Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Sichere Geldanlagen

Von: Verbraucherzentrale Bayern e.V.

In den letzten Jahren haben viele Verbraucher Geld durch spekulative und intransparente Geldanlagen verloren. Die Nachfrage nach sicheren Geldanlagen ohne Risiken ist daher gestiegen. Doch welche Produkte kommen in Frage, bei welchen Anlageformen kann man sicher sein, das Ersparte auch zurückzubekommen?

Was sind sichere Geldanlagen?

Sichere Geldanlagen zeichnen sich dadurch aus keinen Kursrisiken zu unterliegen oder gar abhängig von der Entwicklung der Weltmärkte oder einzelner Börsenindizes zu sein. Sie erzielen grundsätzlich keine besonders hohen Renditen, bieten durch den Kapitalschutz dem Anleger aber dafür die Sicherheit sein eingesetztes Kapital zurück zu bekommen. Ein solcher Kapitalschutz kann durch die sogenannte Einlagensicherung garantiert werden. In einem Insolvenzfall des Geldinstitutes sind die Einlagen der Kunden dann geschützt.

Ein Verbraucher, der eine sichere Geldanlage wünscht, sollte ein Produktangebot mit einem hohen Renditeversprechen kritisch hinterfragen. Auch bei sogenannten Garantiezertifikaten ist Vorsicht geboten, weil Anlegern im Fall einer Insolvenz des Herausgebers der Totalverlust droht.

Welche sicheren Anlagenformen gibt es??

Die nachfolgend dargestellten Produkte können als sicher bezeichnet werden, da sie alle über einen Kapitalschutz verfügen oder der Staat direkt als Schuldner auftritt. Abhängig davon, ob man bei Privatbanken, Sparkassen oder Genossenschaftsbanken, Bausparkassen oder der Bundesfinanzagentur Anlageprodukte erwirbt, greifen unterschiedliche Einlagensicherungssysteme. Auf die Einzelheiten wird im Beitrag Einlagensicherungnäher eingegangen.

Tagesgeldkonto und Sparbuch

Wer ständig über sein Geld verfügen möchte, für den ist das Tagesgeldkonto oder das Sparbuch eine geeignete Anlageform.

Auf einem Tagesgeldkonto kann das Guthaben ständig in voller Höhe auf das Girokonto zurücküberwiesen werden. Während sich das Geld auf dem Tagesgeldkonto befindet, wird es verzinst. Der Zinssatz wird von der Bank bestimmt und kann sich jederzeit verändern. Das Tagesgeldkonto ist nicht dazu gedacht Rechnungen zu bezahlen oder Barabhebungen vorzunehmen, es dient also nicht als Ersatz für das Girokonto.

Auch das Sparbuch gleicht in der Funktionsweise dem Tagesgeldkonto mit dem Unterschied, dass nur 2.000,- € monatlich verfügt werden können. Höhere Verfügen müssen mit einer 3-monatigen Kündigungsfrist angemeldet werden.

Festgelder und Sparbriefe

Festgelder und Sparbriefe zielen von Anfang an auf eine längere Bindung oder Vertragslaufzeit ab. Der Verbraucher legt hierbei sein Geld bei einer Bank für eine vereinbarte Laufzeit fest an. Während dieser Zeit kann nicht über das Geld verfügt werden, man sollte sich also vorher gut überlegen, wie lange auf das Geld verzichtet werden kann. Festgelder gibt es schon ab einer Laufzeit von einem Monat, Sparbriefe haben eine Mindestlaufzeit von einem Jahr. In einer Niedrigzinsphase sollte man sich nicht zu lange an einen Zins binden und eher kurze Laufzeiten wählen.

Banksparplan

Bei Anlegern, die monatlich etwas sparen wollen, bietet sich der Banksparplan an. Dabei wird dem Anleger die Möglichkeit gegeben monatlich Geld auf ein Konto anzusparen, welches von der Bank verzinst wird. Bei den meisten Banksparplänen bekommt der Verbraucher einen Bonus auf die Grundverzinsung. Dieser Bonus steigt mit der Laufzeit des Sparplanes entsprechend an. Banksparpläne mit variablem Zins haben den Vorteil, dass sie sich an das jeweilige Zinsniveau anpassen. Manche Kreditinstitute bieten zudem Riester-Banksparpläne an. Diese können als zusätzliche Altersvorsorge mit Zulagen vom Staat bespart werden.

