abgerundet werden und kann nur ein Anhaltswert sein. Der sportliche Läufer mit hoher Armkraft wird längere Stöcke wählen, der Ungeübte eher etwas kürzere.

Wer nicht gerne rechnet, kann folgenden Praxis-Test durchführen: Bei senkrecht aufgesetztem Stock sollte der Winkel zwischen Ober- und Unterarm rund 90° betragen. 

Stockspitzen

Die Spitzen der Stöcke werden häufig kronenförmig hergestellt. Damit ist eine gute Haftung auf den meisten Bodenoberflächen gewährleistet. Der Unterschied (auch preislich) liegt in der Qualität des verwendeten Hartmetalls.

Sehr hochwertige Spitzen weisen auch nach längerer Benutzung auf harten Böden kaum sichtbare Gebrauchsspuren auf.

Stockspitze mit und ohne Gummipad

Asphalt-Aufstätze (Pads)

Auf allen Spitzen lassen sich Asphaltpads aufstecken, die ähnlich abrieb- und rutschfest wie Autoreifen sind und auf harten Böden eine gute Stoßdämpfung bewirken.

Schneeteller

Wenn Sie auch im Winter bei Schnee hinaus möchten, um Nordic Walking zu genießen, sollten Sie beim Stockkauf darauf achten, dass ein Satz Schneeteller im Lieferumfang enthalten ist.

Damit sinken Sie im Schnee nicht so tief mit den Stöcken in die weiße Pracht ein.

Die Schneeteller sind entweder mit einfachen Stahlspitzen oder aber mit hochwertigen Hartmetallspitzen versehen. Die hieran angebrachten Schneeteller sollten nicht zu klein sein, da diese nur für fest präparierte Wege geeignet sind.

Bitte achten Sie beim Einzelkauf von Schneetellern darauf achten, dass der Durchmesser genau stimmt. Hier können schon Zehntelmillimeter dazu führen, dass der Teller nicht mehr fest sitzt und sich bei Belastung wegdreht oder verloren geht.

Gefahrenpotential

Gerade bei Eis und Schnee kann der plötzliche und unerwartete Verlust der Spitze zu Stürzen führen. 

Stockgriff

Der Stockgriff sollte aus griffigen, schweißhemmenden bzw. schweißabsorbierenden Materialien bestehen und über eine ausreichend große Prallfläche am Griffansatz verfügen, insbesondere wenn Sie abseits befestigter Wege trainieren wollen. 

Gefahrenpotential

Ein rutschiger, glitschiger Griff ist nicht nur unangenehm zu halten, er muss auch mit erhöhten Kraftaufwand fixiert werden, damit die Hände nicht abrutschen. Gerade beim bergab gehen können dadurch Sturzsituationen hervorgerufen werden.

Stöcke ohne ausreichend große Prallflächen des Griffansatzes können bei Stürzen zu Verletzungen der Augen führen.

Stockschlaufen

Die Armkraft sollte immer über die Stockschlaufen auf die Stöcke übertragen werden, nicht über umklammerte Griffe!
Die Hersteller von Nordic Walker Stöcken haben deswegen spezielle Handschlaufen entwickelt, bei denen auch eine stundenlange Benutzung ermüdungsfrei möglich ist, da bei diesen Schlaufen der Stock nicht ständig umklammert werden muss.

Die Stöcke werden beim Vorschwingen der Arme fast automatisch wieder in die richtige Position gebracht. Der Druck auf die Hand wird gleichmäßiger verteilt als bei einfachen Schlaufen. Damit wird die Blutzirkulation in der Hand nicht beeinträchtigt.

Lassen Sie sich im Fachhandel die unterschiedlichen Systeme der Hersteller demonstrieren und entscheiden Sie sich für das System, mit dem Sie am besten zurechtkommen.

Wenn Sie bereits Handschuhe besitzen, die Sie beim Nordic Walking verwenden wollen, sollten Sie die Handschuhe beim Stockkauf mitnehmen, um die Griffschlaufen auch mit Handschuhen testen zu können. 

Teleskopstöcke

Ebenfalls im Handel erhältlich sind verstellbare Stöcke, deren Länge beispielsweise zwischen 105 und 140 cm variiert werden kann. Dies ist besonders interessant bei wechselnden Benutzern, aber auch bei unterschiedlichen Einsatzgebieten (mit/ohne Gepäck, bergauf/bergab, schnell/langsam).

Achten Sie bitten beim Kauf darauf, dass die Geräte sich leicht verstellen lassen, dabei aber die Verbindung zuverlässig die auftretenden Kräfte aufnehmen kann.

Die Verbindung kann getestet werden, indem die Teleskopteile jeweils mit Daumen und Zeigefinger so fest wie möglich gegeneinander verdreht und danach wieder um eine ganze Umdrehung (360°) gelöst werden. Nun sollten Sie sich noch auf dem Stock abstützen können, ohne dass er sich zusammenschiebt. Wenn der Test nicht bestanden wird, ist zumindest eine langfristige Funktionsfähigkeit der Teleskopverbindung in Frage gestellt. 

Gefahrenpotential

Bitte beachten Sie, dass plötzlich zusammenrutschende Stöcke gerade im steilen Gelände beim bergab gehen zu schweren Stürzen führen können!!

Tipp

Stöcke eignen sich vorzüglich als Gymnastikgerät. Zum Beispiel beim Aufwärmprogramm vor dem Walken bzw. beim Dehnen nach dem Sport