Jeden fünften Deutschen zieht es im Winter auf die Skipiste. Doch der Weg zu den Freuden des Wintersports ist gepflastert mit verschneiten und vereisten Straßen.
Wer zum Skifahren in die Berge fahren will, für den muss die Montage von Winterrädern eine Selbstverständlichkeit sein. Aber auch in gemäßigten Breiten sollten in der kalten Jahreszeit Winterreifen verwendet werden. Bereits ab Temperaturen von Plus 7 bis 8 Grad verhärten sich die Gummimischungen von Sommerreifen; dies führt zu einer deutlichen Verschlechterung des Reifengrips.
Doch auch mit Winterreifen stößt man schnell an die Grenzen der Mobilität. Am Berg geht dann oft gar nichts mehr. Und wenn das Schneekettenschild auftaucht, müssen die Schneeketten aufgezogen werden!
Wer ohne weiterfährt, riskiert ein Bußgeld, auch wenn die Straße noch trocken ist. Denn hinter der nächsten Kurve kann eventuell eine geschlossene Schneedecke warten.
Ohne Schneeketten ist das Risiko, dass der Wagen hängen bleibt und den Verkehr behindert, größer. Kommt es dadurch zu einem Unfall, kann es teuer werden. Denn weil keine Kette montiert war, kann die Versicherung einen Teil der Leistung verweigern. Die Haftpflichtversicherung bezahlt zwar den Schaden des Unfallopfers, die Vollkaskoversicherung kann aber bei einem Schaden am eigenen Fahrzeug prüfen, ob dieser möglicherweise grob fahrlässig herbeigeführt wurde.
Steuern Sie rechtzeitig am besten einen Parkplatz an; hier können die Ketten gefahrlos und in Ruhe auf die Antriebsräder aufgezogen werden.
Die Investition in Schneeketten lohnt sich also fast immer - nur, es sollten schon gute Marken-Schneeketten sein, die sich durch
auszeichnen.
Schneeketten von guter Qualität scheinen zunächst teuer, sind aber letztlich preiswerter, dank ihrer höheren Haltbarkeit und ihrer besseren Fahreigenschaften. Ein GS-Zeichen weist darauf hin, dass die Kette die nötigen Mindeststandards erfüllt. Ketten mit dem GS-Zeichen haben zusätzlich Praxistests im Schnee bestanden.
Notieren Sie sich am besten schon zuhause die
des Fahrzeugs, das "in Ketten gelegt" werden soll.
Sie sollten unbedingt darauf achten, dass die Kette auf die "Sohlengröße" Ihres Autos passt. Aufschluss darüber gibt ein Vergleich der Reifendimensionen mit den Hinweisen auf der Verpackung. Eine verständliche Gebrauchsanweisung, eine leichte Montage und ein stabiles Behältnis zum Aufbewahren der Kette sollte selbstverständlich sein.
Wie schon mehrfach erwähnt sollten Sie darauf achten, dass die Ketten leicht zu montieren sind; lassen Sie sich dies auf jeden Fall vom Verkäufer demonstrieren und probieren Sie es selbst vor Ort aus.
Wenn es mit den bereitgestellten Demonstrationskonfigurationen schon schwierig wird, dann können Sie ohne weiteres davon ausgehen, dass es bei Kälte, Schnee, Dunkelheit und montierten Rädern nicht einfacher wird.
Achten Sie bei Seil- oder Bügelketten vor allem auf die Qualität der Kette. Die Kettenglieder sollten möglichst dick sein und einen stabilen Eindruck machen, sonst können sie beim Fahren auf nicht schneebedecktem Asphalt schnell reißen.
Problematisch könnte die Montage und Demontage der Seilketten werden. Denn bei vereisten Kettengliedern, kann die Montage zu einer ziemlich kalten und nervenaufreibenden "Fummelei" werden, weil die Kette hinter dem Reifen verhakt werden muss. Bei einem engen Radkasten gerät da so mancher Autofahrer ins Fluchen.
Als komfortabler, aber eben auch teurer, erweisen sich da schon Stahlringketten, welche die Montage hinter dem Rad wesentlich erleichtern. Sie werden einfach nur über den Reifen gelegt und mit einem Hakenverschluss festgezurrt. Die meisten Modelle liegen gut am Reifen an. Stahlringketten sind für Heck- wie Frontantriebe geeignet.
Sie sind im Ernstfall am einfachsten zu montieren. Allerdings müssen Sie vor der Abfahrt in den Schnee in "Vorleistung" gehen. So muss bei jedem Antriebsrad eine spezielle Montagemutter vorher aufgeschraubt werden; auch muss die Länge der Kettenglieder der entsprechenden Reifengröße vorher angepasst werden.
