Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Frauenski – eine Besonderheit?

Die Skiindustrie hat eine Neuentwicklung im Skibereich entstehen lassen, die sich zum einen am Kaufverhalten der Damen orientiert und zum anderen an, in körperlicher Hinsicht gegenüber den Herren, unterschiedlichen anatomischen Vorgaben. Die Konstrukteure hatten es sich zur Aufgabe gemacht, ein Konglomerat aus Design, Gewicht und Performance zu erzeugen, das den Skisport für die Damen weiblicher und angenehmer macht.

Es wurde eine eigene Produktbezeichnung eingeführt: Frauenski.

Wie ist nun dieser spezielle Skityp im Unterschied zum "normalen" Ski im Hinblick auf den Skibau zu beurteilen und ist er wirklich notwendig?

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Skirelevante Unterschiede

Auf Nachfrage bei Medizinern und Verhaltensforschern, welcher Art – in Bezug auf den Skisport – diese unterschiedlichen Voraussetzungen seien, wird fast durchwegs wie folgt geantwortet:

"Die Ganzkörperkraft des weiblichen Geschlechts ist, von Leistungssportlerinnen abgesehen, meist weniger ausgeprägt als beim männlichen Geschlecht.
Darüber hinaus fahren Frauen im allgemeinen verhaltener als Männer."

Daraus leiten sich einige nicht unerhebliche Folgerungen ab, die in die Entwicklung des Frauenski eingeflossen sind:

Körperkraft:

Bei der Konstruktion eines Frauenski wird auf die Verwendung leichter Verbundmaterialien geachtet um den Ski gewichtsmäßig zu reduzieren. Die sich daraus ergebende Krafteinsparung sowohl beim Tragen als auch beim Fahren, führt nicht nur zu einem Komfortgewinn, sondern wirkt sich auch positiv auf den Fahrspaß und auf die Fahrsicherheit aus.

  • Hinweis:
    Mittlerweile wird auch bei Bindungen und Plattensystemen erheblich an Gewicht eingespart, ohne Einschränkung der Funktionalität.

Defensive Fahrweise:

Untersuchungen haben ergeben, dass es Frauen im Vergleich zu Männern häufiger als Problem ansehen, die Ski in jeder Situation kontrolliert steuern zu können.
Wissenschaftliche Auswertungen führen diese defensivere Fahrweise auf eine Verlegung des Körperschwerpunktes nach hinten zurück, wodurch das kontrollierte Steuern der Ski, vor allem in schwierigen Situationen, erschwert wird. Dadurch entsteht ein klassisches Sturz- und damit Unfallszenario.

  • Lösung:
    Tests und Erkenntnisse, u. a. der Stiftung "Sicherheit im Skisport" (SIS), führten dazu, den Montagepunkt der Bindung um ca. 1 cm nach vorne zu verlegen. Dadurch kann der nach hinten verlagerte Körperschwerpunkt korrigiert werden.
  • Tipp:
    Sowohl beim Kauf eines Standardmodells als auch beim Erwerb eines Frauenskis sollte darauf hingewiesen werden, dies bei der Bindungsmontage entsprechend zu berücksichtigen.

Fazit:

Ein optimal auf Frauen abgestimmter Ski schaut nicht nur gut aus, sondern fördert auch den Funfaktor und minimiert vor allem das Sturz- und damit Unfallrisiko, weil das Material die individuellen Voraussetzungen unterstützt und damit ein kraftschonenderes Fahren ermöglicht wird.

Die Skilängenempfehlungen entnehmen Sie bitte dem Beitrag "Skikauf".