Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Bluthochdruck senken mit der richtigen Ernährung

Von: Gerlinde Bergmann - Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ernährung und Markt (IEM)

Der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) spielt eine große Rolle für die Gesundheit jedes Einzelnen und damit in der Summe für die gesamte Bevölkerung. Er ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten wie beispielsweise Schlaganfall und Herzinfarkt, die die Statistik der Todesursachen in Deutschland nach wie vor anführen. Jährlich versterben mehr als 400.000 Menschen an Krankheiten aus dieser Gruppe, etwa 43% davon Männer und über 50% davon Frauen [1]. Je höher der Blutdruck, desto größer ist das Risiko von einer dieser Erkrankungen betroffen zu sein. Eine "blutdrucksenkende" Therapie vermindert das Auftreten von Herz-Kreislauf-Krankheiten und verlängert die Lebenserwartung.

[1] Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks e.V. – Deutsche Hypertonie Gesellschaft (Hrsg.): Leitlinie für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie, 2003

Wie funktioniert der Blutdruck?

Hier spielt der Herzmuskel (Herz) eine wichtige Rolle. Dieser zieht sich circa 60- bis 80mal in der Minute zusammen und dehnt sich wieder aus. Dabei wird das Blut in die Schlagadern (Arterien) gepumpt und der Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei diesem Vorgang setzen die Arterien dem hinein strömenden Blut einen Widerstand entgegen. Die Pumparbeit des Herzens und der Gefäßwiderstand zusammen bewirken den Blutdruck.

Was passiert bei der Blutdruckmessung?

Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt: erstens der maximale (systolische) Druck, während sich der Herzmuskel zusammen zieht und das Blut stoßweise in den Körper pumpt und zweitens der niedrigere (diastolische) Druck, während der Herzmuskel erschlafft und sich erneut mit Blut füllt. Der Druck im Messgerät (Manometer) wird in "Millimeter Quecksilbersäule" (mmHG) angegeben.

Beispiel: Wurde ein systolischer Wert von 125 mmHg und ein diastolischer Wert von 85 mmHg gemessen, so besteht ein Blutdruckwert von 125/85 mmHg (125 zu 85).

Wie wird der Blutdruckwert beurteilt?

Zur Beurteilung der ermittelten Blutdruckwerte wird die WHO/ISH-Leitlinie (World Health Organization/International Society of Hypertension Guidelines for the Managment of Hypertension) herangezogen.

Tab. 1: Definition und Klassifikation von Blutdruckbereichen 1)

Kategorie Blutdruckwerte
systolisch in mmHG diastolisch in mmHG
Optimal < 120 < 80
Normal < 130 < 85
"noch"-normal 130 - 139 85 - 89
leichte Hypertonie (Schweregrad 1) 140 - 159 90 - 99
mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2) 160 - 179 100 - 109
schwere Hypertonie (Schweregrad 3) > 180 > 110

1)Quelle: modifiziert nach Deutscher Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Leitlinie für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie, 2004 (fällt der systolische und diastolische Blutdruckwert bei einem Patienten in unterschiedliche Kategorien, sollte die höhere Kategorie für das weitere Vorgehen Anwendung finden)

Ab Blutdruckwerten über 140/90 mmHg besteht eine leichte Hypertonie (Schweregrad 1). Eine mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2) liegt vor, wenn der Blutdruck systolisch auf 160–179 mmHg und/oder diastolisch auf 100–109 mmHg ansteigt. Von einer schweren Hypertonie (Schweregrad 3) wird gesprochen, sobald systolische Werte von >180 mmHg bzw. diastolische Werte von >110 mmHg gemessen werden.

Um die Schwere der Hypertonie beurteilen zu können, müssen mehrere Blutdruckmessungen an verschiedenen Tagen erfolgen. Für die Behandlung reichen jedoch die Blutdruckwerte allein nicht aus. Es muss auch abgeklärt werden, ob bereits Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten (z. B. Diabetes mellitus, erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht und Nikotinkonsum), Endorganschäden (z. B. Veränderungen des Augenhintergrunds – Hypertensive Retinopathie) und/oder Folge- und Begleiterkrankungen (z. B. Myokardinfarkt und Schlaganfall) vorliegen.

