Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

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Skischuhkauf

Von: Udo Münzel - Regierung von Oberfranken, Gewerbeaufsicht

Geeignetes Schuhwerk ist die Voraussetzung, im Sport- und Freizeitbereich freudvoll und sicherheitsoptimiert seinem Hobby nachgehen zu können. Dies trifft insbesondere für den Skisport zu, da der Skischuh ein sehr sensibles Bindeglied zwischen dem Skifahrer und seinem Sportgerät darstellt.

Der auf den ersten Blick teuere Skischuh stellt gerade im Hinblick auf seine Lebensdauer eine sinnvolle und wirtschaftliche Investition dar, wenn es der "RICHTIGE" ist.

Skischuh

Bedenken Sie:
Schmerzende, frierende Füße vermindern nicht nur die Konzentration, sondern müssen auch mit einem erhöhten Aufwand von Ihrem Körper versorgt werden und  potenzieren dadurch das Unfallrisiko.

Auswahlkriterien

Bitte bedenken Sie vorab, dass Ihre Füße im Tagesverlauf anschwellen, daher sollten Sie für den Skischuhkauf den späten Nachmittag einplanen.

Auf Grund der vielfältigen Leistengeometrien bietet der Fachhandel Möglichkeiten an, den Schuh individuell anzupassen. Ob computerunterstützt oder per Augenschein, Ihr Fachverkäufer wählt für Sie geeignete Modelle aus.

Anprobetipp

Unabhängig von der Vorauswahl muss nun eine Anprobe erfolgen. Dies sollte mit einem Paar Skikniestrümpfen geschehen, die nach Möglichkeit auch später auf der Piste verwendet werden. Ziehen Sie auf keinen Fall mehrere Strümpfe übereinander. Faltenbildungen und Druckstellen - die zu Krämpfen und offenen Wunden führen können - sind vorprogrammiert.

Welche Größe passt zu mir?

Leider werden auch heute noch Skischuhe zu groß gekauft. Bei einem passenden Skischuh sollten die Zehen beim Anziehen (mit durchgestreckten, geraden Beinen) vorne einen leichten Kontakt zum Schuh haben.

Durch leichtes Stapfen auf die Ferse wird sichergestellt, dass der Fuß im Fersenteil des Skischuhes satt sitzt.

Das Schließen der Schnallen ist in folgender Reihenfolge empfehlenswert:

  1. Ristschnalle zuerst schließen; bitte auf druckstellenfreien Sitz achten
  2. Als nächstes die darüberliegende Schnalle schließen
  3. Ristschnalle evtl. korrigieren
  4. Zehenschnalle schließen und
  5. Schienbeinschnalle und die Kraftschlussmanschette (wenn vorhanden) schließen

Der Schuh muss nun komfortabel, schmerzfrei und trotzdem fest sitzen; die Zehen sollten frei bewegt werden können. Lassen Sie den Skischuh für mindestens 20 Minuten angezogen und gehen Sie im Sportgeschäft umher, steigen Sie Treppen etc.

Anpassmöglichkeiten

Die meisten Skischuhe verfügen über ein thermoplastisches Anpassungssystem; des weiteren stehen Schäumungsverfahren des Innenschuhes zur Verfügung. Auch mit einem Handfön können Eigenanpassungen in begrenztem Maße durchgeführt werden.

Spezialwerkstätten bieten neben den bereits genannten Anpassungsmöglichkeiten zusätzliche Leistungen wie Schalenbearbeitung, den Füßen angepasste oder korrigierende Einlegesohlen (bei Fußschwäche) an. Bei diesem Verfahren werden die Fußsohlen mit einem Scanner oder anhand eines Blaupauseabdruckes analysiert. Das Ergebnis liefert einen neutralen Stand im Skischuh und somit auch über dem Ski.

Besonderheiten  

Kinder- und Jugendskischuhe

Kinderskischuhe sollten einen weichen und beweglichen Schaft haben und normgerecht sein. Weitere Informationen haben wir für Sie im Beitrag "Kinderskiausrüstung" zusammengestellt.

Frauenskischuhe

Um für Frauen einen passgenauen Schuh anbieten zu können, muss der weiblichen Anatomie im Wadenbereich Rechnung getragen werden. Der Schaft eines Frauenskischuhs ist weiter geschnitten als bei einem Mann, um den höheren Muskelansatz der Wade zu berücksichtigen.

Thermoeffekt

Der moderne Schuh hat einen Thermoeffekt. Kalte Füße bleiben daher kalt, warme Füße werden auch warm bleiben. Transportieren Sie deshalb Ihre Schuhe nicht im kalten Kofferraum Ihres Fahrzeuges. Sorgen Sie für warme Füße vor dem Anziehen der Schuhe.

Skischuhpflege

Nach dem Skilauf sollten Sie Ihren Innenskischuh zum Trocknen herausnehmen. Die Schnallen des Außenschuhs verschließen Sie straff.

Hinweis: Dieser Beitrag wendet sich nicht an die Alpinbereiche

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Bildnachweis: © Bayerische Gewerbeaufsicht