Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

UNFALL: Unfallgefahren und Unfallschutz für den Verbraucher

Von:
Uwe Scheibner - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Dipl.-Ing. Hans Sigl - Regierung von Oberbayern, Gewerbeaufsicht
Robert Prey - Regierung von Oberbayern, Gewerbeaufsicht

Kleinkind spielt mit Reinigungsmitteln

Alle 4 Sekunden - passiert ein Unfall in Deutschland!
Dies ergibt sich allein aus den jährlich rund 8 Millionen registrierten Unfällen. Über 60 % der gemeldeten Unfälle ereignen sich in der Freizeit. Durch gezielte Informationen zu den vielschichtigen Themen des Verbraucherschutzes können Sie sich und Andere im Vorfeld schützen.
Neben der so genannten "Hilfe zur Selbsthilfe" für den Verbraucher (z.B. über das VerbraucherInformationsSystem - dem VIS-Internet-Portal), wird durch verschiedene Maßnahmen der Verbraucherschutzbehörden wie z.B. Untersuchungen, Prüfungen und Marktaufsicht versucht, die Unfallgefahren bereits im Vorfeld zu verringern.

Ungefähr 1,8 Millionen Unfälle betreffen jährlich Kinder bis zu 14 Jahren (Quelle: Deutsche Liga für das Kind).
Kinder und Jugendliche sind insbesondere durch Verbrennungen, Ersticken sowie Ertrinken und sogar durch Unfälle mit Spielzeug gefährdet.

Jugendliche und Erwachsene erleiden Unfälle in Heim und Freizeit überwiegend mit Maschinen, Geräten und Sportartikeln.

Senioren sind häufig durch Sturzunfälle gefährdet. Diese werden meist durch im Weg stehende Gegenstände ,falsche Schuhe oder ungeeignete Leitern und Tritte verursacht.
Tipps zur Vermeidung von Sturzunfällen finden Sie in der DSH-Broschüre "Sicher leben auch im Alter - Sturzunfälle sind vermeidbar".

Im Jahr 2012 kamen in Deutschland über 8.100 Menschen bei Haushaltsunfällen ums Leben. (Quelle: Das Sichere Haus).
Über die Hälfte aller Unfälle könnte durch entsprechende Prävention verhindert werden.
Etwa 80% aller tödlichen Haushaltsunfälle widerfahren Menschen, die älter als 65 Jahre sind.

Mögliche Unfallursachen

Einige der häufigsten Unfallursachen sind falsches Verhalten durch Unwissenheit und fehlerhafte Handhabung mancher Geräte und Produkte.
Besondere Vorsicht ist im Umgang mit Maschinen und Geräten geboten. Produktfehler, fehlende Sicherheitseinrichtungen oder mangelnde Qualitätsstandards sind mögliche Unfallursachen. Das Fehlen von erforderlicher Schutzausrüstung ist ein sehr häufiger Unfallgrund im Privatbereich.

Beispiele:

Defekter Schutzkontaktstecker
Defekter Schukostecker
  • Nichtbeachtung der Bedienungsanleitung.
  • Ignorieren von Sicherheitshinweisen und -vorschriften:
    • Lange, offene Haare verfangen sich z.B. bei der Bohrmaschine oder Drehbank die Folge: Kopfhautverletzungen;
    • Sorgloser Umgang mit Energie und Feuer führen z.B. beim Grillen zu Verbrennungen;
    • Unachtsames Arbeiten mit heißen Flüssigkeiten am Küchenherd kann zu Verbrühungen führen.
  • Fehlender "Not-Aus-Schalter" bzw. nicht vertiefter Feststellknopf an Maschinen.
  • Vergiftungen durch Haushaltschemikalien.
  • Verwechslungsgefahr durch unsachgemäße Lagerung von Reinigungsmitteln nicht im Originalbehälter.
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Unfallschutz in Haushalt, Sport und Freizeit

Über 60% aller Unfälle passieren in dem Bereich Sport und Freizeit!
Nach der Devise "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" finden Sie hierzu Informationen in dem Artikel: Hinweise zur Sicherheit im Freizeitsport.

