Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Fahrrad-Sicherheitscheck

Von: Karl Rözer - Regierung von Oberbayern - Gewerbeaufsicht

Unfälle mit dem Fahrrad fallen erfahrungsgemäß meist recht heftig aus, da der Mensch eben über keine "Knautschzone" verfügt, welche die Unfallenergien absorbieren könnte.

Auf manche Unfallszenarien haben wir keinen Einfluss, da sie fremdverschuldet sind, manches können wir aber schon beeinflussen.

Eine Unfallursache ist das sogenannte "technische Versagen" des Rades; diese Ursache können Sie verhindern, indem Sie Ihr Fahrrad einem regelmäßigen Sicherheitscheck unterziehen.

Tragende Teile

Defekte an diesen Komponenten führen fast immer zu Stürzen; hier kann ein regelmäßiger Sicherheitscheck vor bösen Überraschungen bewahren.

Zu den tragenden Teilen eines Fahrrades zählen

  • Sattelstütze,
  • Vorbau,
  • Lenker,
  • Rahmen,
  • Gabel und
  • Felge.

Sattelstütze

Überprüfen Sie die Schraube zur Klemmung des Sattels. Wenn Teile des Klemmmechanismus nicht perfekt passen, wenn die Schraube von schlechter Qualität ist oder die Schraube zu schwach angezogen ist, wird sie verbogen.

Es treten Schwingungen auf, die Schraube kann brechen und der Sattel samt Klemmung fällt von der Stütze ab. Überprüfen Sie auch die Sattelstütze auf Risse und starke Korrosionsspuren. Tauschen Sie beim geringsten Zweifel die gesamte Sattelstütze aus.

Lenker und Vorbau

Defekte an diesen Teilen können schlagartig die Lenkung blockieren; eine der wohl gefährlichsten Situationen in die Sie geraten können.

Nicht weniger gefährlich kann das Abbrechen des Lenker sein; Sturz- und Schlagverletzungen können die Folgen sein.

Bauen Sie den Lenker aus, um einen Check durchzuführen. Sind Einkerbungen oder sichtbare Verformung vorhanden ? tauschen Sie die Komponenten sofort aus!

Überprüfen Sie den Vorbau sorgfältig auf Risse. Verwenden Sie beim Anziehen der Vorbauschrauben immer einen Drehmomentschlüssel.

Rahmen und Gabel

Überprüfen Sie auch den Rahmen und die Gabel regelmäßig; achten Sie dabei besonders auf Risse und Korrosionen. Knackende Geräusche können rechtzeitig auf Rahmenbrüche hinweisen.

Viele Radler erwerben einen besonders hochwertigen Rahmen, um diesen immer wieder mit neuen Komponenten (z.B. Schalt- und Bremsgruppen) neu "aufzubauen". Dagegen spricht sicher nichts, wenn Sie berücksichtigen, dass alle Materialien einem Alterungsprozess unterliegen.

Felgen und Bremsklötze

Beim Bremsen schleifen die Bremsklötze die Flanken der Felgen ab. Bei Regen, Schmutz und Schlamm wird die Schleifwirkung erhöht. Ist die Wandstärke auf ein kritisches Maß abgeschliffen, kann die Felge brechen. Um einen zu schnellen Felgenverschleiß zu vermeiden, sollten die Bremsbeläge und Felgen regelmäßig gereinigt werden. 

Bremsencheck

  • Der Bremshebel darf sich nicht bis an den Lenker ziehen lassen; stellen Sie die Vorspannung richtig ein; dies kann ein Indikator für stark abgefahrene Bremsklötze sein.
  • Die Bremsklötze sollten keinesfalls bis zur Verschleißgrenze abgenutzt werden, sondern schon vorher ausgewechselt werden.
  • Sind sichtbare Schäden an den Bowdenzügen der Bremsen aufgetreten, sollten Sie diese umgehend ersetzen.

Luftdruckcheck

Luftdruck messen
  • Sichtbare Schäden an den Reifen deuten auf einen baldigen Reifenschaden hin. Zwar treten bei den heute verwendeten Reifenmaterialien die so genannten "Reifenplatzer", bei denen ein plötzlicher Luftverlust während der Fahrt manchmal zu schweren Stürzen führt, nur noch selten auf; aber wer flickt auf dem Weg zur Arbeit oder ins Cafe schon gerne einen Reifen?
  • Aquaplaning und mangelnder "Reifengripp" ist die Folge eines zu stark abgefahrenen Reifens und können Sie in schwer beherrschbare Situationen führen.
  • Gut aufgepumpte Reifen sparen nicht nur Kraft beim Fahren, sie verlängern auch die Lebensdauer und erhöhen die Fahrsicherheit.