Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

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Mobilfunkbasisstationen - Ein Gefahrenpotential durch Elektrosmog?

Von: Marcus de Ridder - Bayerisches Landesamt für Umwelt

Der Antennenwald des frühen Fernseh- bzw. Radiozeitalters verschwindet immer mehr aus unserem Stadtbild. Stattdessen erscheinen auf immer mehr Gebäuden die Sendeanlagen der Mobilfunkbetreiber. Dabei wird gerichtete elektromagnetische Strahlung ausgesandt.

Wie groß sind die Auswirkungen der Strahlenbelastung wirklich?

In diesem Beitrag finden Sie

Die Leistungsflussdichte in der Umgebung der Sendeantenne hängt von mehreren Parametern ab:

  • Sendeleistung in Watt
  • Strahlbündelung der Antenne (Antennengewinn)
  • Abstand zur Antenne
  • Montagehöhe und Hauptstrahlrichtung der Antenne
  • Hindernisse zwischen Antenne und Betrachtungsort
  • Tageszeit (Anlagenauslastung)
  • Wetterbedingungen

Neben der Ausgangsleistung der Strahlenquelle und dem Abstand zum Sender sind die Orientierung des Hauptstrahls und Hindernisse zwischen Antenne und Betrachtungsort maßgebend.

Mit Hilfe einer Computersimulation kann das Abstrahlverhalten einer Mobilfunkantenne dargestellt werden. Dargestellt ist eine typische Mobilfunk-Sektorantenne, die mit 40 W gespeist wird und auf einem Haus in 30 m Höhe montiert ist.

Die Farben symbolisieren die Leistungsflussdichte.
Die Farbe Weiß steht für Flussdichten kleiner als 0,1 mW/m², rosa steht für Flussdichten größer als 10 mW/m².
Da der Hauptstrahl erst in ca. 170 m Entfernung von der Antenne den Boden trifft, treten dort Flussdichten auf, die kleiner als 2 mW/m² sind (hier dunkelgrün). Die Farben für die Simulation sind willkürlich und bedeuten nicht, dass grüne Bereiche ungefährlich und rote Bereiche gefährlich sind.

Betrachtet man einen Punkt außerhalb des Hauptstrahls oder wird der Hauptstrahl durch Gebäude gedämpft, so sind die Werte sehr viel niedriger. Dies gilt ebenso in Gebäuden und an Orten ohne direkten Sichtkontakt zu einem Mobilfunkmast; dort werden Leistungsflussdichten von 1 mW/m² selten erreicht. In Wohnungen liegen typische Werte zwischen 0,001 mW/m² und 1 mW/m². Die gesetzlichen Grenzwerte (26. BImSchV) liegen je nach Mobilfunkfrequenz umgerechnet zwischen 4,5 W/m² und 10 W/m² und werden selbst in unmittelbarer Nähe zur Mobilfunkbasisstation im Regelfall weit unterschritten.