Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Trike – vorne Motorrad, hinten Auto

Offenes Fahrvergnügen mit der Sicherheit eines PKW?
Kurz übers Wochenende ausgeliehen oder gar ein Eigenes gekauft?
Immer mehr Deutsche gönnen sich das Vergnügen des Fahrens auf drei Rädern. Damit es auch ein Vergnügen bleibt, hier einige Information rund ums Thema Trike.

Trike

Vom Bausatz zum Serientrike

In den siebziger Jahren bauten Bastler aus VW-Käferheckteilen, inklusive Achse und Motor, und der vorderen Hälfte von Motorrädern die ersten Trikes zusammen.
Diese Fahrzeuge wurden dann nach einer Einzelabnahme vom TÜV für den Straßenverkehr zugelassen.

Später kamen dann Bausätze hinzu, die von den Käufern mit handwerklichem Geschick selbst zusammengebaut werden konnten.

Nach und nach etablierten sich jedoch auch Hersteller, die Fahrzeuge mit selbstentworfenen Rahmen und Design anboten.
Lange Zeit, stellenweise auch heute noch, war die auf dem VW Käfer basierende Technik Stand der Dinge.

Nach dem Ende der Produktion des VW Käfer mussten die Trikehersteller neue Konstruktionen entwickeln.
Modernere Motoren mit verbesserter Technik und Abgasverhalten (geregelter Dreiwege-Katalysator) fanden Einzug in den Trikebau. Auch ABS und ESP werden teilweise angeboten.

Trike

Fahrzeugtypen

Das Angebot an Trikes reicht von preiswerten Bausätzen bis hin zu exklusiven Einzelstücken, die nach den individuellen Vorstellungen des Käufers angepasst werden können.

Die meisten Trikes haben eine EG-Typgenehmigung, somit entfällt eine Einzelabnahme durch eine Prüfstelle.

Es gibt sowohl Zweisitzer als auch Dreisitzer, bei denen vorne der Fahrer sitzt und auf einer Rückbank zwei Mitfahrer nebeneinander platz finden.

Die Motorisierung reicht vom VW-Käfermotor bis hin zu hubraumstarken V8-Motoren aus amerikanischen Straßenkreuzern. Auch verbauen manche Hersteller Motorradmotoren, z.B. von Harley-Davidson. Die erreichbare Höchstgeschwindigkeit variiert somit zwischen knapp über 100 km/h bis über 200 km/h, wobei dieser Wert die Ausnahme darstellt.

Auspuffrohre

Auch Anhängerkupplungen werden für Trikes angeboten, ebenso die passenden Wohnanhänger.

Einige Hersteller bieten Sonderumbauten für körperbehinderte Menschen an. Hier werden u.a. die Brems- und Kupplungsbetätigung geändert und z.B. eine Rollstuhlhalterung angebaut.

Helmpflicht / Führerschein

Für Trikes gilt generell Helmpflicht. Diese entfällt nur, wenn das Trike mit einer zugelassenen Rückhalteeinrichtung (Sicherheitsgurt) ausgerüstet ist und diese auch benutzt wird. Es müssen geeignete Helme getragen werden (vgl. Artikel 'Motorradhelm / Helme für motorisierte Zweiradfahrer ).

Zum Führen eines Trikes ist der Führerschein Klasse B (ehemals Klasse 3) erforderlich.
Die neu eingeführte Führerscheinklasse S berechtigt Jugendliche ab 16 Jahren zum Führen von Trikes, Quads und Miniautos. Diese sind jedoch auf eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h beschränkt und dürfen maximal 50 ccm Hubraum haben (bei Fahrzeugen mit Benzinmotoren); Fahrzeuge mit Diesel bzw. Elektromotoren sind auf eine maximale Leistung von 5,50 PS beschränkt.

Ob die Trikehersteller solche Fahrzeuge auf den Markt bringen werden, ist nicht bekannt.

§21a StVO Abs. 2

(2) Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind.

Trike

Sicherheit beim Trikefahren / Fahrverhalten

Durch den niedrigen Fahrzeugschwerpunkt und die recht große Spurweite der Hinterachse hat ein Trike ein ziemlich neutrales Fahrverhalten, d.h. es schiebt weder über das Vorderrad, noch neigt das Heck zum Ausbrechen. Auch ungeübten Fahrern dürfte es keine Schwierigkeiten bereiten mit einem Trike zurechtzukommen.
Jedoch darf man sich durch die motorradähnliche Front nicht dazu verleiten lassen, das doch recht breite Heck zu vergessen, vor allem bei Kurvenfahrt wäre das fatal. Bei Rechtskurven ist man sonst schnell mit dem kurveninneren Rad über den Bordstein geholpert. Bei Linkskurven kommt man schnell auf die Gegenfahrbahn.

Gewöhnungsbedürftig ist auch der gegenüber einem Auto oder Motorrad längere Bremsweg der Trikes.

Da der Fahrer eines Trikes 'im Freien' sitzt, sollte die Kleidung eher der eines Motorradfahrers entsprechen. Ein Trike kann nicht so ohne weiteres kippen, deshalb sind Protektoren wohl nicht erforderlich, jedoch vor Witterungseinflüssen sollte die Kleidung schon schützen (siehe auch Artikel 'Schutzkleidung von Motorradfahrern ).

Vermietung von Trikes

Vielerorts besteht die Möglichkeit sich ein Trike zu mieten. Es ist sicherlich verlockend schnell mal ein solches Fahrzeug für eine Wochenendtour zu mieten.

Vorher jedoch sollte man sich vom Vermieter ausführlich die Handhabung des Trikes erklären lassen. Bei einer Testfahrt zusammen mit dem Vermieter kann man sich an die Eigenheiten des Trikes gewöhnen. Seriöse Vermieter werden schon im eigenen Interesse eine solche Einweisung und Sicherheitsbelehrung durchführen.

Fazit

Ein Trike zu fahren ist eine interessante Alternative zu einem Cabrio oder Motorrad. Nach einer gewissen Eingewöhnung ist ein solches Fahrzeug auch leicht zu beherrschen und bietet dank der Rückenlehne ein bequemes und entspanntes Fahrvergnügen.

Bildquelle: Boom-Trikes