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Beikost fürs Baby - Ernährung im 2. Lebenshalbjahr

Von: Hiltrud Karmann - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Kleinkind das gefüttert wird.Um den 6. Monat herum bekommt der Säugling die erste feste Kost. Bis zu diesem Zeitpunkt braucht er ausschließlich Muttermilch oder Säuglingsfertigmilch (industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung). Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel Muttermilch und Fertigmilch - Ernährung in den ersten 4-6 Monaten.

Frühestens ab dem 5. Monat und nicht später als dem 7.Monat wird Breinahrung, die so genannte Beikost, eingeführt. Ein früherer Beginn von Beikost ist aus Gründen der Allergievorbeugung nicht sinnvoll. Beikost deckt den steigenden Nährstoffbedarf des Säuglings, der allein mit der Milchnahrung nicht geliefert wird. Das Kind ist jetzt körperlich und geistig so weit entwickelt, dass eine Fütterung mit dem Löffel möglich ist. Zudem fördert die Löffelfütterung ein altersgerechtes Essverhalten.

Beikostmahlzeit statt Milchmahlzeit

Alles was zusätzlich zur Milchnahrung verabreicht wird, bezeichnet man als Beikost. Monat für Monat wird im Verlauf des 2. Lebenshalbjahres eine Milchmahlzeit (Muttermilch oder Säuglingsfertigmilch) durch eine Beikostmahlzeit ersetzt. Bis zum vollständigen Ersatz einer Milchmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit wird anschließend an die Löffelfütterung Muttermilch bzw. Säuglingsfertigmilch verabreicht.

Drei verschiedene Breie für den Säugling

Frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats führt man den Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei am Mittag ein. Zunächst gibt man reines Karottenmus. Nach Gewöhnung an feste Nahrung gibt man schrittweise Kartoffeln, Fleisch, Öl und Vitamin C- reichen Obstsaft dazu.
Nachdem der Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei als vollständige Mittagsmahlzeit eingeführt ist, beginnt man mit dem Vollmilch-Getreidebrei am Abend. Frühester Einführungszeitpunkt ist hier Anfang des 6. Lebensmonats, spätester Einführungszeitpunkt sollte Anfang des 8. Lebensmonats sein.
Als letzte Beikostmahlzeit wird der milchfreie Getreide-Obst-Brei am Nachmittag eingeführt. Je nach Start liegt hier der früheste Einführungsbeginn Anfang des 7. Lebensmonats und der späteste Anfang des 9. Lebensmonats.

Beikost kann man selbst herstellen oder aus dem breiten Angebot der Fertigbeikost wählen. Beides hat Vor- und Nachteile. Grundlage für die Selbstherstellung bzw. für die Auswahl von Fertigbeikost sollte der Ernährungsfahrplan in den Rezepten in den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund sein.

Zwischen dem 10. und 12. Monat wird mit der Umstellung auf Familienkost begonnen. Das Essen wird nun nicht mehr püriert, sondern nur noch mit der Gabel zerdrückt. Salz und scharfe Gewürze sind nach wie vor zu vermeiden.

Tipps zur Umstellung auf Beikostmahlzeiten

  • Für den Säugling ist es angenehmer, wenn bei der Einführung von Beikost ein Plastiklöffel statt eines Metalllöffels verwendet wird.
  • Zu Beginn der Löffelfütterung wird der Säugling den Brei mit der Zunge nach vorne aus dem Mund herausschieben. Das ist normal und kein Zeichen, dass dem Kind der Brei nicht schmeckt. Beim Saugen sind ganz andere Bewegungsabläufe mit Zunge und Lippen notwendig als beim Essen von Breikost. Er muss erst lernen die feste Nahrung hinunterzuschlucken.
  • Manchmal lehnen auch Eltern die Beikost ab, da sie vom Aussehen und Geschmack nicht dem Erwachsenenessen entspricht. Sie zeigen das dem Säugling durch ihre Mimik oft unbewusst an, was dazu führt, dass das Kind die Kost ebenfalls ablehnt und die Gewöhnung an die Löffelfütterung erschwert wird. Eine positive Haltung und ermunternde Sprache sowie eine ruhige Atmosphäre beim Verabreichen der Beikost ist deshalb sehr wichtig.
  • Um das Kauen lernen zu fördern empfiehlt es sich, dem Baby ab und zu Brotstücken oder zarte Apfelstückchen anzubieten. Zwieback und Kekse zwischen den Mahlzeiten sind nicht wünschenswert. Sie können bewirken, dass der Säugling nicht genügend von den Beikostmahlzeiten isst.
  • Mit zunehmender Beikostfütterung kann es sein, dass das Baby öfters Durst hat. Als Getränke eignen sich Trinkwasser und ungesüßte Kräuter- bzw. Früchtetees. Eine regelmäßige Gabe zusätzlicher Flüssigkeit wird normalerweise erst ab dem 10. Lebensmonat notwendig, wenn auf Familienkost übergegangen wird.
  • Vollmilch sollte nur bei der Zubereitung des Vollmilchgetreidebreies verwendet werden. Andere Milchprodukte wie Joghurt und Quark sind für den Säugling ungeeignet. Mit Beginn des 2. Lebensjahres kann das Kind Vollmilch im Rahmen einer Brot -Milchmahlzeit als Tassengetränk bekommen.
  • Mit dem 1. Geburtstag wird der Säugling zum Kleinkind. Es verträgt nun fast alle Lebensmittel. Das Kind kann jetzt alle Getränke aus dem Becher trinken. Von seiner körperlichen Entwicklung ist es dazu in der Lage und gerade in diesem Alter motiviert, ähnlich wie Erwachsene zu trinken. Das Flaschentrinken weit ins Kleinkindalter hinein, kann zu ungünstigen Ernährungsgewohnheiten wie z. B. Kaufaulheit beitragen.

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Weiterführende Links

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