Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen kommen und die Räder auf freien Strassen und Wegen wieder gefahrlos benutzt werden können, holen viele Leute ihren Drahtesel aus dem Winterquartier, um wieder mit dem Rad zur Arbeit zu fahren oder bei schönem Wetter Ausflüge in die Umgebung zu machen .
Neidvoll mag der eine oder andere auf die vielen schicken Fahrräder blicken, die um ihn herum das Straßenbild prägen und es reift in ihm der Entschluss, sich endlich von seinem alten klapprigen Tretesel zu trennen.
Doch die Vielfalt ist groß; was gilt es beim Fahrradkauf zu beachten? Die Preise? Das Aussehen? Die Verkehrssicherheit? Gesundheitsaspekte?
Am Ende des Winters, spätestens jedoch im Frühling sind die Zeitschriften voll mit Prospekten von Fahrrädern aller Art. Die Lager sind gut bestückt und die Händler und Fachverkäufer blicken gut gelaunt und erwartungsfroh in die neue Saison.
Aber auch der Herbst kann ein guter Zeitpunkt sein, um ein günstiges Auslaufmodell zu erwerben.
In jedem Fall wären Sie gut beraten, sich bei mehreren Händlern umzusehen und einige Vorüberlegungen zum Fahrradkauf zu treffen.
Zuerst sollten Sie sich die Frage stellen, für welchen Zweck das Fahrrad hauptsächlich eingesetzt werden soll.
Beachten Sie in diesem Zusammenhang die weitergehenden Informationen in unserem Beitrag "Fahrradrahmen".
Je nach dem kommen für Sie das
in Frage.
Das Tourenrad ist für Benutzer gedacht, die längere Strecken über mehrere Tage auf verschiedenen Straßenbelägen mit unterschiedlichen Belägen, manchmal auch mit Gepäck, zurücklegen.
Das Rennrad ist ein leichtgewichtiges, reines Sportgerät für asphaltierte Strassen.
Das Mountainbike ist ebenfalls ein Sportgerät und auf Grund seiner sehr robusten Ausrichtung auch für schwieriges bis unwegsames Gelände gut geeignet.
Es kann mit entsprechenden ergänzenden Komponenten auch als leichtes Tourenrad Verwendung finden.
Das Citybike ist das klassische Einkaufs- und Geschäftsrad in einem neuen zeitgemäßen Gewand, mit dem über kurze bis mittlere Strecken Einkäufe transportiert und der tägliche Weg zur Arbeit zurückgelegt werden kann.
Das Trekkingrad ist ein Mittelding zwischen City- und Mountainbike und dem Tourenrad.
Wenn Sie sich nun darüber im Klaren sind, welcher Typ für Sie am besten geeignet ist, muss die individuelle Beschaffenheit des Rads erforscht werden, damit
Nur so können Sie sicherstellen, dass die Freude am Radeln lange währt.
Einige Kenngrößen haben wir für Sie aufbereitet:
Von entscheidender Bedeutung sind die Größe und Geometrie des Rahmens. Hierfür stehen nicht nur Tabellen zur Verfügung, mit deren Hilfe die Rahmengröße der Körpergröße zugeordnet werden kann, sondern auch Vermessungs-Systeme, mit denen innerhalb weniger Minuten computerunterstützt Ihre individuellen Daten erfasst (sog. Body-Scanning) und ausgewertet werden. Damit kann eine genau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Basiseinheit festgelegt werden.
Genauere Informationen zur Rahmengeometrie und der Funktionalität des Fahrradrahmens können Sie dem Beitrag "Fahrradrahmen" entnehmen.
Dennoch sollten Sie nicht darauf verzichten, das ermittelte Fahrrad auszuprobieren, ob es zu Ihnen passt. Sie sollten beim Probefahren bereits das Gefühl haben, dass das Fahrrad für Sie geschaffen wurde. Sie sollten sich von Anfang an auf "Ihrem" Rad wohlfühlen.