Bausparvertrag

Ein Produkt, welches auch als sicher bezeichnet werden kann und zusätzlich noch die Möglichkeit für ein zinsgünstiges Darlehen in der Zukunft bietet, ist der Bausparvertrag. Ähnlich wie der Banksparplan ist der Bausparvertrag ein Finanzprodukt, um monatlich Geld anzusparen. Nach einer gewissen Laufzeit hat der Verbraucher die Möglichkeit - in der gleichen Höhe des angesparten Kapitals - ein zinsgünstiges Darlehen aufzunehmen. Dafür sind die Zinsen in der Ansparphase gegenüber dem Banksparplan oder Tagesgeldkonto vergleichsweise niedrig. Ein Bausparvertrag eignet sich auch dazu vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers anzulegen. Zusätzlich können je nach Einkommen auch noch staatliche Förderungen zu einer höheren Rendite beitragen.

Bundeswertpapiere

Auch Anlagen in Bundeswertpapiere gelten als sehr sicher. Es gibt je nach Laufzeit unterschiedliche Formen von Bundeswertpapieren, die je nach individuellem Bedarf ausgewählt werden können. Der Verbraucher stellt bei einer Anlage in Bundeswertpapiere dem Staat Geld zur Verfügung, welches dann zu einem vereinbarten Termin zurückgezahlt wird. Manche Bundeswertpapiere wie z.B. Bundesanleihen oder Bundesobligationen werden auch an der Börse gehandelt, was bedeutet, dass diese Papiere bei vorzeitigem Verkauf ein Kursrisiko beinhalten. Auch sollte hier beachtet werden, dass bei gleicher Laufzeit die Renditen häufig deutlich schlechter sind als bei Bankprodukten, die der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen.

Hypothekenpfandbriefe

Hypothekenpfandbriefe sind Schuldverschreibungen, bei denen sowohl der Zins als auch die Laufzeit vorgegeben sind. Diese können jederzeit über die Börse verkauft werden. Pfandbriefe werden von Hypothekenbanken und öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten herausgegeben, um Hypothekendarlehen zu finanzieren. Die Hypothekendarlehen sind durch Grundschulden abgesichert, dabei darf die Kreditsumme maximal 60% des Beleihungswerts der Immobilie betragen. Pfandbriefe gelten daher als Anlage mit sehr geringem Ausfallrisiko und sind mündelsichere Geldanlagen. Wie bei allen sicheren Geldanlagen sind die Renditen bei Pfandbriefen eher gering. Sollte ein Anleger seinen Pfandbrief vor Ende der vereinbarten Laufzeit über die Börse verkaufen, kann es aber zu Kursverlusten kommen.

Welche Kosten fallen bei den einzelnen Anlageprodukten an??

Weder beim Banksparplan, noch beim Tagesgeld, Sparbuch, Festgeld oder Sparbrief fallen Kosten für den Abschluss an. Diese Produkte verursachen auch keine laufenden Verwaltungs- oder Verwahrungskosten, wie z.B. Depotgebühren, was die Geldanlage transparenter macht.

Beim Bausparvertrag werden in der Regel Abschlusskosten in Höhe von einem Prozent der Bausparsumme fällig. Manche Bausparkassen verlangen zudem auch noch jährliche Kontoführungsgebühren oder sonstige Verwaltungsentgelte.

Kauf und Aufbewahrung von Bundeswertpapieren sind seit Ende 2012 nicht mehr kostenfrei möglich. Bundeswertpapiere werden über die Hausbank gehandelt, wobei sowohl beim Kauf, als auch beim Verkauf Gebühren anfallen. Zusätzlich kommen Depotkosten für die Verwahrung hinzu.

Pfandbriefe können in einem Depot bei einer Bank verwahrt werden. Es fallen Kosten für den Kauf und Verkauf an. Außerdem kommen je nach Konditionen des Depots jährliche Verwahrungskosten hinzu.

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