Wie kommt es zu erhöhten Blutdruckwerten?

In ungefähr 10% der Fälle wird der hohe Blutdruck durch eine Organ- oder Systemerkrankung verursacht, was als „sekundäre“ Hypertonie bezeichnet wird. Dabei wird häufig eine eingeschränkte Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) oder eine Einengung einer Nierenarterie (Nierenarterienstenose) beobachtet. Hier steht die Behandlung der Grundkrankheit im Vordergrund.

Bei den restlichen 90% der Hochdruckkranken liegt eine „primäre“ Hypertonie vor, die durch genetische Faktoren begünstigt wird. Dies allein führt jedoch noch nicht zur Erkrankung. Erst bestimmte Lebensstilfaktoren wie beispielsweise

  • Übergewicht,
  • übermäßiger Kochsalzverzehr,
  • erhöhter Alkoholkonsum,
  • Bewegungsmangel,
  • Nikotin und die
  • Einwirkung von chronischem Stress

wirken letztlich auslösend, verstärkend oder aufrechterhaltend.

Wie macht sich ein hoher Blutdruck bemerkbar?

Die häufigsten Symptome der Hypertonie sind

  • Druckgefühl und Schmerzen im Kopf,
  • Müdigkeit und Leistungsminderung,
  • Schwindel und
  • bei länger bestehender Druckerhöhung Schmerzen in der Herzgegend und Atemnot bei Belastung.

Es gibt aber auch Personen, die sich trotz eines erhöhten Blutdrucks wohl fühlen und keine Beschwerden haben.

Welche Folgen hat ein hoher Blutdruck?

Bluthochdruck schädigt in erster Linie die Gefäßwände. Durch den ständig erhöhten Druck verdicken und verhärten sich diese. Bei gleichzeitig erhöhten Cholesterinwerten, kommt es zu zusätzlichen Ablagerungen, die zur Verengung und Verhärtung in den Gefäßen, der so genannten Arteriosklerose führen. Die Blutgefäße werden langsam enger und auch starrer. Aufgrund der abnehmenden Elastizität können sich diese nicht mehr durch Eng- oder Weitstellen den normalen Schwankungen des Blutflusses anpassen; der diastolische (untere) Blutdruckwert steigt. Da auch die Gefäße immer enger werden, muss auch das Herz gegen einen ständig wachsenden Widerstand anpumpen. Es kommt zum Anstieg des systolischen (oberen) Blutdruckwerts.

Endorganschäden und/oder Folge- und Begleitkrankheiten wie beispielsweise

  • Schlaganfall,
  • Herzinfarkt und Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz),
  • Nierenversagen und
  • Augenschäden

können dann auftreten.

Was ist das Ziel der Behandlung?

Prinzipiell wird eine dauerhafte Senkung der Blutdruckwerte angestrebt. Daneben sollen Hochdruckkomplikationen vermieden und End- bzw. Zielorganschäden zurückgebildet werden. Dabei sollten nichtmedikamentöse Therapieverfahren, wie nachfolgend aufgeführt, an erster Stelle stehen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz.

Ernährungsempfehlungen bei hohem Blutdruck

Die Basiskost unterscheidet sich in ihrer Zusammensetzung nicht von der vollwertigen Ernährung nach den 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE, PDF 850 KB).

Daneben werden jedoch zusätzliche Maßnahmen empfohlen:

Gewichtsreduktion bei Übergewicht

Für übergewichtige Hochdruckkranke ist die Gewichtsabnahme die effektivste Maßnahme um den Blutdruck zu senken. Je Kilogramm Körpergewichtsverlust kann dieser um etwa 1,5 bis 2,5 mmHg vermindert werden. Zudem kann z. B. eine vorhandene Kochsalzsensibilität normalisiert werden. Häufig ist eine energiereiche Ernährung mit einer höheren Kochsalzzufuhr verbunden, was zusätzlich die Entstehung einer Hypertonie bei Übergewicht fördert.

