Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Online-Banking

Von: Verbraucherzentrale Bayern e.V.

Die meisten Bankgeschäfte lassen sich heute bequem von zuhause aus und vor allem rund um die Uhr erledigen. Egal, ob Geld überwiesen werden muss, Wertpapiere ge- oder verkauft werden oder ein Dauerauftrag geändert wird: Online-Banking macht es zu jeder Zeit möglich.

Vor- und Nachteile

Über die stetig steigende Zahl der Nutzer sind auch die Kreditinstitute erfreut. Jeder Kunde, der seine Geschäfte selbst am PC vornimmt, bringt für die Bank einen Rationalisierungsvorteil. Dank zahlreich aufgestellter Geldausgabeautomaten kann zunehmend teures Personal am Schalter eingespart werden.
Über diese Entwicklung ist nicht jeder Bankkunde erfreut. Gerade ältere Leute haben häufig weder die technische Ausstattung noch das notwendige Vertrauen in die neuen Übertragungstechniken und lassen sich beim Ausfüllen von Überweisungsträgern lieber von einem Bankangestellten helfen. Diesen "Luxus" lassen sich einige Kreditinstitute mittlerweile teuer bezahlen.

Je mehr Nutzer ihre Zahlungen online ausführen, desto lukrativer wird dieser Markt auch für Kriminelle, die fremde Daten ausspähen und die Zahlungssysteme missbrauchen. Verbraucher sollten daher besonders achtsam mit persönlichen und vertraulichen Daten im Internet umgehen.

Beim Online-Banking gilt ebenso wie bei der Kartenzahlung eine verschuldensunabhängige Haftung des Nutzers bei Missbrauch. Wird beispielsweise unerlaubt eine Onlinebuchung von einen Dritten ausgeführt, ohne dass der Kontoinhaber seinen Zugang rechtzeitig sperren konnte, kann dieser auch ohne eigenes Verschulden gegenüber seiner Bank für den entstandenen Schaden bis zu einer Höhe von 150 € haften. Diese Regelung hat in vielen Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken und Sparkassen Eingang gefunden. Verbraucher sollten sich daher bei ihrer Hausbank informieren.

Folgende Verfahren werden beim Online-Banking angeboten:

PIN/TAN-Verfahren

Hierbei handelt es sich wohl um das am meisten genutzte Verfahren, um Bankgeschäfte zu tätigen.

Der Kunde erhält eine PIN (Persönliche Identifikationsnummer). Diese kann, wie die PIN für den Geldautomaten, aus einer Zahl bestehen oder aus einer Buchstabenkombination. Je nach Kreditinstitut kann der Kunde die PIN verändern. Die PIN wird benutzt, um sich bei Bank einzuloggen.

Bei jeder Transaktion muss der Kunde zusätzlich eine TAN (Transaktionsnummer) eingeben, die jeweils nur für diesen einen Vorgang gültig ist. Hierfür erhält der Kunde von der Bank eine Liste mit Nummern. Sind alle TANs aufgebraucht, so versendet die Bank meist von allein eine neue Liste.

Achtzugeben ist auf so genannte Phishing-Attacken(von Password-Harvesting-Fishing); dies sind gefälschte E-Mails mit Links auf täuschend echt nachgemachte Webseiten, mit deren Hilfe die Zugangsdaten zu Online-Bankkonten erschwindelt werden sollen. Mitteilungen über gefälschte Internetseiten nehmen die betroffenen Banken sehr ernst. Sie können außerdem über das Online-Forum Phishing Radar öffentlich gemacht werden.

MobileTAN und chipTAN

Aus Sicherheitsgründen werden die seit mehr als 20 Jahren verwendeten papiergebundenen TAN durch mobileTAN oder chipTAN ersetzt.

Bei der mobilenTAN (mTAN) erhält der Kunde während des Überweisungsvorgangs eine einmalig zu verwendende TAN auf sein Mobiltelefon.

Beim Chip-TAN-Verfahren wird mittels eines Generators und der Bankkarte, ebenfalls nur für einen Banking-Vorgang, eine TAN generiert.

Der Sicherheitsvorteil beider Verfahren besteht in der anlassbezogenen TAN-Erstellung außerhalb des Internets. Obwohl dies sogar Überweisungen von unterwegs aus möglich macht, wird der Zugriff durch Hacker erschwert. Der eigene PC, aber auch das Smart Phone stellen jedoch auch weiterhin eine Schwachstelle für die Internetsicherheit dar.

Nachteil der neuen Verfahren ist, dass dem Kunden Mehrkosten entstehen. Für jede SMS etwa 9 Cent oder die Anschaffung des TAN-Generator für etwa 11 Euro. Da die Banken und Sparkassen durch das Onlineverfahren auch deutliche Kosteneinsparungen haben und es daher auch Institute gibt, die keine Mehrkosten verlangen, bleibt abzuwarten, ob sich über den Wettbewerb die kostenlosen Angebote nicht doch durchsetzen.

HBCI-Verfahren

Hier handelt es sich um eine Hardware-Lösung. Der Kunde kauft oder mietet von seiner Hausbank ein Home Banking Computer Interface.
Dabei handelt es sich um Kartenlesegerät, in das der Kunde eine Chipkarte steckt. Die deutschen Kreditinstitute haben insoweit einen gemeinsamen Standard erarbeitet, mit dem Homebanking noch sicherer, komfortabler und umfangreicher wird. Der HBCI-Standard wurde vom Zentralen Kreditausschuss der deutschen Kreditwirtschaft verabschiedet und erlaubt dank der Verwendung moderner kryptographischer Funktionen und der Nutzung von Chipkarten eine sichere Kommunikation über offene Netze wie das Internet.

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