Basteln schult nicht nur die Geschicklichkeit von Kinderhänden, sondern fördert die Kreativität und Fantasie unserer Kinder. Waren es früher überwiegend Werkstoffe aus Bast, Wolle etc. die zum Einsatz kamen, so sind heute Scoubidou-Bänder (dünne, bunte Plastikschnüre) der Hit.
Sie sind ein Spielzeug- und Bastelspaß. Scoubidous - auch Scubidus genannt - sind bunte, dünne, hohle Plastikschnüre zum Knüpfen, aus denen in vielfältigster Weise Lustiges und Nützliches von und für Kinder gebastelt werden kann.
Gedacht sind sie seitens der Hersteller für Kinder ab 3 Jahre; eine Altersgrenze die Sie in jedem Fall einhalten sollten.
Der Einsatzbereich der vielfarbigen (auch Neonfarben), teils mit lumineszierenden Substanzen versehenen "Spaghettis" ist breit:
Wer schon einmal eine neue Tüte mit Scoubidous geöffnet hat ahnt, dass die bunten Schnüre nicht ganz ohne sind; sie stinken atemberaubend!!!
Nun muss was stinkt und kracht nicht gleich gefährlich sein. Dies sollte aber Grund genug sein, hellhörig zu werden und zu hinterfragen, ob nicht möglicherweise gesundheitsgefährdende Substanzen "im Spiel" sind.
Von den Überwachungsbehörden der Bundesländer wurde eine große Auswahl Scoubidous verschiedener Hersteller untersucht. In allen untersuchten Scoubidous wurden verschiedene Weichmacher, flüchtige organische Verbindungen und andere gefährliche Stoffe (z.B. Cadmium) gefunden.
Auf der Basis der gefundenen Schadstoffkonzentrationen wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung BfR eine Beurteilung der Scoubidous vorgenommen. Bei der Beurteilung wurde davon ausgegangen, dass die Schadstoffe über die Haut und die Atmung aufgenommen werden. Es wurde von einem "normalen" Gebrauch der Bänder von Kinder über 3 Jahre ausgegangen.
Soweit es für die gefundenen Stoffe Grenzwerte, Richtwerte oder Empfehlungen (z.B. von der Weltgesundheitsorganisation WHO) gibt, werden diese Werte beim bestimmungsgemäßen Umgang mit den Scoubidou - Bändern nicht erreicht.
Die ausführlichen Ergebnisse können Sie hier nachlesen.
Eine weitere Gefahr besonders für kleine Kinder liegt in der Verwechslungsgefahr mit Süßigkeiten z. B. Fruchtgummischnüre.
(siehe Bild 1)
Derartige Schnüre werden auch damit beworben, dass man diese - genauso wie die Scoubidou - Bänder - zum Knüpfen verwenden kann. (siehe Bild 2)
Bei mangelnder Aufsicht ist es daher nicht auszuschließen, dass Kleinkinder die Scoubidou - Bänder eines älteren Kindes in den Mund nehmen oder Teile des Kunststoffmaterials abbeißen und verschlucken.
Bild 1: links Scoubidouband,
rechts 3 Fruchtgummischnüre
Bild 2: Bildmitte Fruchtgummischnüre
Die bunten Schnüre gehören nicht in die Hände von Kleinkindern und auch größere Kinder sollten die Schnüre nicht in den Mund nehmen um z.B. mit den Zähnen einen Knoten festzuziehen.
Beim Kauf von Scoubidou's sollte darauf geachtet werden, dass die Bänder nicht "stinken"; andernfalls besteht die Möglichkeit, dass gefährliche Inhaltsstoffe enthalten sind.
Riechende Bänder sollten vor Gebrauch im Freien einige Stunden ausdünsten. Bleibt der üble Geruch erhalten, sollten die Bänder nicht benutzt werden.
Auch sollte darauf geachtet werden, dass auf der Verkaufsverpackung das CE - Zeichen, ein altersbedingter Warnhinweis mit der entsprechenden Begründung sowie eine postalisch zustellbare Adresse des Herstellers bzw. des europäischen Importeurs angegeben ist.
Grundsätzlich sollte aus ernährungswissenschaftlichen Gründen während des Spiels oder jeder anderen "Verrichtung" wie z.B. Fernsehen nicht gegessen werden - bei Interesse können sie hierzu in unserem Portal "VIS-Ernährung" näheres nachlesen. Dies gilt insbesondere beim Umgang mit Scoubidous!