Beurteilung des Körpergewichts

Zur Beurteilung des Körpergewichts wird der Body Mass Index – BMI (Körpermassenindex) herangezogen. Dieser berechnet sich aus dem Körpergewicht (in Kilogramm) dividiert durch die Körpergröße (in Meter) im Quadrat:

BMI = Körpergewicht in kg : (Körpergröße in m)2

Beispiel: Eine Person mit einem Körpergewicht von 81 kg und einer Körpergröße von 1,67 m hat demnach einen BMI von

81 : (1,67 x 1,67) = 81 : 2,79 = 29

Zur Beurteilung des BMI ist nachfolgende Tabelle hilfreich.

Tabelle 2: Bewertung des Körpergewichts anhand des BMI *)

Kategorie BMI in kg/m2
Untergewicht < 18,5
Normalgewicht 18,5 - 24,9
Übergewicht > 25,0
Präadipositas 25,0 - 29,9
Adipositas Grad I 30,0 - 34,9
Adipositas Grad II 35,0 - 39,9
Adipositas Grad III > 40,0

*) Quelle: World Health Organization, 2000

In oben genanntem Beispiel hat die Person einen BMI von 29 und damit leichtes Übergewicht (Präadipositas). Der Normalgewichtsbereich würde in diesem Fall bei einem Körpergewicht von 52 bis 70 kg liegen.

Maßnahmen zur Gewichtsreduktion

Die wichtigste Maßnahme um Übergewicht abzubauen, ist die Einschränkung der täglichen Energiezufuhr, die z. B. durch die Reduktion des Fettkonsums erreicht wird. Detaillierte Informationen zur Gewichtsabnahme sind über das Deutsche Ernährungsberatungs- und informationsnetz (DEBInet) erhältlich.

Reduktion des Kochsalzkonsums

Die tägliche Kochsalzzufuhr sollte für alle Hochdruckkranken und -gefährdeten nicht mehr als 6 g (2,4 g Natrium) betragen. Hierdurch wird in der Regel eine Blutdrucksenkung erzielt und die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verstärkt. Auch Personen, die nicht oder nur wenig auf eine Kochsalzreduktion ansprechen ("nicht salzsensitive" oder "salzresistente" Personen) sollten die tägliche Kochsalzempfehlung nicht überschreiten. Eine hohe Kochsalzzufuhr führt immer zum Bluthochdruck, auch wenn das Ausmaß der Drucksteigerung unterschiedlich ist (individuelle Kochsalzsensitivität) [2].

[2] Kasper H.: Ernährungsmedizin und Diätetik. 10. Auflage. Urban & Fischer Verlag. München 2004

Natrium/Kochsalz

In den Lebensmitteln liegt Natrium überwiegend als Kochsalz vor, so dass im allgemeinen aus dem Natriumgehalt der Lebensmittel auf den Kochsalzgehalt geschlossen werden kann.

Die Umrechnung von Natrium in Kochsalz (1 g Kochsalz enthält 0,4 g Natrium und 0,6 g Chlorid - Natriumchlorid) errechnet sich folgendermaßen:

Kochsalzgehalt = Natriumgehalt in g x 2,5

Diese Formel trifft jedoch nicht für Mineralwasser zu. Hier ist das Natrium allein kein ausreichendes Kriterium um den Kochsalzgehalt zu ermitteln; es muss auch der Chloridgehalt mit berücksichtigt werden. Je nachdem ob der Natriumgehalt höher oder niedriger als der Chloridgehalt eines Wassers ist, kann mit einer entsprechenden Formel der Kochsalzgehalt ermittelt werden.

