Die Notwendigkeit und die Forderung, teure Energie einzusparen, bringt mit sich, dass Wohnungen und Häuser durch moderne Fenster und Türen immer "luftdichter" werden und dadurch verbrauchte, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft kaum noch durch frische Luft ersetzt wird.
Da Mensch und Tier ständig Feuchtigkeit an die Raumluft abgeben und Sauerstoff verbrauchen, erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit in den dichten Räumen und die Luftqualität verschlechtert sich. Besonders im Bad und in der Küche kann die Luftfeuchtigkeit hohe Werte annehmen. Jeder Mensch gibt beispielsweise über Nacht, während er schläft, bis zu ein Liter Wasser an die Luft ab. Auch durch vorhandene Zimmerpflanzen wird die Luftfeuchtigkeit erhöht.
Die relative Luftfeuchtigkeit ist das Verhältnis aus tatsächlich enthaltener, zur maximal möglichen Masse des Wasserdampfes in der Luft.
Die relative Luftfeuchtigkeit wird auch Sättigungsgrad genannt.
Die maximal mögliche Wassermenge (in Form von Wasserdampf), welche die Luft aufnehmen kann, ist von der Temperatur abhängig.
Ein Kubikmeter Luft kann etwa folgende Menge an Wasser aufnehmen und ist dann zu 100% gesättigt:
| - 7 °C | -> | 2,2g Wasser |
| 0 °C | -> | 4,4g Wasser |
| + 10 °C | -> | 8,8g Wasser |
| + 15 °C | -> | 11,0g Wasser |
| + 20 °C | -> | 17,0g Wasser |
| + 23 °C | -> | 20,0g Wasser |
Physikalische Hintergründe:
Es gibt mehrere physikalische Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit zu messen:
Für den Privathaushalt sind im Handel mechanische und elektronische Hygrometer erhältlich.
Zunehmende Beliebtheit erfahren die elektronischen Wetterstationen, welche neben der Temperatur gleich die Innen- und Außenluftfeuchtigkeit sowie zusätzliche Wetterwerte anzeigen.
Probleme mit der Luftfeuchtigkeit im Wohnraum treten dann auf, wenn im Vergleich zur Raumtemperatur kühlere Stellen vorhanden sind und die Luft mit Feuchtigkeit angereichert ist. Besonders in den Ecken zu Außenwänden herrscht oft wegen dem Vorhandensein von Kältebrücken eine niedrigere Oberflächentemperatur. Da die mit Feuchtigkeit angereicherte Luft bei Abkühlung die überschüssige Feuchtigkeit abgeben muss, kondensiert der Dampf an der kühlen Stelle. Es bildet sich Tau, die Wand wird feucht, die Fenster beschlagen.
Eine feuchte Wand hat schlechtere Wärmedämmwerte. Ist sie durchfeuchtet, kühlt sie bei niedrigen Außentemperaturen noch stärker ab, der oben geschilderte Effekt verstärkt sich.
An der feuchten Wand herrschen durch Farbe, Kleister, Tapeten ideale Bedingungen, die gesundheitsschädlichen Schimmel bzw. Pilze wachsen lassen.
Ist ein Schimmel bereits vorhanden, so macht er sich durch modrigen, muffigen Geruch oder durch erste dunkle Flecken bemerkbar.
Der Schimmel gibt an die Raumluft Sporen und Stoffwechselprodukte ab. Diese werden eingeatmet und können allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen.
Folgende Symptome können hierbei auftreten: Schnupfen, Niesen, Husten, Kopfweh, Müdigkeit, gerötete Augen, Hautauschlag, Bindehaut-, Hals- und Nasenreizungen.
Empfehlenswert ist auch der Einbau von Lüftungsanlagen, die einen kontinuierlichen Luftaustausch gewährleisten. Das Herzstück ist ein Wärmetauscher, der aus der verbrauchten Luft die Wärmeenergie entzieht und der kühleren Frischluft wieder zuführt. Die Wärmerückgewinnung beträgt bis zu 90 Prozent. So wird beim Lüften keine teure Energie ins Freie "verheizt " sondern bleibt im Wohnraum.
Auf dem Markt sind auch bereits kleinere Geräte, sog. dezentrale Lüftungsgeräte erhältlich, die nachträglich zur Lüftung eines Raumes eingebaut werden können.
Zentrale Lüftungsgeräte befinden sich nur in einem Raum und werden über ein Rohrsystem mit den Räumen verbunden. Diese Variante eignet sich bei Neubauten. Mit diesen Geräten ist es auch möglich, einen Erdwärmetauscher einzusetzen, der von außen angesaugte, kalte Frischluft im Winter vorwärmt (bzw. warme Luft im Sommer abkühlt) und dadurch weitere Energie einspart und den Komfort im Haus noch weiter erhöht.
Mit all diesen Geräten ist ein kontinuierlicher Luftaustausch gewährleistet - die Gefahr der Schimmelbildung wird nahezu ausgeschlossen. Darüber hinaus steigert sich natürlich das Wohlempfinden durch das Vorhandensein von frischer, sauerstoffhaltiger Luft.