Bayerisches Staatsministerium der
Justiz und für Verbraucherschutz

Energieberatung

Von: Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern
Petra Herzog - Verbraucherservice Bayern

Energiesparen ist der beste Weg, steigenden Energiekosten zu begegnen, anstatt das Geld sprichwörtlich zu verheizen. Am größten sind die Einsparpotenziale bei den eigenen Heizkosten. Dazu gewinnen Sie noch deutlich mehr Wohnkomfort.

Thermografik eines Gebäudes
Bevor Sie jedoch Ihre Heizung erneuern lassen oder eine Dämmung auf die Fassade aufbringen, sollten Sie fachkundigen, unabhängigen Rat einholen. Ein Haus ist ein komplexes System, bei dem Technik und Gebäudehülle gesamtheitlich betrachtet werden müssen. Die Kosten für eine Energieberatung haben Sie in der Regel schnell hereingeholt. Ein erfahrener Energieberater kann Ihnen helfen, die für Sie wirtschaftlichsten Maßnahmen auszuwählen, Schäden am Bauwerk zu vermeiden und Ihnen bei der Beantragung von möglichen Zuschüssen und Förderungen helfen.

Energieverbrauch und Kosten

Bei 120 m² Wohnfläche verbraucht ein schlecht gedämmtes Einfamilienhaus jährlich etwa 3.600 Liter Heizöl. Mit einer Dämmung der Außenhaut, neuen Fenstern und einer neuen Heizungsanlage reduziert man den Verbrauch auf ca.1.200 Liter Heizöl. Schöpft man alle technischen Möglichkeiten inklusive einer geregelten Lüftung aus, lässt sich der Gesamtverbrauch auf rund 10% des ursprünglichen Verbrauches, das heißt ca. 360 Liter Heizöl pro Jahr senken. Pro Quadratmeter Wohnfläche sind das drei Liter.

Die Preise für Heizöl und Gas haben ist in den letzten 5 Jahren verdoppelt. Heute zahlen Sie für 3.600 Liter Heizöl etwa 2.250 Euro. Ein 3-Liter-Haus mit 120 m² Wohnfläche kommt zu derzeitigen Preisen mit ca. 250 Euro pro Jahr aus.

Welche Arten von Energieberatung gibt es?

Energieberatung in Beratungsstellen

Von Landkreisen, Kommunen, Verbraucherzentralen, Energieagenturen oder auch Energieversorgungsunternehmen werden üblicherweise zu festen Zeiten Energieberatungen in Beratungsstellen angeboten. Diese sind meist kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr zu haben; es handelt sich um eine grundsätzliche und allgemeine Beratung.

Vor-Ort-Energieberatung

Zu einer Vor-Ort-Beratung kommt ein Energieberater zu Ihnen ins Haus, um speziell auf Ihr Gebäude einzugehen. Er untersucht den Zustand der Gebäudehülle und der Heizungsanlage, erarbeitet einen Beratungsbericht, in dem Verbesserungs- und Sanierungsmöglichkeiten dargestellt werden und erläutert diesen in einem persönlichen Gespräch.

Weitergehende Beratung

Bei weitergehenden Sanierungsplänen empfehlen sich klassische Planungsleistungen durch Architekten und Ingenieure, wobei die Vergütung auf Basis der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) geregelt wird.

Zusätzlich zu den oben genannten Leistungen bieten einige Energieberater auch die Erstellung eines detaillierten Energiekonzeptes und Zusatzdienstleistungen wie zum Beispiel eine Thermografie oder einen Luftdichtheitstest an. Bei der Thermografie wird Ihr Haus von außen mit einer Spezialkamera fotografiert, so dass sichtbar wird, wo Wärme verloren geht. Beim Luftdichtheitstest wird die Dichtigkeit der Gebäudehülle überprüft.

Hinweis zum Energieausweis

Bei bestehenden Wohngebäuden ist bei Verkauf, Neuvermietung, Neuverpachtung oder Leasing ein Energieausweis auszustellen und dem Interessenten auf Wunsch vorzulegen. Der Energieausweis stellt die Ergebnisse des berechneten Energiebedarfs oder des gemessenen Energieverbrauchs dar und erleichtert die Einschätzung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes. Gleichzeitig enthält der Energieausweis Modernisierungsempfehlungen.

Als erste Einschätzung ist ein Energieausweis nützlich; eine umfassende Energieberatung kann durch ihn nicht ersetzt werden.

Wer bietet kompetente Vor-Ort-Energieberatung?

"Energieberater" ist keine geschützte Berufsbezeichnung.

Handwerks- und Kaminkehrermeister, Techniker, Ingenieure und Architekten können sich mit einer qualifizierten Zusatzausbildung von mind. 200 Stunden für Handwerker und 120 Stunden für Architekten und Ingenieure als Energieberater fortbilden. Sie erkennt man z. B. an der Bezeichnung "Energieberater (HWK)", "Energieberater (ByAK oder BayIK)".

Eine Zulassung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bedeutet, dass der Berater die notwendigen Fachkenntnisse nachgewiesen hat und kein wirtschaftliches Eigeninteresse an Investitionsentscheidungen des Beratenen hat, also neutral berät

Ist der Energieberater durch das BAFA zugelassen, kann die Beratung mit einem Zuschuss in Höhe von 50% bzw. derzeit max. 300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. 360 Euro für Wohngebäude mit mind. drei Wohneinheiten gefördert werden.

Für eine ingenieurmäßige Beratung mit genauer Bestimmung des Ist-Zustandes, berechneten Sanierungsvarianten, Empfehlungen, umfassendem Bericht und ausführlichen Beratungsgespräch muss man mit etwa 500-600 Euro brutto für ein Ein- oder Zweifamilienhaus rechnen, je nach Gebäude und zur Verfügung stehenden Unterlagen.

Energieberater können auch zu Förderungen bei der Umsetzung der Modernisierung beraten und, soweit sie dafür zugelassen sind, die erforderlichen Nachweise erbringen.

Wie finde ich einen Energieberater?

Je nach Berufsbild – z. B. Architekt, Ingenieur, Techniker, Handwerker oder auch Kaminkehrer – bieten die Energieberater unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Beratungstätigkeit. Dies sollten Sie bei der Auswahl eines für Sie geeigneten Energieberaters berücksichtigen.

Sie wenden sich am besten zunächst an Ihr Landratsamt oder Ihre Stadtverwaltung. Diese bieten häufig eine allgemeine Beratung an, kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr. Hier können Ihnen auch in der Regel Energieberater für eine weitergehende Beratung in Ihrer Nähe genant werden.

Die Verbraucherverbände bieten ein ähnliches Angebot für 5 € ; diese bieten auch eine telefonische Kurzberatung an.

Auch Energieagenturen unterhalten in einigen Teilen Bayerns Energieberatungsstellen.

Im Internet unter bafa.de können Sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zugelassene Berater nach Postleitzahlen geordnet finden. Diese sind unabhängig und ihre Beratungsleistung wird gefördert.

(Bildnachweis: Ingo Bartuszek - Fotolia.com (Thermografik), Werner Heiber - Fotolia.com (Beratungsgespräch)

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