Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Empfangsqualität des Mobilfunknetzes

Von: Dipl.-Phys. Clemens Mehnert - Bayerisches Landesamt für Umwelt

Die Auswirkungen der Empfangsqualität auf die Strahlenexposition (insbesondere des Kopfbereiches) beim Mobilfunktelefonat werden häufig unterschätzt! 

Empfangsqualität

Wer hat dieses Mobilfunkszenario nicht schon einmal erlebt:

"Hallo, Hallo ... Wie bitte? Moment - ich gehe an einen anderen Standort; habe gerade ein ganz schlechtes Netz!"

Ist ein "schlechtes Netz" einfach nur lästig oder auch belastend? 

Darstellung geringer Strahleneinwirkung bei Telefonieren

Gute Netzqualität

Herrschen während eines Gespräches gute Empfangsbedingungen (Empfangsskala auf dem Handy überwachen) entsteht beim Telefonat eine geringe Strahlenexposition, da das Handy seine Leistung auf den jeweils niedrigst möglichen Wert einregelt.

Darstellung hoher Strahleneinwirkung bei Telefonieren

Schlechte Netzqualität

Herrschen während eines Gespräches schlechte Empfangsbedingungen (Empfangsskala auf dem Handy überwachen) regelt das Gerät seine Leistung nach oben und erzeugt so eine z. T. wesentlich höhere Belastung. 

Wirkungen

Thermische Wirkung:

Erwärmung des Gehirns bleibt unter 0,2 Grad.

Athermische Wirkungen:

Störung von elektronischen Geräten.

Beispiele:
Herzschrittmacher bis ca. 25 cm, Medizingeräte bis ca. 2 m Abstand.
Neuere Körperhilfen mit dem CE-Zeichen haben eine höhere Störfestigkeit gegenüber Handys.

Strahlungsgrenzwerte für Handys

Die lokale Spezifische Energie-Absorptions- Rate SAR (Einheit: Watt/kg) darf 2 Watt/kg nicht überschreiten. Typische SAR-Werte beim Telefonieren (gute Netzqualität): 0,3 Watt/kg (D-, E-, UMTS-Netz) 0,05 Watt/kg (DECT).

Vorbeugender Schutz

Soweit möglich, sollte danach gestrebt werden, die Hochfrequenz-Belastung zu minimieren.
Folgende Faktoren senken die Strahlenexposition beim Telefonieren:

  • Nur bei guten Empfangsbedingungen telefonieren - z.B. im Fensterbereich von Räumen!
  • Beim Handykauf auf die SAR-Angabe und den Strahlungsfaktor achten (siehe http://www.handywerte.de/)
  • Headsets verwenden; sie reduzieren die Feldstärke am Kopf um über 90%!
  • Die Antenne des Handys nicht mit der Hand verdecken
  • Im Auto nicht ohne Freisprecheinrichtung und Außenantenne telefonieren!
  • Bestimmte Anbieter sind regional unterschiedlich präsent. Denken Sie evtl. an einen Providerwechsel, wenn Sie viel aus der Wohnung mobil telefonieren und die Empfangsqualität für das betreffende Mobilfunknetz dort schlecht ist
  • UMTS-Handys nutzen, diese können im UMTS-Netz mit viel geringerer Leistung senden
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