Ermittlung des Kochsalzgehaltes von Mineralwasser

Natriumgehalt höher als Chloridgehalt:

Kochsalzgehalt = Chloridgehalt : 0,6

Natriumgehalt niedriger als Chloridgehalt:

Kochsalzgehalt = Natriumgehalt : 0,4

Beispiel 1: Ein Mineralwasser mit einem Natriumgehalt von 250 mg und einem Chloridgehalt von 100 mg pro Liter enthält demnach

100 : 0,6 = 166 mg Kochsalz pro Liter.

Beispiel 2: Ein Mineralwasser mit einem Natriumgehalt von 20 mg und einem Chloridgehalt von 90 mg pro Liter enthält

20 : 0,4 = 50 mg Kochsalz pro Liter.

Empfiehlt der Arzt eine natriumarme Ernährung, sollten Mineralwässer mit weniger als 20 mg Natrium pro Liter bevorzugt werden.

Praktisches Vorgehen

  • Konventionelle Lebensmittel

Um die Kochsalzzufuhr zu senken, sollten vor allem sehr kochsalzhaltige Lebensmittel und Speisen wie z. B. Konserven, Fertiggerichte, gepökelte und geräucherte Fleisch- und Fischerzeugnisse, Salzgebäck usw. vermieden werden. Diesen Lebensmitteln wurde meistens bei der Be- und Verarbeitung Kochsalz zugesetzt. Wenig Natrium dagegen enthalten Lebensmittel mit überwiegend natürlichem Kochsalzgehalt; sie sollten bei der täglichen Speisenplanung Berücksichtigung finden.

Tabelle 3 gibt einen Überblick über den Natriumgehalt ausgewählter, konventioneller Lebensmittel. Zur besseren Orientierung, wurden diese grobschematisch, entsprechend ihres Natriumgehaltes, in drei Gruppen eingeteilt.

  • Natriumreduzierte Lebensmittel

Natriumreduzierte Lebensmittel können bei der Senkung der täglichen Kochsalzzufuhr helfen. Hierbei handelt es sich um Lebensmittel des üblichen Verzehrs, die bei Einhaltung bestimmter Höchstmengen an Natrium (erlaubte Höchstmengen liegen im Bereich von 250 bis 500 mg Natrium pro 100 g Lebensmittel), entsprechend der Nährwert-Kennzeichnungsverordnung (NKV) deklariert werden dürfen.

Tabelle 4: Erlaubte Höchstmengen an Natrium in natriumreduzierten Lebensmitteln*)

Lebensmittel Natriumgehalt des verzehrfertigen Lebensmittels (mg/100 g)
Brot, Kleingebäck und sonstige Backwaren 250
Fertiggerichte und fertige Teilgerichte 250
Suppen, Brühen und Soßen 250
Erzeugnisse aus Fischen, Krusten-, Schalen- und Weichtieren 250
Kartoffeltrockenerzeugnisse 300
Kochwürste 400
Käse und Erzeugnisse aus Käse 450
Brühwürste und Kochpökelwaren 500
*) Anlage 3 zu § 6 Abs. 2 Nr. 3 der NKV

  • Diätetische Lebensmittel

Des weiteren werden von der Lebensmittelindustrie „diätetische Lebensmittel, die für eine natriumarme Ernährung bestimmt sind“ und denen kein Kochsalz zugesetzt sein darf, angeboten. Diese Lebensmittel sind als

  • streng natriumarme Lebensmittel (enthalten bis 40 mg Natrium bzw. 0,1 g Kochsalz pro 100 g) und
  • natriumarme Lebensmittel (enthalten bis 120 mg Natrium bzw. 0,3 g Kochsalz pro 100 g)

vornehmlich in Reformhäusern, Apotheken sowie gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Abb. 1 und 2: Etikett streng na-armes und na-armes Lebensmittel


Etikett-Beispiel eines natriumarmen Lebensmittels
Etikett der Reiswaffeln mit Inhaltsstoffangabe
Etikett-Beispiel eines streng natriumarmen
Lebensmittels

Natrium kann aber auch über Getränke eingespart werden. Trinkwasser, Kaffee, Tee, Erfrischungsgetränke und Obstsäfte enthalten meist wenig oder kein Natrium. In Gemüsesäften wie beispielsweise Karotten- und Tomatensaft können jedoch größere Mengen enthalten sein. Gleiches gilt auch für Mineralwasser (Tabelle 5); hier sollten „natriumarme“ Mineralwässer, die weniger als 20 mg Natrium pro Liter enthalten, bei der Getränkewahl bevorzugt werden.