Zum gezielten Suchen können Sie z.B. die Übersichtsseiten zu:

oder die komplette

benutzen.

Unfallschutz in Schule und Beruf

Der berufliche Unfallschutz ist im Sozialgesetzbuch (SGB) VII sowie im Arbeitsschutzgesetz festgelegt. Der Arbeitsschutz ist eine Aufgabe des Arbeitgebers und wird von den Arbeitsschutzbehörden überprüft.
Der Unfallversicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten ab.

  • Arbeitsunfälle sind Unfälle, die Versicherte infolge ihrer beruflichen oder sonst versicherten Tätigkeit (meist Arbeitsstätte, aber auch Schule, Kindergarten usw.) erleiden und die nicht absichtlich herbeigeführt wurden.
  • Wegeunfälle sind Unfälle, die sich auf dem unmittelbaren Weg zu einer versicherten Tätigkeit oder dem daran anschließenden, unmittelbaren Heimweg von einer versicherten Tätigkeit ereignen.

In ihrer Freizeit sind Arbeitnehmer nicht gesetzlich unfallversichert!  

Absicherung bei Verlust der Arbeitskraft

Durch schwere Krankheit oder einen Unfall kann die finanzielle Lebensgrundlage für die ganze Familie in Frage gestellt werden. Zur Absicherung Ihrer Familie empfiehlt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung haben (können), sollten das Unfallrisiko mit einer privaten Unfallversicherung abdecken. 

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Prävention

Prävention durch Verbraucherverhalten

Durch den richtigen Umgang mit Produkten (z.B. Grillanzündern), das Wissen und die richtige Anwendung der Grundregeln zum Betrieb (z.B. von einem Rasenmäher) kann der Verbraucher sich und Dritte vor Unfällen schützen.

Prävention durch Sicherheitstechnik und persönliche Schutzausrüstung

Ein wirksames Beispiel für Sicherheitstechnik im Elektrobereich stellt z.B. der Fehlerstromschutzschalter dar.
Unter persönlicher Schutzausrüstung  versteht man zum Beispiel Helme und Protektoren für Motorradfahrer, Radfahrer, Rollerblader und Reiter. Persönliche Schutzausrüstung kann nur schützen, wenn sie geeignet ist und auch getragen bzw. benutzt wird!

Prävention durch staatliche Vorschriften und Maßnahmen

CE-Kennzeichnung und GS-Zeichen

Beim Kauf sicherer Produkte stellen Prüfzeichen eine wichtige Entscheidungshilfe dar. Im Bereich VIS-Technik erhalten Sie Informationen zur Bedeutung der CE-Kennzeichnung des Herstellers sowie zum GS-Zeichen  der Prüfstellen. 

Staatliche Marktaufsicht

Die Europäische Union ermöglicht freien Verkehr für Bürger, Geld, Dienstleistungen und Waren.
Einige, wenige, so genannte "Schwarze Schafe" bringen auch unsichere bzw. gefährliche, Produkte auf den Markt.

Zum Schutze der Verbraucher schreibt die EU somit eine funktionierende Marktaufsicht vor. Diese wird in Deutschland von der staatlichen Gewerbeaufsicht gewährleistet.
Die Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht sind jedoch auf die Mithilfe aufmerksamer oder betroffener Verbraucher angewiesen.
Weitere Informationen zur staatlichen Marktaufsicht finden Sie in unserer Übersicht.
Die Gesamtübersicht zur Prävention durch Verbraucherverhalten und staatliche Maßnahmen können Sie hier aufrufen.

Sie haben es als Verbraucher selbst in der Hand einen Beitrag zu Ihrer persönlichen Sicherheit und zum Schutze anderer zu leisten:
Vor allem durch sorgfältige Information und richtiges Verhalten können die meisten Unfälle vermieden werden!

Und wenn doch etwas passiert: Unter der Notrufnummer 112 erhalten Sie Hilfe - nicht nur in Deutschland, sondern in allen Staaten der euopäischen Union.

Informationen zur Ersten Hilfe und das richtige Verhalten bei Notfällen finden Sie online bei "Der kleine Lebensretter".

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