Der Fahrradrahmen wird aus Stahl, Alu, Titan oder Karbon hergestellt. Es kommt darauf an, sowohl das Gewicht so gering wie möglich zu halten, als auch die notwendige Tragfähigkeit und Stabilität zu gewährleisten.
Je leichter der Rahmen, desto einfacher geht es vor allem bergauf; dabei spielen 100 Gramm mehr oder weniger oft eine große Rolle. Dies gilt insbesondere für die Sportgeräte unter den Rädern (Rennrad, Mountainbike).
Das Gewicht der Fahrradrahmen ist bei teuren Fahrrädern meist ausgereizt, eine weitere Reduzierung könnte zu Stabilitätsproblemen führen und wäre für Sie gefährlich. Nur mit neuen leichteren Materialien kann bei gleicher Stabilität noch eine Gewichtsreduzierung möglich sein; dies ist dann oft eine Frage des Geldbeutels.
Die verwendeten Materialien und die Rahmengeometrie bedingen u.a. die Spurtreue des Rades und definieren die Grenzbereiche, in denen Sie Ihr Rad sicher betreiben können.
Je nach Einsatzzweck gehört der Rahmen zu den Teilen, die bei Gebrauch am häufigsten zu überprüfen sind.
Bitte stellen Sie sicher, dass die Anschlusskomponenten, welche die Federgabel, den Lenker und die Räder mit dem Rahmen verbinden, den Betriebsvorschriften entsprechen.
Die wesentlichste Aufgabe der Radgabel besteht darin, Schwingungen, Stöße und Schläge auf Fahrer und Lenker zu absorbieren. Auch die sogenannte ungefederten Systeme dämpfen über die eingesetzten Materialien und Federwege die Belastungen ab.
Die aktiven Federsysteme besteht aus einem Standrohr, das entweder eine Feder aufnimmt oder mit Gas oder Öl gefüllt ist, um den gewünschten Dämpfungseffekt zu erreichen.
Häufig werden ältere Räder mit einer gefederten Gabel umgerüstet um mehr Sicherheit und Komfort zu gewährleisten.
Doch nicht jede Federgabel ist für jeden Rahmen geeignet. Es ist zu beachten, dass sich durch den Austausch die Fahreigenschaften Ihres Rades elementar verändern können. Nähere Einzelheiten können Sie dem Beitrag "Fahrradrahmen" entnehmen.
Die Lebensdauer dieser Federgabeln ist abhängig vom jeweiligen Einsatz im Gelände und auch vom Gewicht des Fahrers. Achten Sie darauf, die Federsysteme regelmäßig warten zu lassen; oft bieten die Hersteller in diesem Fall Garantieverlängerungen an.
Der Fahrradlenker sollte nach neuesten Erkenntnissen so gestaltet sein, dass für die Hände vor allem auf längeren Fahrten verschiedene Festhaltemöglichkeiten vorhanden sind, um Verspannungen im Arm-, Hals- und Nackenbereich oder ein Einschlafen der Hände zu verhindern.
Die Lenkergriffe sollen aus hautfreundlichen, griffigen Materialien bestehen, damit Sie beim Schwitzen nicht den Halt verlieren. Darüber hinaus minimieren an der Außenseite verbreiterte Griffe bei eventuellen Stürzen auf den Lenker das Verletzungsrisiko.
Die Auswahl von Fahrradganggchaltung hängt stark vom Einsatzzweck ab. Ihre Wahl wirkt sich auf die
aus.
Nabenschaltungen werden heute in der Regel mit einem Schaltbereich von drei bis sieben Gängen (Topmodelle: 10 Gänge) angeboten. Der große Vorteil dieser Systeme ist der relative niedrige Wartungsaufwand. Diese Gangschaltungen gibt es sowohl mit als auch ohne Rücktrittbremse.
