Das Go-Kart-Fahren erfreut sich aufgrund der nun mehr lang anhaltenden Erfolge im Motorsport, auch deutscher Rennfahrer (wie z.B. Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Nick Heidfeld und Nico Rosberg) zunehmend großer Beliebtheit.
Die meisten Motorsport-Stars erlernten ihr Können zuerst auf der Go-Kart-Bahn.
Eine Go-Kart-Bahn vermittelt mehr als nur einen Hauch der Atmosphäre des Motorsports.
Jeder für sich kann hier selbst die faszinierende Welt der Formel 1 in kleinerem Maßstab erleben und sich wie ein Star fühlen.
So ist das Ziel eines Familien-, Vereins- oder Betriebsausflugs immer öfter eine Go-Kart-Bahn, um an einem "Motorsport-Event" mit freiem Training, Qualifying, Rennen und Siegerehrung teilzunehmen.
Wie bei den großen Wettkämpfen im Motorsport muß auch beim Go-Kart-Fahren die Sicherheit und die Erhaltung der Gesundheit an erster Stelle stehen.
Vermeidbare Gefahren und ein latentes Rest-Risiko lauern trotzdem auf der Rennstrecke.
Grundsätzliche Bedeutung haben das zur Verfügung gestellte Material (Rennbekleidung, Go-Karts) sowie eine ordnungsgemäß abgesicherte Rennstrecke.
Das Wichtigste ist jedoch die eigene Verantwortung, die nur nach der erforderlichen, gründlichen Einweisung in die Materie "Go-Kart "und der Umsetzung der nachfolgenden Kenntnisse wahrgenommen werden kann.
Für Einsteiger und auch für Motorsportler ist die Auswahl der geeigneten Kartbahn ein wesentlicher Punkt. In einer Go-Kart-Bahn mit einem angenehmen Umfeld, kann man den Sport nicht nur sicher und erfolgreich, sondern auch mit Begeisterung, Spaß und Freude ausüben.
Für ein ungetrübtes Renn-Vergnügen, sind die Renn-Regeln zu beachten und vor dem Start die überwiegend selbst überprüfbaren Punkte zu berücksichtigen.
Die Nutzungsbedingungen bzw. die Go-Kart-Bahnordnung müssen an einer frei zugänglichen, gut sichtbaren Stelle klar ersichtlich ausgehängt sein:
Die Go-Kart-Bahnordnung kann jedoch nur in Verbindung mit einer zielgerichteten, erfolgreichen Einweisung durch das Go-Kart-Bahnpersonal eine ausreichende Basis für die notwendige Sicherheit bilden.
Besonders Neulinge auf der Rennstrecke benötigen vor dem Start eine verständliche Einweisung durch das Streckenpersonal.
Inhalte sind z.B.:
Die Einweisung darf auf keinem Fall fehlen, denn sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Sorgfaltspflicht des Betreibers.
Trotz aller sportlicher Rivalität um einen Platz auf dem Siegerpodest ist ein sportliches und faires Verhalten erwünscht.
Mit übertriebenem Ehrgeiz gefährden Sie sich selbst und auch andere Rennteilnehmer während des Rennens.
Bei rücksichtslosem Fahrstil und Missachtung der Signale bzw. Anweisungen des Personals drohen wie in der Formel 1:
Bei der Benutzung der Go-Karts ist auf jedem Fall ein Sturzhelm zu tragen.
Die Helmtragepflicht besteht ohnehin aufgrund der jeweiligen Nutzungsbedingungen bzw. Go-Kart-Bahnordnung des Kart-Bahn-Betreibers, sowie versicherungsrechtlicher Bestimmungen.
Das Tragen von Sturmhauben unter dem Helm verhindert, dass lange Haare in die beweglichen Teile des Karts gelangen.
So können schwerwiegende Unfälle wie z.B. Skalpierungen vermieden werden. (siehe Bild 3).
Sturmhauben werden an den meisten Kart-Bahnen kostenlos zur Verfügung gestellt oder es besteht die Möglichkeit sie gegen ein geringes Entgelt auszuleihen.
