Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Online-Bezahlverfahren – ePayment

Von: Verbraucherzentrale Bayern e.V.

Bid zeigt Computertaste "zur Kasse"Immer häufiger gehen Konsumgüter nicht mehr über den Ladentisch, sondern werden mit ein paar Klicks im Internet erworben. Das Einkaufen vom Computer aus wird von Verbrauchern millionenfach betrieben und zählt für viele zu den Selbstverständlichkeiten des Alltags. Zum schnellen Vertragsabschluss im Netz gehört aber auch ein schneller und sicherer elektronischer Zahlungsverkehr. Das sogenannte ePayment soll in diesem Beitrag vorgestellt werden.

Wie funktioniert ePayment?

Wer im Internet einkauft, kann auf verschiedene Zahlungsverfahren zurückgreifen.
Klassischerweise benötigt man ein Bankkonto und zahlt per Kreditkarte oder im Lastschriftverfahren. Verbraucher nutzen aber zunehmend auch die Möglichkeiten der Online-Überweisung von ePayment-Produkten wie Giropay, PayPal, ClickandBuy oder sofortüberweisung.

Der Käufer bestellt einen Artikel im Internet und vereinbart die Lieferung mit dem Verkäufer. Um sicherzustellen, dass der Käufer nur zahlen muss, wenn er die Ware wie vereinbart erhält und der Verkäufer trotz Lieferung nicht auf seiner Rechnung sitzen bleibt, wird ein ePayment-Anbieter als Zahlungsvermittler einbezogen. Der Käufer zahlt also nicht direkt an den Verkäufer, sondern hinterlegt den Kaufpreis bei dem Zahlungsvermittler. Nach Erhalt der Ware gibt der Käufer die Zahlung frei und der Zahlungsvermittler leitet den Geldbetrag an den Verkäufer weiter.

Wer keine Kontodaten im Netz hinterlegen möchte, kann auch auf Prepaid-Systeme zurückgreifen, wie sie beispielsweise von Web.Cent angeboten werden.
Über Infin-payment kann man kleine Rechnungsbeträge bis 100 € über die monatliche Telefonrechnung einziehen lassen. Diese Zahlungsmöglichkeiten werden als Handy-Payment auch für Mobiltelefone angeboten. Dies hat sich jedoch – wohl auch wegen Missbrauchsfällen in der Vergangenheit - nicht durchgesetzt.

Die gängigen Bezahlverfahren

Teilnahmebedingungen und Zahlungsweisen unterscheiden sich bei den verschiedenen ePayment-Angeboten sehr, die Unterschiede der Bezahlmöglichkeiten werden hier erläutert.
  • PayPal ist eine Tochter des Internetauktionshaues Ebay und bietet einen Online-Überweisungdienst an. Der Verkäufer zahlt eine von der Verkaufssumme abhängige Transaktionsgebühr, für den Käufer ist der Dienst entgeltfrei. Für Nutzung des Dienstes ist eine Online-Registrierung notwendig.

  • Bei ClickandBuy registriert sich der Nutzer einmalig und hinterlegt seine Bankdaten. Um Überweisungen auszulösen, muss sich der Nutzer in seinen passwortgeschützten Internet-Account einloggen. Die Buchungen werden monatlich über das Giro- oder Kreditkartenkonto des Nutzers ausgeglichen.

  • GiroPay heißt das gemeinsame Online-Zahlungsverfahren von Postbank, Sparkassen sowie Volksbanken und Raiffeisenbanken. Voraussetzung ist ein Online-Konto eines teilnehmenden Bankinstitutes. Über den Händler-Shop wird man in den Online-Banking-Bereich seiner Bank weitergeleitet. Dort löst der Käufer unter Verwendung einer TAN die Überweisung aus. Eine gesonderte Registrierung ist nicht erforderlich.