Tab. 5: Natriumgehalt ausgewählter Mineral- und Heilwässer

Mineral- und Heilwässer Natrium*) in mg
pro Liter
Bad Brückenauer Wernarzer Brunnen (still) 2,4
Adelholzener Primusquelle 3,4
Bad Brückenauer Mineralwasser 3,6
Mathildenquelle 3,8
Dürrheimer Johannisquelle (still) 4,1
Contrex (still) 6,2
Volvic 9,4
St. Linus Quelle 11,7
Wildunger Reinhardsquelle 13,4
Stiftsquelle 13,7
Perrier 14,0
Bad Driburger stilles Mineralwasser 14,2
Apollo Quelle 17,0
Gerolsteiner Stern 28,2
S. Pellegrino 49,8
Frankenbrunnen Mineralwasser 64,2
Sinzinger Mineralwasser 77,0
Bad Windsheimer Residenzquelle 179,9
Altmühltaler Heilquelle 186,4
Staatl. Fachingen 602,5
Appolinaris 747,0
Überkinger Adelheid Quelle 973,0
*) Quelle: Herstellerangaben

Küchentechnische Maßnahmen, um Kochsalz zu sparen

  • Bei der individuellen Nahrungszubereitung Kochsalz sparsam verwenden. Dafür andere Gewürze und reichlich Kräuter einsetzen.
  • Gerichte bei Tisch nicht nachsalzen.
  • Frische oder tief gefrorene Nahrungsmittel gegenüber Konserven bevorzugen. (Tabelle 6).
  • Auf den Natriumgehalt von Mineralwasser achten. Günstig sind Mineralwässer mit weniger als 20 mg Natrium pro Liter.
  • Fleisch marinieren in Knoblauch- oder Kräuteröl, Essig-, Rot- oder Weißweinmarinaden.
  • Herstellung von Pasten im Mixer aus Knoblauch, Zwiebeln, Peperoni, Tomaten, Kräutern und Gewürzen.
  • Für Salatsoßen kräftig schmeckende Öle einsetzen, z. B. selbst angesetztes Kräuter- oder Knoblauchöl, Haselnuss-, Walnuss- oder Olivenöl; frisch geriebener Meerrettich, reichlich frische Kräuter, Zwiebeln etc.
  • Anwendung von Garmethoden, die den Eigengeschmack der Nahrungsmittel fördern, z. B. Grillen und Braten.
  • Zur Geschmacksverbesserung von selbstgebackenem natriumarmen Brot z. B. gerösteten Sesam, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Zwiebeln, Kräuter und Gewürze zufügen.

Tab. 6: Veränderungen des Natriumgehalts durch ausgewählte Angebotsformen und Zubereitungsarten am Beispiel „Karotten“

Zubereitungsarten von Karotten Na*) in mg
pro 100 g
gegart 29
tiefgekühlt 57
in der Konserve, abgetropft 253
*) Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) II.3, Berlin 1999
  • Einschränkung der Alkoholzufuhr

Da Alkohol den Blutdruck erhöht, sollte dieser stark eingeschränkt oder ganz weggelassen werden. Die Alkoholzufuhr sollte, möglichst nicht täglich, höchstens 20 g betragen.

