Übergewicht und Adipositas (Fettsucht) stellen in unserer Gesellschaft eines der größten Gesundheitsrisiken dar. Eine ganze Reihe von Erkrankungen, vor allem die sogenannten Zivilisationskrankheiten, sind mindestens zum Teil auf diese Ursachen zurückzuführen (z.B. Zuckerkrankheit, Gicht, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Krampfadern, Gallensteine, Gelenkentzündungen) bzw. werden durch Übergewicht und Adipositas begünstigt.
Übergewicht ist definiert als eine pathologische (krankhafte) Erhöhung der Körperfettmasse. Zur Einteilung von Übergewicht und Adipositas wird meist der BMI ( Body Mass Index) verwendet.
Dieser berechnet sich wie folgt
Körpergewicht (kg) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (m2)
Die Formel lautet:
BMI = Körpergewicht in kg : (Körpergröße in m) 2
Die Einheit des BMI ist demnach kg/m2.
Beispiel für die Berechnung des BMI: eine Person mit einer Körpergröße von 160 cm und einem Körpergewicht von 60 kg hat einen BMI von 23,4 (60:(1,6m)2 = 23,4)
Der "wünschenswerte"BMI ist altersabhängig. Die folgende Tabelle zeigt BMI-Werte für die verschiedenen Altersgruppen:
|
Alter
|
Wünschenswerter BMI |
|---|---|
| 19-24 Jahre | 19-24 |
| 25-34 Jahre | 20-25 |
| 35-44 Jahre | 21-26 |
| 45-54 Jahre | 22-27 |
| 55-64 Jahre | 23-28 |
| >64 Jahre | 24-29 |
Übergewicht ist definiert als BMI ≥ 25 kg/m2, Adipositas als BMI ≥ 30 kg/m2 (WHO, 2000 EK IV).
Siehe hierzu auch die BMI-Klassifikation (nach DGE, Ernährungsbericht 1992):
| Klassifikation | m | w |
|---|---|---|
| Untergewicht | < 20 | <19 |
| Normalgewicht | 20-25 | 19-24 |
| Übergewicht | 25-30 | 24-30 |
| Adipositas | 30-40 | 30-40 |
| massive Adipositas | >40 | >40 |
Oder die Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI (nach WHO, 2000 EK IV)
| Kategorie | BMI in kg/m2 | Risiko für Begleiterkrankungen des Übergewichts |
|---|---|---|
| Untergewicht | < 18,5 | niedrig |
| Normalgewicht | 18,5 - 24,9 | durchschnittlich |
| Übergewicht Präadipositas Adipositas Grad I Adipositas Grad II Adipositas Grad III |
≥25,0 25-29,9 30-34,9 35-39,9 ≥40 |
gering erhöht erhöht hoch sehr hoch |
Adipositas wird deshalb von der WHO als das Public-Health-Problem bezeichnet, das am meisten vernachlässigt wird und das mittlerweile weltweit epidemieartige Ausmaße annimmt.
Dies bezieht sich schon lange nicht mehr nur auf Erwachsene, von denen in Bayern nach Untersuchungen der TU- München-Weihenstephan bereits fast jeder zweite zu dick ist.
Angaben der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter zufolge sind bereits je nach Definition 10-20% aller Schulkinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig. So heißt es in deren Leitlinien. Insbesondere ist zu beobachten, dass das Ausmaß der Adipositas und damit die Anzahl extrem Adipöser deutlich ansteigt. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den Ergebnissen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS), wonach 15 % der Kinder in Deutschland übergewichtig und 6,3 % adipös sind.
Es ist richtig, dass die "Veranlagung" (=genetische Faktoren) einen Einfluss haben kann. Mindestens genauso bedeutsam sind aber eine ungesunde Lebensführung, zu wenig Bewegung und falsche Ernährung.