Offene und lose Kleidungstücke (Schals, lange Jacken oder Mäntel) sind abzulegen, damit sie nicht in den Antrieb des Go-Karts eingezogen werden.
Achtung: Es droht Gefahr durch Strangulation !
Ein Rennoverall ist der beste Schutz und als optimale Bekleidung zu empfehlen und wird meist von den Bahnbetreibern gestellt.
Bedenken Sie, dass im Gegensatz zu einem Cabrio oder geschlossenem Fahrzeug der Rennoverall, die Sturmhaube und der Sturzhelm ihre einzige Schutzhaut ist.
Das renngemäße Outfit erhöht die Realität und Ihre Sicherheit sowie gleichzeitig den Spaß am Fahren!
Ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Sicherheit beim Go-Kart-Fahren ist ein der DIN 33955 entsprechendes Go-Kart. Namhafte Kart-Hersteller fertigen nach dieser DIN und vermeiden so besondere Risiken für die Fahrer.
Nachfolgend werden die wesentlichen Punkte der Kart-Technik kurz erläutert:
Das Go-Kart benötigt einen umlaufenden, gut ausgebildeten Rammschutz der an allen Seiten elastisch am Rahmen fixiert sein muss (siehe Bild 1 und 2).
Bild 1: Umlaufender Rammschutz
Bild 2: Umlaufender Rammschutz
Seine Hauptfunktion ist die Absorption der auftretenden Stöße (Knautschzone) sowie als Schutz gegen das Verhaken/Verkeilen der Karts untereinander - bei einem Unfall.
Weitere Funktionen sind das Ableiten des Go-Karts bei einer Berührung der Strecken-Begrenzungen und das Verhindern des "Aufsteigens" der Karts bei einem Auffahrunfall.
Die Abdeckung muss sich komplett über alle bewegliche Teile (Antriebs- und Bremsscheiben, Treibriemen, Zahnräder und Kraftübertragungswellen) erstrecken.
Besonders wichtig ist aber der Bereich vom Motorritzel bis zum Antriebsrad (siehe Bilder 3-5).
Nur mit einer vollständigen Verkleidung kann das Einziehen von langen Haaren oder losen Kleidungsstücken (z.B. Schal) verhindert werden. Leider haben sich schon schwere Unfälle ereignet - wie z.B. Skalpierungen, Strangulation. (siehe Bild 3)
Die Abdeckung darf nur mittels Werkzeug geöffnet werden können.
Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten sind ausschließlich vom Fachpersonal durchzuführen.
Bild 4 : Unzureichende Halbabdeckung des
Hinterachsantriebs
Zur Verhinderung von Verbrennungen beim Ein- bzw. Aussteigen durch ein Abstützen am heißen Auspuff des Go-Karts muss ein wirksamer Verbrennungsschutz z.B. Lochblech in ausreichendem Abstand zur der bis zu über 100°C heißen Wärmequelle angebracht sein.
Genauso wie ein "richtiges" Fahrzeug benötigt ein Go-Kart ein zweifach ausgeführtes Bremsseil bei einer mechanischen Bremse oder zwei voneinander getrennt wirkende Systeme bei der hydraulischen Bremsanlage.
Die Bremsleitungen müssen so verlegt sein, dass eine mechanische Beschädigung bei der Benutzung sicher verhindert wird (z.B. Verkleidungen / Schutzröhren).
Im Vorderbereich des Fahrzeugs und um den Fahrersitz herum muß ein geschlossenes Bodenblech das Einziehen und das Quetschen von Körperteilen während der Fahrt verhindern, da die Bodenfreiheit sehr gering ist.
Die Steuerungs-Pedale (Gas- und Bremspedal) dürfen in keinem Betriebszustand über den Fahrzeugrahmen herausragen und müssen vollflächig oder als geschlossener Bügel ausgebildet sein.
L-förmige Bügel sind wegen Verletzungsgefahr nicht mehr zulässig.