Tab. 7: Alkoholgehalt ausgewählter Getränke

Getränk Alkohol*) in g
pro Portion
Energie*)
kcal kJ
1 Glas Normalbier (500 ml) 18 195 815
1 Glas Weißbier (500 ml) 18 190 800
1 Glas Pils (300 ml) 12 126 531
1 Glas Rotwein (125 ml) 10 83 346
1 Glas Weißwein (125 ml) 11 93 389
1 Glas Sekt (100 ml) 9 79 330
1 Glas Schnaps (20 ml) 5 37 155
*) Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) II.3, Berlin 1999, Werte gerundet

Weitere Faktoren, die den Blutdruck senken helfen

  • Ausreichende Kaliumzufuhr

Erwachsene nehmen täglich, entsprechend dem Schätzwert der DGE, etwa 2000 - 3000 mg Kalium über die Nahrung auf. Diese Menge reicht aus, um eine gesteigerte Natrium- und Wasserausscheidung über die Niere, welche blutdrucksenkend wirkt, zu erzielen.

Kalium ist vornehmlich in pflanzlichen Lebensmitteln wie beispielsweise Obst, Trockenobst, Gemüse und Kartoffeln enthalten (Tabelle 7). Da beim Kochen Kalium ins Kochwasser übergeht, nimmt der Kaliumgehalt bei dieser Zubereitungsart ab.

Tab: 8: Kaliumgehalt ausgewählter Lebensmittel

Lebensmittel (verzehrbarer Anteil) Kalium*) in mg pro 100 g Energie*)
kcal kJ
Aprikosen getrocknet 1654 259 1044
Pflaumen getrocknet 1218 261 1092
Feigen getrocknet 1082 284 1190
Sultaninen 782 298 1247
Avocado 503 217 909
Banane 393 95 398
Johannisbeeren 240 43 181
Zuckermelone 309 26 110
Holunderbeeren 303 48 199
Kiwi 295 61 255
Aprikosen 280 42 177
Rhabarber 270 13 55
Feldsalat 420 14 60
Spinat gegart 393 19 80
Endiviensalat 346 11 46
Broccoli gegart 298 23 97
Karotten 290 26 108
Sauerkraut 288 17 70
Fenchel gegart 276 22 93
Karottensaft 271 22 91
Blumenkohl gegart 245 18 77
Gemüsepaprika 260 37 154
Radieschen 255 15 61
Erbsen grün gegart 259 84 350
Zuckermais gegart 250 89 374
Tomaten 242 17 73
Lauch 235 26 107
Grünkohl gegart 216 28 116
Bohnen gegart 206 25 114
Kartoffeln gegart 333 69 287
Orange 177 47 197
Apfel 144 52 217
Birne 125 52 219
*) Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) II.3, Berlin 1999
  • Betreibung von regelmäßigem Kreislauftraining
  • Einstellung des Rauchens
  • Vermeidung von Hektik und Stress

Literatur

BIESALSKI H. K., ET AL: Ernährungsmedizin, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart. Georg Thieme Verlag, 2004

BÖNNER G.: Ernährungsmodifikation: eine Therapiemöglichkeit der arteriellen Hypertonie. Akt. Ernähr.-Med. 26 (2001) 266-279

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG – DGE (Hrsg.): Bluthochdruck. DGE Beratungsstandards. Bonn: 2001

DEUTSCHE LIGA ZUR BEKÄMPFUNG DES HOHEN BLUTDRUCKS E. V. – DEUTSCHE HYPERTONIE GESELLSCHAFT (HRSG.): Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie, 2003

KAROFF M.: Umsetzungsempfehlung der Leitlinie Arterielle Hypertonie für die kardiologische Rehabilitation. herzmedizin 20 (2003) 209-222

KASPER H.: Ernährungsmedizin und Diätetik. 10. Auflage. München. Urban & Fischer Verlag, 2004

KLUTHE, R., ET AL: Das Rationalisierungsschema 2004. Akt. Ernähr.-Med. 29 (2004) 245-253

ROBERT KOCH INSTITUT (RKI) (HRSG.): Hypertonie. 2005

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Vielen Dank Frau Prof. Dr. Schumm-Draeger vom Städtischen Krankenhaus Bogenhausen für die medizinische Beratung.