Sind diese Vorarbeiten im Trockenen erledigt, dann ist die Montage im Schneechaos ganz einfach. Die Schneekette wird an der Radmutter befestigt, auf den Reifen gelegt, und schon kann der Autofahrer losfahren. Die Kette zieht sich beim Fahren von alleine auf, Sie müssen also nicht noch einmal anfahren, aussteigen und nachzurren, wie bei den anderen Modellen.
Anfahrhilfen können sinnvoll eingesetzt werden, wenn ein festgefahrenes Fahrzeug wieder flott gemacht werden soll oder wenn es sich nicht lohnt, auf kurzen Problemstrecken Ketten anzulegen. Sie sind kein Schneeketten-Ersatz im Sinne der StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) und reichen nicht aus, wenn auf einer Strecke Schneeketten vorgeschrieben sind.
Anfahrhilfen werden an einem bereits vormontierten Zwischenstück an der Felge befestigt. Metall- und Kunststoffelemente sorgen für gute Griffigkeit bei hoher Verschleißfestigkeit. Die Anfahrhilfe zieht sich nach ein paar Metern von selbst fest.
Um im Ernstfall mit den Ketten schnell zurechtzukommen, ist ein vorangehendes "Trockentraining" zum Einüben unerlässlich, auch wenn der Nachbar schmunzelt.
Mit Anfahrhilfen, wie sie heute im Handel zu haben sind, ist die Montage unkompliziert.
Achten Sie bitte darauf, das Kettenpaar stets auf die angetriebenen Räder aufzuziehen und nach kurzer Fahrt nachzuspannen.
Hinweis:
Wenn Ihr Fahrzeug allradgetrieben ist und Sie nicht alle Achsen mit Ketten ausrüsten wollen, sind die Schneeketten auf der Hauptantriebsachse zu montieren. Dies ist auch bei den sogenannten Sport Utililty Vehicles (SUV) zu beachten.
Im Hinblick auf die Grenze der Bodenhaftung und den Verschleiß der Schneeketten ist ein umsichtiger Umgang mit dem Gas- und Bremspedal erforderlich. Optimale Sicherheit bei extremen Winterverhältnissen bieten Ketten auf sämtlichen Rädern. Auch Sport Utility Vehicles (SUV) und andere allradgetriebene Fahrzeuge kommen nicht ohne Ketten aus, vor allem bei Bergabfahrten.
Wie Sie vielleicht wissen, ist der Bremsweg auf Eis achtmal so lang wie auf eisfreiem Asphalt. Da werden Straßen schnell zu Rutschbahnen und Blechschäden sind noch das Geringste, was einem passieren kann. Bei verschneiter Fahrbahn kommt das Fahrzeug mit Ketten deutlich früher zum stehen als mit Winterreifen.
Die Fahrt auf trockener Fahrbahn ist nicht unproblematisch. Bei einer Vollbremsung mit Kette rutscht ein Kfz weiter. Kein Wunder, denn das Metall haftet kaum auf dem Untergrund; der Bremsweg ohne Ketten ist deutlich geringer.
Bevor die Schneeketten im Frühjahr "eingemottet" werden, sollten Sie die Ketten gründlich mit warmem Wasser reinigen und vor dem Wegpacken gut trocknen lassen; Gleit- und Konservierungssprays runden den "Heimservice" ab.
Manche Schneeketten-Hersteller bieten von April bis September einen besonderen Service an. Dabei werden defekte Glieder ausgetauscht und die Ketten auf Wunsch neu verzinkt. Passen die Ketten nicht mehr zum Auto, weil Sie sich beispielsweise ein Fahrzeug mit einer anderen Reifengröße zulegt haben, kann es sich lohnen, gut erhaltene Ketten umarbeiten zu lassen.
Paragraph 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) gebietet, mit Schneeketten stets ein Tempolimit von 50km/h einzuhalten. Das ist vielen Fahrern unbekannt. Wer gegen dieses Limit verstößt, riskiert nicht nur eine Geldbuße, sondern auch einen übermäßigen Verschleiß und im schlimmsten Fall ein Reißen der Kette.
Erhebliche Bußgelder riskieren Autofahrer in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland, die ihre Winterreise ohne Schneeketten antreten. Denn auf vielen alpinen Gebirgsstraßen besteht Schneekettenpflicht. Wenn das runde blaue Verkehrszeichen mit den darauf abgebildeten Ketten am Straßenrand erscheint, heißt es: Ketten aufziehen. Das gilt auch für Allradfahrzeuge / Sport Utility Vehicles (SUV) und sogar für Straßen, die zunächst schnee- und eisfrei sind.