Die Kettenschaltung besitzt eine wesentlich höhere Präzision; die Gänge können je nach Gelände, Steigung und Geschwindigkeit den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend exakt geschaltet werden. Diese Systeme können von Fall zu Fall auch nachträglich durch geänderte Ritzel und Kettenblätter angepasst werden.
Die Hersteller bieten unterschiedliche "Wählhebel" an, z.B.
Wichtig ist, dass das Schalten der Gänge problemlos durchgeführt werden kann; prüfen Sie schon beim Kauf, welches System für Sie besser geeignet ist, damit Sie beim Schaltvorgang nicht abgelenkt sind, um so nicht in kritische Sturz- oder Unfallsituationen zu geraten.
Die Bremsen sind nicht nur beim Fahrrad eines der wichtigsten aktiven Elemente für Ihre Sicherheit. Es werden Trommel-, Felgen- und Scheiben- und Rücktrittbremsen angeboten. Mit Ausnahme der Rücktrittbremse, die über die Fußpedale angesprochen wird, werden alle anderen Bremssysteme über Bremshebel mit der Hand bedient.
Über einen Seilzug oder ein hydraulisches System wird der erforderliche Bremsdruck erzeugt; lassen Sie diesen Komponenten eine häufige Wartung zukommen!
Insbesondere bei langen Abfahrten werden nicht nur die Fahrradbremen stark beansprucht, sondern auch die Hände und Unterarme. Um diese Belastungen zu minimieren, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Bremshebel so montiert sind, dass ergonomisches Bedienen möglich ist. Wenn die Hände auf den Bremshebeln liegen, sollte die Unterarmachse durch ein gerades, nicht gebeugtes oder gekipptes Handgelenk bis zum Bremshebel eine gedachte gerade Linie ergeben.
Allen Systemen gemein ist das physikalische Grundprinzip der "Reibungsbremse"; so werden z.B. über zwei parallel verlaufende Bremsschlitten die Bremsklötze auf die Felge gepresst. Die entstehende Reibung erzeugt den Bremseffekt, führt jedoch auch teilweise zu großer Hitze und belastet die Felge deutlich.
Es kann zu Felgenbrüchen kommen; auch der gefürchtete Bremsplatten kann durch ein Überhitzen der Felge auftreten, wenn Felge und Schlauch unmittelbaren Kontakt haben.
Tipp:
Erneuern Sie hin und wieder auch Ihr Felgenband!
Hinweis:
In letzter Zeit werden vermehrt Scheibenbremssysteme angeboten. Sind diese nicht korrekt justiert, wirken sie einseitig auf das Laufrad, so dass sich die Federgabel und Laufradspeichen verwinden. Der Fahrer kommt zwar schnell zum Stehen, die Lebensdauer der Komponenten kann jedoch darunter leiden.
Ihre Bremsanlage ist eine der sicherheitsrelevantesten Komponenten Ihres Rades; lassen Sie die Bremsen regelmäßig überprüfen und warten!
Über den Fahrradreifen wird die Bewegungsenergie auf die Straße übertragen. Aspekte wie der Abrollwiderstand und die Griffigkeit sind wichtig, um einerseits ein entspanntes und damit freud- und genussvolles Radeln zu ermöglichen und andererseits die Kurven- und Bremshaftung zu gewährleisten um so auch sicher unterwegs zu sein.
Die Auswahl hängt nicht zuletzt vom Einsatzzweck ab, aber auch die Qualität der Reifen ist wichtig; sie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist die Gummimischung des gesamten Reifens und der Lauffläche (mit oder ohne Profil).
Schutzeinlagen im Mantel aus Nylon oder Kevlar, sollen ein Durchdringen von spitzen Gegenständen verhindern, um so Reifenpannen seltener zu machen, bzw. das plötzliche Entweichen der gesamten Luft zu verhindern. Dieser plötzliche Luftverlust kann dazu führen, dass sich die Funktionseinheit Schlauch/Reifen von der Felge ablöst, sich z.B. in der Federgabel fängt und so zu einem Blockieren der Räder führt. Schlimme Vorwärtsstürze sind dann meist nicht mehr zu vermeiden.