Eine Rückholfeder am Gasseil muss dafür sorgen, dass bei einem Riss des Gasseils der Motor nur noch im Standgas weiterläuft und so die Gefahr für den Fahrer minimiert und auf das Ausrollen und Liegenbleiben beschränkt wird.
Eine Abschirmung bzw. Abdeckung soll verhindern, daß beim Ein- und Aussteigen die Spurstangen beschädigt werden.
Der Fahrersitz muß so befestigt sein, dass er den während des Betriebs auftretenden Kräften standhält.
Der Sitz muß den Fahrer auch bei rauem Rennbetrieb sowohl nach vorne als auch seitlich ausreichend fixieren.
Der Kraftstofftank muß sich im Bereich des umlaufenden Rammschutzes befinden, damit er bei einer Karambolage nicht beschädigt wird und keine zusätzliche Gefahren durch auslaufendes Benzin entstehen - wie verschmutzte Fahrbahn, Brand- und Explosionsgefahr.
Ein gutes Go-Kart erkennt man an einem dauerhaft sichtbarem Typenschild mit folgenden Mindestangaben:
Die Rennstrecke sollte übersichtlich sein und wegen der Überholmanöver während des Rennens über eine ausreichende Breite der Fahrbahn verfügen.
Jede Strecke ist auch im Hinblick auf die Schwierigkeitsgrade und somit die Anforderungen an den Fahrer unterschiedlich.
Planen Sie also z.B. bei einem Bahnwechsel eine ausreichende Warm-Up-Phase ein.
Welcher Rennsportfan hat nicht noch den schrecklichen Unfall in Silverstone von Michael Schumacher vor Augen, als er ungebremst mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel raste. Diese Sicherheitseinrichtung ist zwingend auf jeder Go-Kart-Bahn erforderlich.
Die Streckenbegrenzung und ?sicherung muss aus stoßabsorbierenden und richtungsleitenden Abweisern bestehen z.B. mittels verbundener Reifenelemente mit elastischen Leitrohren.
Die Kart-Renn-Hallen müssen über eine ausreichende Lüftung verfügen, damit die entstehenden Abgase vollständig abgeleitet werden.
Starker Benzin- und Abgasgeruch weisen auf eine unzureichende Lüftung, bzw. auf eine Störung oder die überfällige - regelmäßig erforderliche - Wartung der Lüftungsanlage hin.
Sie sollten den Betreiber in diesem Fall auf den Mangel hinweisen.
Ähnlich wie bei großen Tiefgaragen ist der Einbau eines Kohlenmonoxid-Warngerätes als aktueller Stand der Technik erforderlich. Diese Gas-Warngeräte lösen Alarm aus, wenn eine kritische bzw. zu hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in der Hallenluft vorhanden ist. Zum Beispiel bei Störung oder Ausfall der Lüftungsanlage.
Als Renn-Kraftstoff wird inzwischen überwiegend benzolfreies Spezialbenzin eingesetzt, um den Schadstoffgehalt in den Abgasen weiter zu reduzieren. Teilweise haben die Motoren der Go-Karts auch einen Katalysator zur Verringerung des Schadstoff-Ausstoßes.
Die Gesundheitsgefahren werden so weiter erheblich vermindert.
Vor jedem Start sind nachfolgenden Punkte zu beachten:
Das Fahrverhalten von Go-Karts ist mit anderen Fahrzeugen nicht zu vergleichen, es unterscheidet sich deutlich durch die
Das Verhältnis von Gewicht (85 - 120 Kg) zu seiner Motorleistung (max. 6,6 KW) und der damit erreichbaren Höchstgeschwindigkeit von max. 65 km/h machen aus dem Go-Kart eine effektive aber auch gefährliche Rennmaschine.
Werden vorstehende Hinweise berücksichtigt tragen Sie zu einem guten Stück Sicherheit für sich und Andere beim Go-Kart-Fahren bei.
Viel Spaß, gute und sichere Fahrt!