Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Wasserkocher

Von: Nicole Krottenmüller - Regierung von Oberbayern, Gewerbeaufsicht

Der elektrische Wasserkocher gehört zu den praktischsten Möglichkeiten schnell und sparsam Wasser zu erhitzen. Mittlerweile gibt es in fast jedem Haushalt mindestens ein Gerät.

Elektrischer Strom und kochendes Wasser: diese Kombination kann aber auch zu schweren Unfällen führen!

Modellpalette

Elektrische Wasserkocher werden in großer Modellvielfalt angeboten. Die Leistungen reichen von 600 bis 3.000 Watt; das Volumen von 0,5 bis 1,7 Liter. Die leistungsstärksten Geräte können einen Liter Wasser in weniger als drei Minuten zum Kochen bringen. Mittlerweile gibt es auf dem Markt bereits Modelle mit integriertem Wasserfilter oder mit der Möglichkeit die gewünschte Temperatur einzustellen.

Weit verbreitet sind schnurlose, so genannte "Cordless Modelle" die sehr praktisch sind:
Sie können leicht direkt am Wasserhahn befüllt werden, ohne dass jedes Mal der Stecker aus der Wandsteckdose gezogen werden muss. Geräte mit einer "Rundum-Aufsetzstation" (dem sog. Sockel) ermöglichen ein Aufsetzen des Wasserbehälters auf den Sockel von jeder Richtung und bieten somit für Links- und Rechtshänder den gleichen Komfort.

Aufbau

Elektrische Wasserkocher verfügen entweder über einen Heizstab oder inzwischen meist über ein sogenanntes verdecktes Heizelement.

Die Funktionsweise des Heizstabes / der Heizspirale kann mit der eines Tauchsieders verglichen werden. Das Wasser wird mit Hilfe von elektrischer Energie erhitzt, die dabei entstehende Wärme wird von der Heizspirale auf das Wasser übergeben. Die Heizspirale ist isoliert (meistens mittels Keramik), um das Übertagen des elektrischen Stromes zu vermeiden. Bei alten oder kaputten Geräten kann diese Schicht fehlerhaft sein, so dass man bei diesen Geräten von einer erhöhten Sicherheitsgefahr ausgehen kann.

Bei Wasserkochern mit einem verdeckten Heizelement sieht man den Heizstab nicht mehr. Dadurch ist z. B. das Reinigen des Wasserkochers erheblich einfacher. Wie bei jedem anderen Wasserkocher auch, sollte man auch die schnurlosen Exemplare niemals in der Spülmaschine reinigen oder ähnliches im Waschbecken zu tun.

Sicherheitsanforderungen

Wasserkocher können aber nicht nur schnell und komfortabel sein. Bei unsachgemäßer Handhabung oder bei Geräten, die den Sicherheitsanforderungen nicht entsprechen, können sogar Brände entstehen.

Folgende Mindestanforderungen müssen erfüllt werden:

  • Wasserkocher dürfen nur mit der mitgelieferten Abstellvorrichtung benutzt werden.
  • Automatische Abschaltung / Schutztemperaturbegrenzer
    Jeder Wasserkocher muss über eine automatische Abschaltung verfügen. Diese bewirkt, dass die Stromzufuhr sofort unterbrochen wird, sobald das Wasser eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Hierfür besitzen die Wasserkocher in der Regel einen Temperaturfühler aus Bimetall. Der aufsteigende Wasserdampf erwärmt diesen. Ab einer bestimmten Temperatur (meistens 90 Grad Celsius) schaltet er sich dann automatisch aus. Dies hat auch den Vorteil, dass nur soviel Energie aufgebracht wird, wie das Gerät zum Erwärmen des Wassers auch wirklich benötigt.
    Dies funktioniert in der Regel nur, wenn der Deckel während des Kochvorgangs geschlossen ist.
    Verschmorter Wasserkocher Sind Geräte defekt, kann es durchaus möglich sein, dass Sicherheitsfunktionen gestört sind: dann kocht das Wasser immer weiter. Besonders gefährlich wird es, wenn das komplette Wasser verdampft ist. Ab diesem Zeitpunkt überhitzt der Wasserkocher, was dazu führen kann, dass das elektrische Gerät einen Kurzschluss erleidet. Bei einem Wasserkocher aus Kunststoff kann zusätzlich das Material anfangen zu schmelzen. Um ein solches Szenario zu vermeiden, haben viele Wasserkocher einen Überhitzungsschutz eingebaut.
  • Überhitzungs- bzw. Trockengehschutz
    Dieser sorgt dafür, dass sich das Gerät bei einer zu geringen Füllhöhe automatisch abschaltet bzw. nicht einschalten lässt.
    Jedes Gerät muss mit Markierungen versehen sein, die den minimal bzw. maximal zulässigen Flüssigkeitsstand angeben. Wichtig ist, dass das Heizelement komplett mit Wasser bedeckt ist.
  • Deckel
    Wasserkocher müssen so gebaut sein, dass kein Wasser beim Kochen austritt. Hierzu sind die Geräte mit einem Deckel ausgestattet.
  • Isoliertes Stromkabel, Zugentlastung
  • Isolierfähigkeit des verarbeiteten Materials
    Bei der Benutzung des Wasserkochers ist es außerdem sehr wichtig, dass die Bereiche, mit denen der Mensch in Kontakt kommt, auch gut isoliert sind. Dazu gehört vor allem der Griff des Wasserkochers.

Kennzeichnungen

Auf dem Typenschild müssen mindestens der Hersteller, die Spannung in Volt, die Anschlussleistung in Watt oder der Bemessungsstrom in Ampere, sowie die Modell- oder Typbezeichnung angegeben sowie das CE-Zeichen vorhanden sein.

Abstellvorrichtungen (Versorgungsstationen), die mit schnurlosen Wasserkochern ausgeliefert werden, müssen ein Kennzeichen des Herstellers und eine Modell- oder Typbezeichnung besitzen.

Kauftipps, Reinigung und Pflege

Es muss eine verständliche, deutschsprachige Bedienungsanleitung mitgeliefert werden. Das GS-Zeichen ist zwar bei elektrischen Haushaltsgeräten oft angebracht, es ist jedoch nicht vorgeschrieben.

Nur abgekühlte Wasserkocher bei gezogenem Netzstecker reinigen!
Abstellvorrichtungen für schnurlose Wasserkocher müssen den Hinweis tragen, dass sie nicht mit feuchten oder nassen Tüchern gereinigt werden dürfen, da ansonsten die Gefahr besteht, einen elektrischen Schlag zu erhalten.

Gewährleistungs-Tipp

Der Handel ist seit dem 31.12.2001 verpflichtet, für neue Geräte zwei Jahre die gesetzliche Gewährleistung (Sachmängelhaftung) zu übernehmen. Es empfiehlt sich daher, die Rechnung oder den Kassenzettel aufzubewahren.

Grundsätzlich gilt:
Immer die Bedienungsanleitung lesen und die vom Hersteller gemachten Hinweise beachten!

Bildnachweis:
(metallic water boiler) © PRILL Mediendesign - Fotolia.com
(Table during a lunch) © 1506965 - Fotolia.com
(Verschmorter Wasserkocher) © Bayerische Gewerbeaufsicht