Die Zeiten, als Papa jeden Samstagnachmittag Auto gewaschen hat, sind lange vorbei. Heute soll die Autowäsche effektiv, zeitsparend, umwelt- und gesundheitsverträglich erfolgen. Diese Wünsche werden am besten in einer professionellen Waschanlage erfüllt. Wer selber Hand anlegen will, hat eine fast unüberschaubare Anzahl an Reinigungs- und Pflegemitteln zur Auswahl. Welche davon sind sinnvoll und was ist bei der Anwendung zu beachten?
Gezielte und rechtzeitige Pflege schont den Lack Ihres Fahrzeuges und bedeutet längere Haltbarkeit. Entscheidend für die Häufigkeit der Pflege ist der Zustand des Lackes Ihres Fahrzeugs, nicht der regelmäßige Turnus.Die folgende Auflistung ist eine grundsätzliche Einteilung der Pflegemittel. Da die Hersteller für gleiche Produkte unterschiedliche Namen verwenden und es viele Kombiprodukte gibt, ist eine Zuordnung der Produkte oft schwierig. Fragen Sie in Zweifelsfällen Ihren Händler, ob das ausgewählte Produkt für den vorgesehenen Verwendungszweck geeignet ist.
Das Waschen mit viel klaren Wasser ist normalerweise ausreichend. Bei hartnäckigen Verschmutzungen kann die Verwendung von Shampoo angebracht sein. Spülen Sie auch hier mit viel klarem Wasser nach. Bei hartnäckigen Verschmutzungen reicht oft ein Einweichen mit Wasser bzw. eine Bearbeitung mit einem Insektenschwamm.
Nach dem Waschen sind die Wasserreste mit einem Autoledertuch zu entfernen, um Kalkränder zu vermeiden.
Spezialwaschmittel sind normalerweise nicht notwendig. Sie belasten nur die Gesundheit und Umwelt.
Lackreiniger sind nur für stark verwitterte Lacke notwendig, da sie „grobe“ Schleifpartikel enthalten.
Polituren gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, z.B. für neue Lacke, matte bzw. verwitterte Lacke und als Kombiprodukte mit Hartwachs (zum Konservieren).
Für beide Produkte gilt, dass sie nicht zu oft verwendet werden sollten, da sie Schleifpartikel enthalten, die bei jeder Anwendung etwas von der Lackschicht abtragen. Die Decklackschicht bei modernen Autos beträgt nur ca. 0,04 –0,06 mm.
Eine Anwendung ist nur dann notwendig, wenn Regenwasser nicht mehr abperlt, sondern „stehenbleibt“.
Vor dem Polieren muss der Lack sauber und trocken sein.
Autopolieren ist kraftaufwendig, behandeln Sie deshalb immer nur Teilflächen (max. 0,5 qm). Zum Polieren ist ein Poliertuch oder weiches Tuch, z. B. ein altes, sauberes T-Shirt, geeignet.
Bringen Sie kein Poliermittel auf Gummi- und Kunststoffteile auf, da diese graue Schlieren bekommen können.
Es gibt spezielle Poliermaschinen, mit denen die Arbeit wesentlich erleichtert wird. Normale Schleifmaschinen mit Polieraufsatz sind jedoch nicht geeignet, da diese meist eine zu hohe Drehzahl haben und der Lack dadurch erwärmt wird.
Hartwachs dient als Konservierungsmittel für gut erhaltenen Lack sowie nach der Anwendung von Lackreinigern und Polituren, falls diese noch kein Konservierungsmittel enthalten.
Bei Bedarf auf den gewaschenen, trockenen Lack mit Polierwatte, Poliertuch oder weichem Tuch (z. B. altes, sauberes T-Shirt) dünn auftragen und nach kurzer Einwirkungszeit auspolieren.
Bearbeiten Sie immer nur Teilflächen (max. 0,5 qm) und bringen Sie kein Hartwachs auf Gummi- und Kunststoffteile.
Bringen Sie den Felgenreiniger entsprechend den Herstellerangaben auf und lassen Sie ihn einwirken. Sollen Alufelgen bzw. beschichtete Felgen gereinigt werden, verwenden Sie nur einen Reiniger der dafür geeignet ist und beachten Sie genau die angegebene Einwirkungszeit. Bei starken Verschmutzungen können Sie mit einem (Insekten-) Schwamm oder einer Bürste nacharbeiten.
Cockpitspray ist nur für Kunststoffteile gedacht. Bringen Sie niemals Spray auf das Lenkrad, die Pedale, Schalthebel, Windschutzscheibe, Sitzflächen oder die Verglasung. Die Pedale, Schalthebel und das Lenkrad können eine glatte, rutschige Oberfläche bekommen, sodass z.B. eine schnelle Lenkreaktion nicht mehr möglich ist, da die Hände abrutschen. Bei unsachgemäßer Verwendung können Flecken und Streifen entstehen. Prüfen Sie die Materialverträglichkeit an einer verdeckten Stelle.
Bei vielen neuen Fahrzeugen wird von einer Motorwäsche abgeraten. Zum einen kommt man an den Motor aufgrund von Verkleidungen nicht mehr ran, zum anderen ist die eingebaute Elektronik gegenüber Spritzwasser äußerst empfindlich.
Wollen Sie eine Motorwäsche bzw. Unterbodenwäsche durchführen, so darf diese nur in Reinigungsanlagen mit Ölabscheider erfolgen, da ansonsten ölhaltiges Wasser in die Kanalisation und in das Erdreich gelangen kann.
Zum Fensterreinigen eignet sich ganz normaler Fensterreiniger für den Haushalt.