  • Bei Web.Cent handelt es sich um das Prepaid-Bezahlverfahren von Web.de. Es muss ein Guthaben beim Anbieter vorab eingezahlt werden, welches dann aufgebraucht wird. Überziehungen sind nicht möglich. Eine Online-Registrierung und Einrichtung eines kostenfreien E-Mailkontos ist Voraussetzung. Für eine Onlinezahlung ist die Angabe von E-Maildresse und Passwort erforderlich.

Chancen und Risiken von e-Payment

Vorteile

Gerade bei Zahlung von kleineren Beträgen im Internet greifen Verbraucher immer öfter auf ein ePayment-Verfahren zurück. Die Vorteile des Verfahrens bestehen in der schnellen Zahlungsabwicklung und einfachen Anwendung. So kann man häufig ohne komplizierte Vorbereitung innerhalb weniger Minuten einen Zahlungsvorgang einleiten und den Warenkauf abschließen. Durch die Zahlung unter Vorbehalt an den Zahlungsvermittler kann für den Käufer eine höhere Sicherheit erreicht werden, als wenn direkt an einen unbekannten Geschäftspartner geleistet werden würde.

Risiken

Neben den Vorteilen sind jedoch auch Risiken zu beachten, die mit der Nutzung eines Online-Bezahldienstes einhergehen. Zu nennen sind die Risiken im Zusammenhang mit hinterlegten und übermittelten Kundendaten. Die Fälle von Datenklau bei Internetservern mehren sich, so dass besondere Sorgfalt im Umgang mit sensiblen Daten von Anbieter-, aber auch Nutzerseite geboten ist. Neben der bestmöglichen Datenverschlüsselung durch die Anbieter ist auch eine ausgewogene Verteilung des Haftungsrisikos in Missbrauchsfällen notwendig. Denn auch wer sich vorbildlich im Netz verhält und seinen Computer schützt, ist nicht vor Fremdzugriffen sicher.

Auch der interne Umgang mit sensiblen Kundendaten verlangt den e-Payment- Anbietern besondere Sorgfalt im Bezug auf den Datenschutz ab. Beispielsweise prüft bei sofortüberweisung der Anbieter Payment Network AG neben dem automatischen Abgleich des Verfügungsrahmens bei 30 % der Transaktionen auch, ob es bei Käufer und Händler in den letzten 30 Tagen zu Zahlungsausfällen gekommen ist. Hierbei werden automatisiert Name, BLZ, Kontonummer, Betreff, Betrag und Datum der Überweisungen gespeichert.

Die Verbraucherbeschwerden mehren sich dort, wo es zu Störungen bei der Kauf- und Zahlungsabwicklung kommt. Wird die Ware nicht oder nicht vereinbarungsgemäß an den Käufer geliefert, kann das Verkäuferkonto gesperrt und der Kaufpreis erstattet werden. Ein solcher Käuferschutz muss anbieterabhängig innerhalb einer Frist von bis zu 45 Tagen bei dem ePayment-Anbieter beantragt und die Unterlagen zur Prüfung übermittelt werden.

Achtung-ZeichenWas viele erst später merken: Nicht alle Artikel, die online angeboten werden, genießen auch Käuferschutz. Welche Artikelgruppen betroffen sind, erfährt der Nutzer aber erst bei genauer Durchsicht der Bedingungen.

Verbraucher sollten sich, bevor sie einen ePayment-Dienst in Anspruch nehmen, über die Leistungsbedingungen genau informieren.

Mehr zum Thema

Der Freistaat Bayern stellt Ihnen auf dieser Website unabhängige, wissenschaftsbasierte Informationen zum wirtschaftlich-rechtlichen Verbraucherschutz zur Verfügung.

Einzelfallbezogene Rechtsauskünfte und persönliche Beratung können wir leider nicht anbieten. Auch dürfen wir Firmen, die sich wettbewerbswidrig verhalten, nicht selbst abmahnen.

Sollten noch Fragen zu Ihrem konkreten Sachverhalt verbleiben, wenden Sie sich bitte in Bayern an die Verbraucherzentrale Bayern oder den VerbraucherService Bayern, in anderen Bundesländern an die jeweilige Verbraucherzentrale.