Überprüfen Sie daher häufig Ihre Reifen nach erkennbaren Beschädigungen und Abnützungen!
Ersetzen Sie die Reifen/Schläuche regelmäßig, auch wenn sie auf den ersten Blick noch in Ordnung sind. Umwelteinflüsse wie die UV-Einstrahlung führen zu Materialalterungen!
Große Bedeutung sollte auch der Befestigung Sattel/Sattelstütze sowie Sattelstütze/Rahmen beigemessen werden. Werden hier nicht bauartgerechte oder nicht einwandfreie Schrauben und Befestigungen benützt oder sind die Schrauben und Muttern nicht richtig angezogen, fällt der Sattel samt Klemmung herunter. Das führt dann oft zu schlimmen Unfällen und schweren Verletzungen.
Die Position des Sattels in der Ebene (gerade, Neigung nach vorne oder hinten), die Höhe des Sattels zur in Bezug zur Lenk-, Pedal- und Oberrohrachse, die Art des Sattels (gefedert oder ungefedert) und die Sattelstütze (gefedert oder ungefedert) sollte besonders sorgfältig ausgewählt werden.
Bitte beachten Sie bei der Auswahl und Einstellung des Fahrradsattels und der Sattelstütze unseren Beitrag "Fahrradsattel".
Eine ungeeignete Sitzposition führt nicht nur zu Unbequemlichkeiten, sondern kann u. U. chronische gesundheitliche Schäden z.B. im Schulter/Nackenbereich, Hand- und Kniegelenksbereich verursachen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass davon ausgegangen werden kann, dass eine Vielzahl der "radsportspezifischen" Probleme durch die falsche Sitzposition ausgelöst werden.
Ideal wäre eine Position, in welcher der Oberkörper etwa in einen Winkel von 45 Grad vorgeneigt und der Lenker etwas unter bzw. auf der selben Höhe wie der Sattel angebracht ist.
Die korrekte Sattelhöhe stellt auch sicher, dass Sie die Pedale mit einem optimalen Wirkungsgrad einsetzen können und schützt Sie vor Überlastungen des Kniegelenksbereichs. Das Bein sollte in der tiefsten Pedalstellung noch leicht gebeugt sein.
Das einwandfreie Funktionieren der Fahrradbeleuchtung ist für die Verkehrssicherheit besonders wichtig. Hier gilt es zu überlegen, ob der Fahrer beim herkömmlichen Dynamo bleibt, mit Akkubeleuchtung fährt oder sich einen Nabendynamo leistet, der zwar beim Fahren etwas mehr Kraft kostet, weil er dauernd mitläuft, aber in seiner Funktion nicht wetterabhängig (Nässe, Schnee) ist.
Hinweis:
Sportgeräte bis 11 Kilo dürfen ohne Dynamo verwendet werden; in der Dunkelheit müssen allerdings Akkulampen aufgesteckt werden.
Die im Rahmen dieses Artikels angesprochenen Fragen und Anregungen sollen und können eine fundierte Beratung durch einen Fachhändler bzw. Fachverkäufer nicht ersetzen. Sie können Sie allerdings auf den Fahrradkauf vorbereiten, ein Fingerzeig dafür sein, welche Möglichkeiten es gibt und was bei der Zusammenstellung beachtenswert ist.
Achten Sie darauf, dass ihr Rad straßenverkehrsfähig ausgeliefert wird; studieren Sie auch die mitgelieferten Pflege- und Betriebsanleitungen.
Im übrigen darf das Fahrrad nur benutzt werden, wenn es in seiner Ausstattung (Katzenaugen am Rücklicht, Reflektoren z.B. in den Radspeichen, Beleuchtung sowie Klingel) den Vorschriften Straßenverkehrsordnung (StVO) entspricht.
Und..... ein Fahrradhelm sieht nicht nur gut aus, er ist zu Ihrem Schutz nahezu unerlässlich.