Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Kennzeichnung von Milch
Welche Informationen liefert die Verpackung / das Etikett?

Von: Véronique Germscheid, VerbraucherService Bayern

Kuhmilch gehört in Europa zu den wichtigen Grundnahrungsmitteln. Die Angebotspalette ist mittlerweile gewaltig. Aber die Kennzeichnung ist nicht immer einfach zu verstehen.

Milchpackung mit Kennzeichnung der Milchsorte und FettstufeAllgemeine Pflichtangaben auf der Verpackung

Verkauft bzw. in Verkehr gebracht werden dürfen Milchprodukte nur, wenn sie nach den Vorschriften der Konsummilch-Kennzeichnungs-Verordnung (MilchkennzV) und der Milcherzeugnis-Verordnung (MilchErzV) gekennzeichnet sind. Informationen wie Herkunft oder genaue Beschreibung des Inhalts werden so für den Verbraucher transparent gemacht.

Bildquelle: Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft, LVBM

Verkehrsbezeichnung / Milchsorte

Hierunter versteht man die Angaben

  • Vollmilch
  • teilentrahmte (fettarme) Milch oder
  • entrahmte Milch (Magermilch)
  • Oft findet sich auch der Begriff Trinkmilch mit der Angabe „xy % Fett“, wenn eine andere Fettgehaltsstufe gewählt wurde.

Angabe von Fettgehalt in Prozent

  • Bei Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt steht „mindestens 3,8 Prozent Fett“.
  • Bei Vollmilch mit eingestelltem Fettgehalt steht „mindestens 3,5 Prozent Fett“.
  • Bei fettarmer, also teilentrahmter Milch steht eine Angabe zwischen 1,5 und 1,8 Prozent Fett.
  • Nur bei der Magermilch, der entrahmten Milch mit maximal 0,3 Prozent Fett, ist die Angabe des Fettgehaltes nicht notwendig.

Name und Anschrift - Europäisches Identitätskennzeichen

Informationen, woher die Milch kommt, erhält man nicht nur durch den Namen und die Anschrift des Herstellers, Einfüllers oder eines in der EU ansässigen Verkäufers, sondern auch durch das Europäische Herkunft von MilchproduktenIdentitätskennzeichen. Dieses Kennzeichen informiert darüber, wo innerhalb der Europäischen Union die Milch sowie die Milch- und Käseprodukte bearbeitet oder verpackt wurden.

Abgelesen werden können sowohl der Wirtschaftsraum („EG“ für Europäische Union), das Herkunftsland (z.B. „D“ für Deutschland) sowie das Bundesland (z.B. „BY“ für Bayern), in dem das Produkt hergestellt bzw. zuletzt verarbeitet wurde.

Bildquelle: Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft, LVBM

Jeder Molkerei und Käserei ist eine fünfstellige Identifikationsnummer zugeordnet, die garantiert, dass der Betrieb nach EU-weit geltenden Hygienestandards arbeitet und überwacht wird. Die Kennziffern der einzelnen bayerischen Molkereien und Käsereien finden Sie hier.

Dieses Kennzeichen identifiziert also nicht den Milcherzeuger, sondern den Betrieb, in dem das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Bei pasteurisierter Konsummilch muss zusätzlich zum Mindesthaltbarkeitsdatum der Hinweis auf die entsprechende Lagerbedingung (z.B. "bei + 8 Grad C mindestens haltbar bis …") vermerkt sein.

Art der Wärmebehandlung

Seit Inkrafttreten der Konsummilch-Kennzeichnungs-Verordnung 2007 sind für erhitzte Milch nur noch die Kennzeichnungen „pasteurisiert“ und „ultrahocherhitzt“ erlaubt. Auf der Verpackung steht:

  • "pasteurisiert" für alle Milchsorten außer H-Milch und Rohmilch, also auch für die ESL-Milch.
    Zur besseren Unterscheidung der unterschiedlichen Pasteurisierungsverfahren kann auf Grund einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Konsummilchhersteller auf den Verpackungen mit ESL-Milch der Zusatz „länger haltbar“ vermerkt sein. Die klassische pasteurisierte Milch wird durch die Bezeichnung „traditionell hergestellt“ gekennzeichnet.
  • "ultrahocherhitzt" – diese länger haltbare Milch muss zusätzlich mit dem Buchstaben „H“ gekennzeichnet sein.

Füllmenge

Die Angabe erfolgt in Litern, mittlerweile sind auch andere Verpackungseinheiten als 0,5 und 1 Liter erlaubt.

Noch gibt es keine anderen Verpackungen im Handel, aber es lohnt sich genau hinzusehen.

Anreicherung und / oder Milchzuckeraufspaltung

Für den Fall, dass die Konsummilch mit Milcheiweiß, Mineralien oder Vitaminen angereichert wurde, muss dies an einer gut sichtbaren Stelle der Verpackung angegeben werden. Dies gilt ebenso für die Aufspaltung des Milchzuckers zur besseren Verträglichkeit bei Lactoseintoleranz. In beiden Fällen wird dann auch eine Nährwertkennzeichnung verpflichtend.

Siegel und freiwillige Angaben

ohne Gentechnik

Für Produkte, die nach festgelegten Regeln ohne Gentechnik hergestellt werden, gibt es ein offizielles Logo.

EU-Öko-Siegel

Produkte, die nach den Vorschriften der EG-Öko-Verordnung hergestellt werden, tragen das Bio-Siegel. Betriebe, die einem ökologischen Anbauverband angehören, tragen darüber hinaus das Verbandszeichen.

homogenisiert

Die Angabe “homogenisiert“ ist nicht mehr verpflichtend. Viele Hersteller deklarieren dies jedoch weiterhin auf freiwilliger Basis.